Münchner Brauer präsentieren das Wiesnbier 2015

Oktoberfestbierprobe 2015 - medizinisch und poetisch

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Wie jedes Jahr präsentierten die Wiesnwirte im Oktoberfestmuseum ihr Wiesnbier.
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Wie jedes Jahr präsentierten die Wiesnwirte im Oktoberfestmuseum ihr Wiesnbier.
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Wie jedes Jahr präsentierten die Wiesnwirte im Oktoberfestmuseum ihr Wiesnbier.
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Wie jedes Jahr präsentierten die Wiesnwirte im Oktoberfestmuseum ihr Wiesnbier.
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Wie jedes Jahr präsentierten die Wiesnwirte im Oktoberfestmuseum ihr Wiesnbier.

München - Einige Tage vor der Wiesn lädt  der "Verein Münchener Brauereien e.V." mit ihrem ersten Vorsitzenden, Hacker-Pschorr-Boss Andreas Steinfatt, zur Oktoberfest Bierprobe in das Bier- und   Oktoberfestmuseum in München ein, so auch am vergangenen Dienstag.

Empfangen wurden die Gäste vom Münchner Kindl, Laila Noeth, und den 4 Hinterberger Musikanten. Zum ersten Mal dabei die neue Chefin der Brauereien Franziskaner, Löwenbräu und Spaten, Katrin Schilz. Steinfatt begrüßte die Gäste in der Gotischen Stube des Museums, besonders Wiesn-Stadtrat Georg Schlagbauer, der „seinen dreitägigen Jahresurlaub extra unterbrochen hat“. Bei der Hausherrin des Oktoberfestmuseums, Catherine Demeter, bedankte sich Steinfatt mit einem bunten Blumenstrauß.

Wirte-Sprecher Toni Roiderer war krankheitsbedingt verhindert, so hat sich sein Vertreter, Georg Heide, im Namen der Wiesnwirte mit dem XL-Wirtekrug 2015 bei den Brauern für das hervorragende Wiesnbier bedankt. Von Lorenz Stiftl, Sprecher der „Kleinen Wiesnwirte“, gab es den neuen Quartl-Krug (0,25 Liter). Serviert wurden dann den Brauerei-Bossen, Bernhard Klier (Spaten), Dr. Martin Leibhard (Augustiner), Dr. Michael Möller (Hofbräu), Heiner Müller (Paulaner), Katrin Schilz (Löwenbräu) und Andreas Steinfatt (Hacker-Pschorr), sowie den  Wiesn-Wirten, Vertretern des Münchner Stadtrates und der Presse, die Oktoberfestbiere der sechs Münchner Traditionsbrauereien: Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Spaten und dem Staatlichen Hofbräuhaus. 

Wie sang schon früher der Roider Jackl (Jakob Roider, Bayerischer Volkssänger):  „Gebt‘s mir oan halberten Eimer gutes g'süffiges Bayerisches Bier". Das Bier wurde natürlich nicht aus Eimern, sondern aus Gläsern, passend zu den Bieren, getrunken. Andreas Steinfatt überreichte Bürgermeister Josef Schmid (CSU) eine gelbe und eine rote Karte mit der Bitte, er solle doch auf die Einhaltung der Zeitvorgaben zu achten. Im Vorfeld habe man sich geeinigt, dass das Wiesnbier zwar gelobt werden soll, aber bitte nicht zu lange.

Witzig und geistreich moderiert von Andres Steinfatt haben die Braumeister der sechs Münchner Brauereien danach ihre Biere vorgestellt. Von Rolf Dummert (Hofbräu) haben die Gäste eine ganz neue Betrachtungsweise des Hofbräu-Bieres gelernt. Aus „pharmakologischer Sicht“ verlas er den Beipackzettel für das Hofbräu Bier, „eine schwach alkoholische Lösung von Gerstenmalzauszügen, angereichert mit Huzmulus Lupulus, einer Gattung der Hanfgewächse aus der Familie der Rosales“. Anzuwenden z.B. zur Vermeidung von Unterhopfung und zur Behandlung von Durstgefühlen. Nicht anzuwenden bei Minderjährigen und in der Schwangerschaft. Einzunehmen in den frühen Abendstunden mit einer üblichen Dosis von zwei bis drei Mass. Zu den Nebenwirkungen zählen unter anderen bei über fünf Mass Kopfschmerzen und ein Verlust der Orientierung. Noch bevor Dummert den restlichen Beipackzettel verlesen konnte, gab es, von Steinfatt lautstark gefordert, die Rote Karte. Das Hofbräu Wiesnbier hat eine Stammwürze von 13,7 % und einen Alkoholgehalt von 6,3 %, einen „markanten, malzbetonten Körper und eine gut eingebundene Hopfenbittere“.

