Begehrtes Sammelobjekt

Warum mancher Wiesn-Krug 600 Euro kostet

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30 Jahre Oktoberfest-Masskrüge: Das Bild zeigt die Sammlung aus den Jahren 1978 bis 2008.

München - Ein Masskrug ist nicht nur bei Touristen eine begehrte Trophäe. Liebhaber geben für Originale ein Vermögen aus. Der Kauf des Jahreskrugs 2013 könnte sich schon in ein paar Jahren rechnen.

Den Oktoberfestkrug 2013 zieren traditionelle Elemente: Breze, Mass und blau-weiße Rauten - typisch für Bayern. Der Münchner Design-Studenten Akim Sämmer hat ihn entworfen. Er ist schlicht, bunt und freundlich. Doch der aktuelle Krug ist nicht nur schön anzusehen. Er kann sich als echte Investition für die Zukunft entpuppen. Denn die Humpen sind wertvolle Sammlerobjekte. 

Eine lukrative Idee, die zum Verkaufsschlager wurde 

Sammler durchstöbern Flohmärkte und Internetforen auf der Suche nach Originalen. Diese sind schwer zu bekommen. Das lässt die Preise in die Höhe klettern. Bei Ebay werden seltene Modelle für Hunderte von Euro versteigert. Liebhaber zahlen für die Serie aller Wiesn-Maßkrüge von 1978 bis heute zwischen 1.500 und 2.500 Euro.

Die meisten von ihnen suchen jedoch nach bestimmten Jahreskrügen, um ihre Sammlung zu vervollständigen. Je seltener und älter der Humpen, desto mehr ist er wert. Ein Exemplar der ersten Krug-Generation von 1978 geht angeblich für bis zu 600 Euro über den Tisch - vorausgesetzt der Eigentümer trennt sich überhaupt von dem guten Stück.

Die Idee, einen Oktoberfest-Krug für den Verkauf zu gestalten, geht auf den wohl berühmtesten ehemaligen Wiesn-Wirt Richard Süßmeier zurück. Er ließ Mitte der siebziger Jahre, einen eigenen Krug anfertigen, um für sein Armbrustschützenzelt zu werben. Im Jahr 1978 schlossen sich dann die Wiesn-Wirte zusammen und gaben seitdem in Kooperation mit der Stadt München jedes Jahr einen offiziellen Wiesn-Krug heraus, der sich als echter Verkaufsschlager erweist. Die Anzahl ist streng limitiert. Dieses Jahr wird es gerade einmal 50.000 Stück zu kaufen geben. Die Humpen kosten 15 Euro, mit Zinndeckel 31 Euro.

Zu bewundern ist die gesamte Krug-Kollektion im Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum. Dort erfahren Besucher auch mehr zu der Geschichte der Wiesn-Krüge: Zum Beispiel, dass das süffige Oktoberfestbier früher nur in den traditionellen Steinkrügen, auch "Keferloher" genannt, ausgeschenkt wurde. Erst im Jahr 1955 wurde das "Isarseidl" aus Glas eingeführt - angeblich weil sich die glatte Oberfläche leichter reinigen lässt. Den Wiesn-Gästen scheint es egal zu sein, aus welchem Gefäß sie trinken. Hauptsache, das Bier fließt. Prost!

mb

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