Das ist der neue Aufpasser

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Prof. Peter Sefrin kontrolliert die Wache.

München - Nach dem Blut-Skandal kämpfen Stadt und BRK um das Vertrauen der Wiesn-Besucher. Jetzt soll Prof. Peter Sefrin darauf achten, dass heuer in der Wiesn-Wache alles mit rechten Dingen zugeht.

Nach dem Blut-Skandal hat das Bayerische Rote Kreuz ( BRK ) in München zwei wichtige Ärzte der Wiesn-Wache verloren: Gegen Chefärztin Dr. Monika Mirlach und den Leipziger B. ermittelt der Staatsanwalt wegen Körperverletzung. Jetzt kämpfen Stadt und BRK um das Vertrauen der Wiesn-Besucher. Sie präsentierten Prof. Peter Sefrin als „Garanten“ dafür, dass heuer in der Wache alles mit rechten Dingen zugeht.

Kreis-Chefin Hildegard Kronawitter sagte, das Rote Kreuz stehe vor einer „Herausforderung“ und wolle heuer „besonders transparent“ arbeiten, um alle erdenklichen Zweifel auszuräumen. Die bestehen nämlich mindestens für das Jahr 2004: Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob BRK -Ärzte Betrunkenen Blut allein für eine wissenschaftliche Studie abzapften.

Das soll heuer Prof. Sefrin verhindern: Der Mediziner und Forscher der Uni Würzburg amtiert als Bundesfeuerwehrarzt, als Chef der bayerischen Notärzte und als Vize-Chef der Bundesvereinigung der Notärzte – sowie als Landesarzt des BRK . Seine Unabhängigkeit sehen weder er noch das BRK gefährdet. Sefrin habe nichts von der Skandal-Studie gewusst.

Der Mediziner hat im Vorfeld der Wiesn eine Arbeitsanweisung für die Ärzte der Wache geschrieben. Darin macht er genaue Vorgaben, was unter welchen Umständen zu tun ist – etwa wann sie Blut abnehmen sollen. Um eine Unterzuckerung zu erkennen, reiche etwa die Untersuchung eines Bluttropfens aus der Fingerkuppe. Bei Herzbeschwerden stehe ein Schnelltest auf einen Blutwert bereit. Weitere Analysen seien bei Unterkühlung notwendig. „Wenn Blut abgenommen wird, dann nur zur Diagnose und Therapie“, sagte Sefrin. Das wolle er persönlich unangemeldet kontrollieren.

Zum Vergleich: Im Jahr 2004 war das Blut von mindestens 405 betrunkenen Patienten auf ein halbes Dutzend Leber- und Nierenwerte sowie Promillezahl und sogar Drogen getestet worden. Aktuelle Zahlen über die Blutentnahmen am ersten Wiesn-Wochenende wollte das BRK nicht vorlegen.

Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl sieht im BRK einen „verlässlichen und wichtigen Partner“. Seit der ersten Wiesn-Wache im Jahr 1885 seien die Besucher „in den allerbesten Händen“.

David Costanzo

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