Kurz und knapp danach Andreas Höflinger (Hacker-Pschorr), da er „die Aufforderung heute etwas kürzer“ ernst genommen hat. Das Hacker-Pschorr ist wieder das dunkelste Bier, mit 6,1 % Alkohol sei man allerdings „etwas über das Ziel hinausgeschossen, was dem Bier aber sehr gut tut“. Höflinger: „Wir nehmen vier Zutaten und haben wieder ein phantastisches Bier gebraut. Wer Hacker kennt und es lieb hat braucht nur drei Worte: Himmel der Bayern“. Das Hacker-Pschorr Wiesnbier hat eine Stammwürze von 13,7 Prozent, ist malzaromatisch mit blumig anmutenden Hopfenaromen.

Christian Dahnke (Paulaner) wunderte sich „was die Kollegen für eine Zeit haben sich vorzubereiten und Reden zu schreiben“. Er sei wohl der einzige Braumeister, der sich noch ums Bier kümmert. Zu Rolf Dummert: „Wir brauchen bei Paulaner dieses Jahr keinen Beipackzettel.“ Mit einer Stammwürze von 13,6 Prozent einem Alkoholgehalt von 5,9 Prozent und ausgewogenen Hopfen- und Malzaromen könnte man bei Paulaner vielleicht auch noch die vierte Maß ohne Nebenwirkungen trinken.

Harald Stückle (Spaten) bedankte sich zunächst bei dem Boss der Schausteller, Edmund Radlinger, für einen „tollen Tag auf dem Frühlingsfest, es war ein super Tag, es hat richtig Spaß gemacht“. Dies zeige auch die „tiefe Verbundenheit zwischen den Münchner Brauern, den Wiesnwirten und den Schaustellern“. Zum „Hype Craft-Bier“ sagte Stückle, dass die Definition des Craft-Bier eine handwerkliche Braukunst sei und somit die Münchner Brauer einer der ältesten Craft-Bier Brauer auf der Welt sind. Eine „Hommage an das Spaten Bier“ bezeichnete Stückle sein Gedicht in vierzehn Versen. Es endet mit „Anmutig gibt es sich und das war nur der Text, am besten schmeckt das Spaten auf dem Oktoberfest.“ Das Spaten-Wiesnbier ist leuchtend gelb, mit einer Balance von Süße und Bitterheit, hat eine Stammwürze von 13,7 Prozent und mit einem Alkoholgehalt von 5,8 Prozent das Leichteste.

Mit Michael Müller (Löwenbräu) ging es poetisch weiter. Nach der Löwenbräu-Prosa im letzten Jahr habe er sich dieses Jahr für die Lyrik entschlossen und „den Löwenbräu-Vierzeiler“ gedichtet. Ein Tipp von Müller an die Biertrinker auf der Wiesn: „Hopfen und Malz erleichtern die Balz“. Zum Schluss gab er noch ein lautes Löwengebrüll zum Besten. Das Löwenbräu Wiesnbier hat eine Stammwürze von 13,8 Prozent, einen Alkoholgehalt von 6,0 Prozent und hat eine ausgeprägte feinherbe Hopfenbittere. Großes Gelächter bei den Gästen als Steinfatt Christian Dahnke zitierte: „Als Löwe begonnen, als Bettvorleger geendet“. Steinfatt zu Müller und Stückle: „Falls es mit dem Bier nicht mehr hinhaut, könnt Ihr Euch beim Staatstheater bewerben“.

„Es ist alles gesagt, aber nicht von jedem“ so Werner Mayer (Augustiner) bei der Vorstellung seines Bieres. Zum „pharmakologischen Ansatz“ zitierte er einen Satz eines Kollegen: „Jeder Tag ohne Augustiner ist ein Gesundheitsrisiko“. Zu Andreas Höflinger: „Du hast gesagt wir sind die Dunkelsten, da fällt mir nur eines ein, wir sind die Hellsten“. Lauter Gelächter bei dem Einwurf von Steinfatt: „Ihr hab aber das dunkelste Zelt“. Mayer: „Trinkt es, probiert es, dann spürt‘s es. Weich süffig harmonisch rutscht es die Kehle runter und erzeugt den Drang nach mehr“. Augustiner ist das stärkste Bier auf der Wiesn mit 6,4 Prozent Alkohol, die Stammwürze beträgt 13,7 Prozent. Milde Malzaromen werden ergänzt durch blumige Hopfentöne.

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