Erstmals seit Jahrzehnten neues Zelt

Es geht los! Der Wiesn-Aufbau beginnt

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Balken für Balken werden die Festzelte auf der Theresienweise aufgebaut.

München - Sattelschlepper bringen Container, Kräne ragen in den Himmel: Der Aufbau des Oktoberfests beginnt - ein riesiges Projekt. Mit Spannung erwartet: das erste neue Festzelt seit Jahrzehnten.

Mitten im Sommer rüstet sich München für das Oktoberfest. Auf der Theresienwiese beginnen die Wiesnwirte an diesem Montag mit dem Aufbau ihrer Bierzelte. Das Festgelände wird dann bis zum Herbst zur Großbaustelle. Der Aufwand für die 16 Festtage vom 20. September bis zum 5. Oktober ist gigantisch. Allein der Auf- und Abbau eines Zeltes sollen um die eine Million Euro kosten.

Erstmals seit Jahrzehnten wird es dieses Jahr eine völlig neue Bierburg mit neuem Namen geben: Das Promi-Zelt „Hippodrom“ von Ex-Wiesnwirt Sepp Krätz verschwindet nach dessen Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Stattdessen entsteht an dem Platz das „Marstall“ der Wirtsleute Siegfried und Sabine Able.

Mit Spannung wird erwartet, wie das neue „Marstall“ aussehen wird, dessen Teile in kürzester Zeit erstellt werden mussten - erst im Frühjahr hatte Able den Zuschlag erhalten. Das Konzept soll nicht so weit von dem des „Hippodroms“ entfernt sein, in dem die Gäste in der Anfangszeit nach 1900 zur Unterhaltung im Kreis reiten konnten. Ende Juli sollen die Wände stehen - dann will Siegfried Able Details bekanntgeben. Nur so viel gibt er jetzt preis: Es wird sehr hell und hat an der Fassade große Fenster in Herzform. „Farbe und Innengestaltung obliegen meiner Frau.“

Den letzten Wechsel bei den 14 großen Wiesn-Bierzelten - jenseits von Ausscheiden aus Altersgründen - gab es 1995. Damals hatte Krätz das „Hippodrom“ übernommen. Ein völlig neues Zelt gab es zuletzt 1984 mit dem Weinzelt, in dem gern die Prominenz feiert.

Mit der Kommunalwahl im März hat die Leitung des größten Volksfestes der Welt gewechselt. Der bisherige Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Dieter Reiter (SPD) ist Oberbürgermeister geworden. Er wird am 20. September das erste Fass Bier anzapfen. Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) ist sein Nachfolger im Wirtschaftsreferat und damit auch Wiesnchef. Schmid war in der Kommunalwahl gegen Reiter angetreten, hatte aber das Rennen um den Chefsessel im Münchner Rathaus verloren. Die Wiesn-Maß überschreitet in diesem Jahr erstmals die 10-Euro-Grenze, sie wird bis zu 10,10 Euro kosten.

dpa

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