Konkurrenz für Münchner Taxis

Uber den Wolken: Fragwürdige Fahrdienste auf der Wiesn 

+
Konkurrenz aus Amerika: Der Fahrdienst Uber drängt auf den deutschen Taximarkt.

München - Während der Wiesn buhlen nicht nur offizielle Taxis um Gäste, auch illegale Fahrdienste wollen ein Stück vom Kuchen abhaben.

Die Wiesn steht vor der Tür, und nicht nur auf der Festwiese, sondern auch um sie herum winkt das große Geschäft. Taxler schieben in diesen Tagen lange Schichten. Die guten Verdienstchancen locken auch Fahrdienste in die Stadt, die illegal sind oder sich in einer Grauzone bewegen, so etwa den amerikanischen Vermittler Uber.

Rund 3400 Taxis sind laut Franz Kuhle, Geschäftsführer der Genossenschaft Taxi München, im Stadtgebiet registriert. Gleichzeitig im Einsatz sind für gewöhnlich 1800 Autos. Weil sich zur Wiesn-Zeit jedoch weitaus mehr Menschen als üblich in der Stadt tummeln, werden die Kapazitäten der Taxi München eG und anderer Taxi-Unternehmer voll ausgeschöpft.

Doch nicht nur die gelben Autos mit Leuchtschild warten auf die Gäste. „Wenn man sich mal nachts an der Wiesn umschaut, sieht man überall illegale Fahrer. Neben Taxis aus anderen Städten fangen selbst Handwerker mit ihren Wagen die Gäste ab“, erzählt Kuhle. Dabei dürfen laut Gesetz keine Fahrer aus anderen Kommunen Gäste innerhalb Münchens aufnehmen, lediglich zum Ziel bringen sei erlaubt. Doch Kuhle sieht regelmäßig unbefugte Taxler rund um die Wiesn warten. „Da stehen welche aus Rosenheim oder Garmisch-Partenkirchen – frei nach dem Motto: Hier gibt’s das große Geld und ich will auch einen Teil haben.“

Viele Fahrgäste würden dabei das Kennzeichen von außerorts gar nicht bemerken und unwissend in ein Taxi aus einer anderen Stadt einsteigen. „Die Fahrer von außerorts haben aber andere Tarife, und die Fahrgäste können nicht von den üblichen Preisen ausgehen“, erklärt Kuhle. Daher kann für die Fahrgäste ein Nachteil entstehen. Den heimischen Taxlern geht für gewöhnlich kaum Geld verloren, rund um die Wiesn warten genügend Menschen auf ein Taxi. Dass andere Fahrer und Privatanbieter Profit machen wollen, kritisiert Kuhle dennoch aus einem bestimmten Grund: „Nur weil es regelmäßig passiert, kann es nicht als legal angesehen werden.“

Auf den Münchner Straßen kämpfen heimische Taxi-Unternehmen regelmäßig gegen illegale Fahrdienste. Gegen den amerikanischen Fahrdienst-Vermittler Uber und seine Fahrer laufen bereits Bußgeldverfahren wegen fehlender Lizenzen. Das Unternehmen bietet verschiedene Fahrdienste an – von der teuren Limousine bis zur preiswerten Fahrt im Kleinwagen ist alles dabei. Da die Preise niedriger sind, ist Uber eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Münchner Taxifahrer. Zur Wiesnzeit haben die Münchner Fahrer aber einen entscheidenden Heimvorteil. „Die Taxis haben extra Standplätze an der Wiesn, da dürfen Uber-Fahrer nicht hin“, erklärt Daniela Schlegel vom Kreisverwaltungsreferat. Während der Wiesn sollen auch verstärkt Fahrzeugkontrollen durchgeführt werden, bei denen die Genehmigung zur Personenbeförderung geprüft wird. Dadurch soll illegalen Fahrern das Handwerk gelegt werden.

So lange sich jedoch zur Wiesn-Zeit Schlangen an den Taxiständen bilden, werden auch weiterhin private Fahrer oder Taxis von außerorts das große Geld wittern. Wer ein Taxi nach dem Wiesn-Besuch benötigt, für den hat Kuhle einen Tipp. „Je weiter weg von der Wiesn, umso eher erwischt man ein Taxi.“

plz

Auch interessant:

Lesen Sie auch:

Able darf nun doch in den Klub der Wiesnwirte

Able darf nun doch in den Klub der Wiesnwirte

Able darf nun doch in den Klub der Wiesnwirte
CSU im Stadtrat beantragt: U4 zur Wiesn auch bis Laimer Platz

CSU im Stadtrat beantragt: U4 zur Wiesn auch bis Laimer Platz

CSU im Stadtrat beantragt: U4 zur Wiesn auch bis Laimer Platz

Oktoberfest-Plakat: Das Publikum darf mitbestimmen

Oktoberfest-Plakat: Das Publikum darf mitbestimmen
Oktoberfest-Plakat-Wettbewerb: Jetzt mitmachen

Oktoberfest-Plakat-Wettbewerb: Jetzt mitmachen

Oktoberfest-Plakat-Wettbewerb: Jetzt mitmachen

Kommentare