Einlass-Regeln

Wie Raucher wieder ins Wiesn-Zelt kommen

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Zigaretten im Zelt sind verboten. Doch wer draußen qualmt, kommt nicht in jedes Zelt problemlos zurück.

München - Auch zwei Jahre nach der Einführung sorgt das Rauchverbot bei den Wiesn-Wirten noch für qualmende Köpfe. Einige Zelte bieten Raucherbereiche an, andere versuchen es mit Wiedereinlass-Stempeln – und bei manchen haben Raucher einfach Pech gehabt.

Eigentlich war das Rauchverbot auf der Wiesn kein Thema mehr. Das Qualmen ist seit 2010 in den Zelten wie in jedem Gasthaus verboten, wer trotzdem zur Zigarette greifen will, muss vor die Tür. Bei den meisten Zelten verteilten die Ordner in den vergangenen Jahren an den Ausgängen Stempel oder Wiedereinlasskarten, damit die Raucher später zu ihren Masskrügen zurückkehren konnten. Doch das lief vergangenes Jahr nicht problemlos. Besonders bei den großen Zelten, die an das Servicezentrum angrenzen, sorgten die Menschentrauben vor den Ausgängen für Ärger. Denn die Hilfstrupps des Roten Kreuzes kamen zeitweise nicht mehr durch. Außerdem entstand ein Schwarzmarkt mit Wiedereinlassmarken hinter den Zelten.

All das will die Stadt heuer verhindern und hat die Wirte gezwungen, sich neue Regelungen zu überlegen. Zunächst hieß es, die Verwaltung verbiete Wiedereinlasskarten. Inzwischen stellt Wirtesprecher Toni Roiderer klar: „Wir dürfen Wiedereinlasskarten ausgeben, aber der Wirt muss dafür sorgen, dass die Fluchtwege frei bleiben.“ Das Resultat ist Verunsicherung bei den Wirten und den Gästen, denn inzwischen hat jedes Zelt seine eigenen Regeln für Raucher. Wir liefern den Überblick, womit Raucher heuer bei welchem Zelt rechnen müssen.

Übersicht aller Zelte

Armbrustschützenzelt: Im Armbrustschützenzelt gibt es mehrere abgetrennte Raucherbereiche im Freien, die nur vom Zelt zugänglich sind. Die Raucher können nach der Zigarette problemlos zurück ins Zelt, verspricht Wirt Peter Inselkammer. Überdacht sind allerdings nicht alle Raucherplätze.

Augustiner: Beim Augustiner gibt es einen Raucherbereich und eine Terrasse, sagt Wirt Thomas Vollmer. Eine Markise soll die Raucher vor Regen schützen.

Bräurosl: Bei der Bräurosl setzt man noch einmal auf die Wiedereinlass-Stempel. Damit nicht getrickst werden kann, will Wirt Georg Heide für mittags und abends sowie für die beiden Wochenenden je verschiedene Motive und Farben einsetzen. Damit es nicht zu Menschentrauben vor einem der Ausgänge kommt, sollen die Raucher an einer anderen Tür wieder ins Zelt kommen, als sie es verlassen. So kommt Bewegung in die Menschentraube.

Fischer Vroni: Wie im vergangenen Jahr gibt es bei der Fischer Vroni gleich zwei Raucherbereiche: einen an der Galerie, einen auf der Ostseite des Zeltes. Platz ist für etwa 500 rauchende Gäste gleichzeitig, sagt Wirt Hans Stadtmüller.

Hackerzelt: Wirt Toni Roiderer hatte extra einen separaten Raucherbereich an der Nordseite gebaut. Am Samstag war die Zone, die Platz für 100 Raucher bietet, jedoch schnell überfüllt. „Es ist sehr schade, aber aus Sicherheitsgründen mussten wir ihn dichtmachen“, sagt Roiderer. Bis auf Weiteres können die Gäste in der Zone nicht rauchen – Qualmen ist nur außerhalb des Zeltes möglich.

Hippodrom: Das Hippodrom hat schon seit der Einführung des Rauchverbots auf der Wiesn einen Balkon zum Qualmen auf der Rückseite des Zeltes. Das wird auch heuer so bleiben.

Hofbräu: Im HB-Zelt will man es noch einmal mit den Wiedereinlass-Stempeln probieren. Mit verschiedenen Farben soll Missbrauch verhindert werden, erklärt Wirt Ricky Steinberg. Die Ordner des Zeltes sollen zudem dafür sorgen, dass die Rettungswege frei bleiben und sich die Raucher nicht vor den Ausgängen sammeln.

Käfers Wiesnschenke: Bei Käfer kann man im abgesperrten Biergarten rauchen. Wer eine Reservierung hat, kommt ohnehin immer wieder zurück ins Zelt.

Löwenbräu: Im Löwenbräuzelt soll es keine Sonderregelungen für Raucher geben. Gäste mit Reservierungen kommen wieder ins Zelt, wenn sie für eine Zigarette draußen waren, da sie die üblichen Bänder am Handgelenk tragen. Problematisch könne es nur für Gäste ohne Reservierung an den Samstagen werden, räumt Wirtin Stephanie Spendler ein. Dann könne es sein, dass Raucher nicht sofort problemlos zurück zu ihren Masskrügen können. „Es hat einen Volksentscheid gegeben, da müssen wir uns jetzt dran halten“, sagt Spendler.

Ochsenbraterei: In der Ochsenbraterei setzt man auf die Lösung des vergangenen Jahres. Raucher können im Bereich vor dem Eingang kurz eine Zigarette rauchen, dieser Bereich wird bei Überfüllung durch Ordner abgesperrt, sodass nur diejenigen ins Zelt zurückkönnen, die schon drinnen waren.

Schottenhamel: Beim Schottenhamel gab es letztes Jahr die größten Probleme, weil sich der Hinterausgang des Zeltes direkt vor dem Behördenzentrum befindet. Platz für einen Raucherbereich gibt es auch nicht, bedauert Wirt Michael Schottenhamel. Deshalb müssen Raucher dieses Jahr damit rechnen, dass sie an den besonders besucherstarken Samstagen nicht mehr zurück ins Zelt kommen. Man könne den Bereich vor dem Haupteingang nicht für die Raucher absperren, weil dann der Zugang zu den auf eigene Rechnung arbeitenden Standlfrauen versperrt sei, erklärt Schottenhamel. An Freitagabenden wolle man es noch einmal mit Wiedereinlasskarten oder -stempeln versuchen. „Wir hoffen auf die Vernunft der Leute, die sehen, dass uns die Sicherheit der Gäste wichtig ist“, sagt Schottenhamel.

Schützenzelt: „Wir haben glücklicherweise überhaupt keine Probleme mit den Rauchern“, sagt Wirt Eduard Reinbold. Da beim Schützenzelt ohnehin auch schon der komplette Biergarten abgesperrt ist, wenn das Zelt voll ist, können die Raucher dort zur Zigarette greifen und danach zurück ins Zelt.

Weinzelt: Beim Weinzelt gibt es wie im vergangenen Jahr einen Raucherbalkon. Auf der überdachten Fläche über den Toiletten haben rund 100 Gäste gleichzeitig Platz und können beim Rauchen auch noch den Blick über die Wiesn schweifen lassen.

Winzerer Fähndl: Beim Winzerer Fähndl gibt es keine besondere Regel für die Raucher. Es sei noch immer jeder nach der Zigarette wieder reingekommen, versichert Wirt Peter Pongratz. „Bei mir gab es keine einzige Beschwerde – auch samstags nicht.“

Von Philipp Vetter

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