Nach Einschenktest

Mass-Kontrolle: Verein wirft KVR Bestechlichkeit vor

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München - Nach dem Schanktest in den Wiesn-Zelten wirft der Verein gegen betrügerisches Einschenken den Wirten Betrug und den KVR-Kontrolleuren Bestechlichkeit vor. Nun kontert das KVR.

Der Verein gegen betrügerisches Einschenken (VGBE) hat mal wieder zum Maßband gegriffen und die Schankmoral in den Wiesn-Zelten geprüft. Nachdem man gemeinsam mit einer Facebook-Gruppe am vergangenen Dienstagabend 96 Mass Bier in den großen Zelten kontrolliert habe, wirft der Verein den Wirten nun Betrug und dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) Bestechlichkeit vor.

Bei Käfer werde man als Gast besonders konsequent über den Tisch gezogen, behauptet Jan-Ulrich Bittlinger, Präsident des Vereins. Im Schnitt fehlten 0,2 Liter pro Masskrug beim, so Bittlinger, „Schicki-Micki-Wirt“. Auf der Negativ-Liste folgen Schottenhamel (0,81 Liter), Schützenzelt und Winzerer Fähndl (jeweils 0,84 Liter), Fischer Vroni und Augustiner (je 0,86 Liter). Die Liste geht weiter mit Armbrustschützenzelt (0,87), Ochsenbraterei (0,87), Bräurosl (0,88), Hippodrom (0,9 Liter) und Hacker Festzelt (0,92). Mit im Schnitt 0,94 Liter seien die Krüge im Löwenbräu Festzelt am besten gefüllt gewesen. Eine Ein-Liter-Mass konnte der Verein nach eigenen Angaben nicht finden.

Die Wiesn-Bierpreise seit 1810

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„Man muss sich wundern, warum das KVR immer zu ganz anderen Ergebnissen kommt und die Schankmoral so positiv findet“, staunt Präsident Bittlinger – und greift die Behörde scharf an. Man bezweifle – so steht es in einer Pressemitteilung – dass die offiziellen Kontrollen durch das KVR korrekt ablaufen. „Ich vermute mal sehr stark, dass hier für ein halbes Hendl und eine Mass Bier gerne mal ein Auge zugedrückt wird“, spekuliert Bittlinger. Diese Vermutung sei „sehr konkret“. Sonst müsse der Käfer seine Wiesn-Lizenz verlieren, behauptet der VGBE.

KVR kontert: "Haltlose Vorwürfe"

Das KVR reagiert entsprechend deutlich auf den Vorwurf der Bestechlichkeit. Bei den Kontrolleuren handle es sich um Fachpersonal mit absolvierter Meisterprüfung. Darüber hinaus absolvierten alle Mitarbeiter eine zusätzliche zweijährige Ausbildung, teilt die Behörde mit. „Der Verein, der sicherlich nicht dieses fachliche Know-How aufbieten kann und der eine klare Zielrichtung verfolgt, versucht offensichtlich seine Arbeit durch Diskreditierung des KVR aufzuwerten“, erklärt Referats-Sprecherin Daniela Schlegel. „Mit seinen Äußerungen hat der Verein deutlich eine Grenze überschritten. Die haltlosen Vorwürfe sind derart abwegig, dass sie jeder weiteren Kommentierung entbehren.“ Das Vorgehen des Vereins sei daher „grundsätzlich in Frage zu stellen“.

Die Stadt schickt zum Oktoberfest acht Lebensmittelkontrolleure auf die Wiesn. Diese seien täglich in jedem Zelt zu unterschiedlichen Zeiten im Einsatz. Geprüft werde mit einem geeichtem Messstab nach vier Minuten, damit das Bier Zeit hat, sich zu „setzen“. Ab 15 Millimeter „Unterschank“ gibt es zunächst eine mündliche Verwarnung, im Wiederholungsfall eine schriftliche Abmahnung und schließlich ein Beschäftigungsverbot für den Schankkellner. Heuer habe es bislang neun mündliche Verwarnungen gegeben.

Thomas Schmidt

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