Kinderwagen, Wickeltasche, Familientag

Tipps für alle Eltern, die mit Kindern auf die Wiesn gehen

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Mmmmh, Zuckerwatte und Lebkuchenherzen. Herrlich. 

München - An welchen Tagen ist der Wiesn-Besuch mit Kindern am günstigsten? Darf der Kinderwagen mit? Und die Wickeltasche? Mit diesen Tipps wird das Oktoberfest ein schönes Erlebnis für Familien. 

Der Familienausflug auf das Oktoberfest ist ein Abenteuer für Kinder und Erwachsene. Fahrgeschäfte wie das Riesenrad und das Kettenkarussell, Imbissbuden und die Zelte - man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Damit Sie großen Spaß erleben, der Wiesn-Besuch mit der Familie stressfrei und erschwinglich bleibt und Sie Ihren Kinderwagen mit auf die Festwiese nehmen können, haben wir für Sie alle relevanten Informationen gesammelt. Denn: Auch wenn bei einem Besuch das Vergnügen im Mittelpunkt steht, das Stadtjugendamt hat einig Tipps, Hinweise und Regeln für Eltern von kleinen Kindern, aber auch Jugendlichen. 

Das müssen Sie über Kinderwagen, Rucksäcke und Wickeltaschen wissen

Das Wiesn-Zelte-Barometer zeigt, wann es auf dem Oktoberfest voll ist.

Familien, die das Oktoberfest mit dem Kinderwagen besuchen wollen, sollten unter der Woche oder sonntags das Festgelände besuchen, denn das Kinderwagenverbot wurde heuer ausgeweitet: Aus Platz- und Sicherheitsgründen sind samstags und am Feiertag "Tag der deutschen Einheit", 3. Oktober, Buggy und Co. auf der Wiesn ganztags verboten. Sonntag bis Freitag müssen Kinderwagen ab 18 Uhr die Theresienwiese verlassen. Achtung: Eltern müssen damit rechnen, dass auch der Kinderwagen beim Eingang kontrolliert wird.

Bitte denken Sie daran, dass das Rucksack- und Taschenverbot in auf dem Oktoberfest 2016 auch für Kinder gilt! Gepäck, das mehr Fassungsvermögen als drei Liter hat, muss leider draußen bleiben. Dafür gibt es Gepäckaufbewahrungsstationen rund um das Festgelände.

Eltern, die eine Wickeltasche aufs Oktoberfest 2016 mitnehmen wollen, können erleichtert sein: Für diese großen Taschen gilt eine Ausnahmeregel. Die Wickeltaschen werden zwar auch bei der Kontrolle durchgeschaut, Eltern bekommen aber eine Banderole, auf der die Ausnahmegenehmigung vermerkt ist.   

Für einen gemütlichen Bummel über die Theresienwiese sollte einer der ruhigeren Tage unter der Woche gewählt werden. Dann ist auch mit kürzeren Wartezeiten an den Eingangskontrollen zu rechnen. Am Wochenende sind der Vormittag sowie der frühe Nachmittag für einen Besuch mit Kindern zu empfehlen.

"Günstige Wiesn": Dienstag ist Familien-Tag

Wer Geld sparen möchte, der sollte amDienstag, 19. oder 26. September, auf die Wiesn gehen, dann ist Familien-Tag. Unter dem Motto "Günstige Wiesn" gibt es an diesen zwei Tagen bis 18 Uhr ermäßigte Fahr-, Eintritts- und Imbisspreise.

Zusätzlich besteht unter der Woche, von Montag bis Freitag, das familienfreundliche Angebot der "Mittagswiesn". Von 10 bis 15 Uhr gelten bei Geschäften mit dem "Mittagswiesn"-Plakat ermäßigte Preise.

Das Familien-Platzl: Ein kinderfreundlicher Biergarten mit Kinderwagengarage, Wickeltisch und Musik.

Auf dem Oktoberfest ist immer etwas geboten. Für Familien, die Rast machen wollen oder einen Wickeltisch benötigen, gibt es das Familien-Platzl.

Es liegt leicht abseits des Trubels, in der Straße 3 Ost. Ein Biergarten ist Holzboden ausgelegt und daher barrierefrei und für den Kinderwagen geeignet. Für Familien-Besucher mit Buggy, gibt es eigens eine Kinderwagengarage. Darüber hinaus darf in dem Biergarten Essen selbst mitgebracht werden, nur die Getränke sind zu kaufen. Auch steht ein Wickeltisch und eine Mikrowelle, zum aufwärmen von Speisen, zur Verfügung.

Zudem ist für Musik gesorgt - durch eine besondere Attraktion. Ein Orchestrion aus den 1950er Jahren.

Angrenzend an das Familien-Platzl können die Kinder unter anderem Pfeil- und Büchsenwerfen sowie mit der Märcheneisenbahn fahren. Für die jüngsten Besucher ist auch ein Babyflug geboten. 

Was tun, wenn das Kind verloren geht?

