Stadt will 6750 freie Wiesn-Plätze mehr pro Tag

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Die Stadt will ab 2013 mehr freie Plätze auf dem Oktoberfest. Der Vorschlag von Wiesn-Chef Dieter Reiter sieht bis zu 6750 zusätzliche reservierungsfreie Plätze pro Tag vor.

München - Jetzt wird es konkret: Die Stadt will ab 2013 mehr freie Plätze auf dem Oktoberfest. Der Vorschlag von Wiesn-Chef Dieter Reiter sieht bis zu 6750 zusätzliche reservierungsfreie Plätze pro Tag vor. Die Änderung soll im Sommer beschlossen werden.

Kaum im Amt hatte der neue Wiesn-Chef Dieter Reiter Ende Februar für Wirbel bei den Wiesn-Wirten gesorgt: Ab kommendem Jahr will Reiter die Reservierungsregeln für das Oktoberfest ändern (wir berichteten). Das erklärte Ziel: Für die Münchner soll es wieder einfacher werden auch ohne Reservierung auf die Wiesn zu gehen. Jetzt werden Details zu Reiters Plänen bekannt. In einem Brief an den Sprecher der Wiesn-Wirte, Toni Roiderer, der unserer Zeitung vorliegt, nennt der Wirtschaftsrefernt und SPD-Oberbürgermeisterkandidat konkrete Zahlen.

Bisher galt auf der Wiesn, dass von Montag bis Freitag mindestens ein Drittel der Plätze im Mittelschiff frei bleiben mussten, am Wochende durften bis 17 Uhr gar keine Plätze im Mittelschiff reserviert werden, danach maximal ein Drittel. Reiter schreibt, er halte diese Regeln für „nicht mehr zeitgemäß, da sich die Mittelschiffe in den vergangenen Jahren wesentlich baulich verkleinert haben und Plätze auf Balkone und Boxen verlagert wurden“. Die Wirte sollen ihre Zelte also gezielt so umgebaut haben, dass bei gleichbleibender Gesamtzahl der Plätze immer mehr reserviert werden durften. Diesen Trend will Reiter nun stoppen. Grundlage für die neuen Regeln soll nun die Gesamtzahl der Plätze sein.

Montags bis freitags will Reiter künftig mindestens 25 Prozent aller Plätze freihalten lassen. Das wären bei insgesamt 71 000 Plätzen in den großen Zelten rund 17 750 freie Plätze – ein Plus von 6750 Plätzen gegenüber der bisherigen Regelung. An den Wochenenden fällt das Plus geringer aus. Nach Reiters Plänen sollen bis 15 Uhr 50 Prozent, danach immerhin noch 35 Prozent aller Plätze frei bleiben – das wären etwa 2500 mehr als bisher. Die Wirte müssen die Plätze nach Reiters Vorschlag auch künftig „blockweise“ freihalten und sie „gut kenntlich“ machen.

Die Wiesn-Wirte der großen Festzelte

Die Könige der Wiesn

Spätestens in diesem Sommer will der Wiesn-Chef im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft des Stadtrats über die Pläne abstimmen lassen. Dass die rot-grüne Mehrheit gegen die populären Pläne von Wiesn-Chef Reiter stimmen könnte, gilt als unwahrscheinlich. Der Wirtschaftsrefernt will das Oktoberfest auch nutzen, um bis zur Oberbürgermeisterwahl 2014 bekannter zu werden.

Durch die vorgezogene Entscheidung sollen die Wirte schon Monate vor der Zulassung zur Wiesn 2013 Planungssicherheit haben. Denn die Änderung hat für sie gravierende Auswirkungen. Sie können nicht mehr allen Stammgästen, die bisher Reservierungen bekommen haben, Plätze zusichern. Einige Wirte trifft es besonders hart, weil sie bisher verhältnismäßig kleine Mittelschiffe hatten und dementsprechend weniger Plätze frei halten mussten. Die Stadt gibt die Zahlen der einzelnen Zelte nicht heraus. Es handle sich um „sensible“ Daten, sagte Reiters Sprecher. In Wirtekreisen heißt es aber, dass das Löwenbräuzelt, das Winzerer Fähndl und der Schottenhamel am stärksten betroffen wären.

Die Wirte berieten gestern Abend über die geplante Änderung. Man werde Reiter einen Gegenvorschlag unterbreiten, sagte Wirte-Sprecher Toni Roiderer (Hackerzelt) unserer Zeitung. Zu Details wollte er sich nicht äußern. „Wir glauben, dass wir einen gemeinsamen Weg finden werden, die Reservierungen neu zu regeln“, sagte Roiderer.

Von Philipp Vetter

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