Kinder, die ihre Eltern nicht mehr finden, sollen am besten Schausteller, Zeltpersonal, Ordnungsdienste oder die Polizei ansprechen. Sie werden dann zur Jugendschutz- und Kinderfundstelle gebracht. Ein Tipp: Mit dem Kind einen Treffpunkt vereinbaren, falls man sich verlieren sollte. Völlig ungeeignet dafür sind die Bavaria, das Riesenrad oder der Haupteingang. Dort herrscht stets ein unübersichtliches Gedränge. Geeignet als Treffpunkt sind zum Beispiel die Jugendschutz- und Kinderfundstelle im Servicezentrum oder auch die sogenannten Wiesn-Treffpunkte. Es empfiehlt sich, am Anfang des Wiesnbummels gemeinsam dorthin zu gehen, um sich die Treffpunkte einzuprägen. Außerdem sollte ein eingeschaltetes Mobilfunkgerät mitgeführt werden, damit eine rasche Kontaktaufnahme zu den Begleitpersonen möglich ist. Sehr bewährt hat sich, den Kindern einen Zettel mit Telefonnummern, unter denen die Eltern beziehungsweise Angehörige sicher erreichbar sind, mitzugeben beziehungsweise die Mobilfunk-Nummer auf den Arm des Kindes zu schreiben.

Wickeln und Stillen - hier gibt es Rückzugsorte

Auch in diesem Jahr gibt es einen besonderen Service für Eltern von Kleinkindern: Abseits vom Wiesn-Trubel bietet auch die Kinderfundstelle im Servicezentrum (Eingang „Festleitung” hinter dem Schottenhamel-Zelt) tagsüber zusätzlich einen Wickeltisch, um die Kleinen ohne Stress wieder frisch für die Wiesn zu machen. Eine Stillecke für Mütter, die in entspannter Atmosphäre ihre Babys stillen wollen. Eine Mikrowelle, um Milch oder Babygläschen aufzuwärmen und ein Kinderbett für erschöpfte kleine Wiesn-Besucher.

Von 17 bis 22.30 Uhr sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtjugendamtes/Jugendschutz für die Eltern und ihre Kinder da. Sollte ein Kind verloren gegangen sein, kann in der Jugendschutz- und Kinderfundstelle (Telefon 2 33-82 82 1 oder Jugendschutz-Stelle 2 33-82 82 0) nachgefragt werden, ob es sich dort befindet oder dies dort melden.

Wiesn-Plan: Orientierung auf der Festwiese

Das Festgelände wirkt oft sehr unübersichtlich. Der Wiesn-Plan mit allen Ausgängen hilft, sich im Vorfeld eine Übersicht über die Theresisenwiese zu verschaffen. Kurz vor dem Oktoberfest veröffentlicht das Servicezentrum einen detaillierten Plan mit allen Fahrgeschäften und Anlaufstellen für das Detektiv-Spiel "Schau genau" sowie Toiletten und anderen wichtigen Punkten.

Wann Kinder in die Festzelte dürfen

Kinder unter sechs Jahren dürfen in Begleitung Erwachsener zur Brotzeit ins Bierzelt. Viele bieten ein Kindermenü an. Jedoch müssen die Erziehungsberechtigen darauf achten, dass sich Kinder unter sechs Jahren - unabhängig von der Begleitung - nach 20 Uhr nicht mehr in Bierzelten aufhalten dürfen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen sich nach 20 Uhr nur noch in Begleitung eines Erziehungsberechtigen auf der Festwiese aufhalten.

Was der Jugendschutz sonst noch vorsieht

Hinsichtlich des Jugendschutz-Gesetzes (JuSchG) sowie der Oktoberfest-Verordnung gelten auf der Wiesn folgende Regeln:

- Der Besuch eines Bierzeltes ist Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nur in Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person gestattet.

- Kindern unter sechs Jahren ist der Aufenthalt in Bierzelten ab 20 Uhr – auch in Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person – untersagt.

- Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ist der Aufenthalt auf der gesamten Festwiese nach 20 Uhr nur in Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person gestattet.

- Das Mitbringen von Glasflaschen auf das Festgelände ist nicht gestattet.

- Der Ausschank von Alkohol an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist nicht erlaubt. Ebenso ist ihnen der Konsum nicht zu gestatten.

- Ab 16 Jahren ist der Konsum von Bier, Wein und Sekt gestattet.

- Der Ausschank von branntweinhaltigen Getränken (Schnaps, Cocktails, Wodka, usw.) an Jugendliche unter 18 Jahren ist nicht erlaubt. Ebenso ist der Konsum nicht zu gestatten.

- Ausschank und Verkauf von Alcopops sind auf der Wiesn generell verboten.

- An Jugendliche unter 18 Jahren dürfen keine Tabakwaren verkauft werden. Auch das Rauchen in der Öffentlichkeit ist Jugendlichen untersagt.

Oktoberfest macht Schule: Kostenlose Wiesn-Führungen für Schulklassen

Neben dem Ausflug mit der Familie, können die Kinder auch mit ihrer Schulklasse das Oktoberfest besuchen. Dafür bietet die Stadt München für Schulklassen ab der dritten Klasse kostenlose Führungen über die Wiesn an. Neben Drittklässlern werden auch kostenlose Wiesn-Führungen für Vorschulkinder von der Stadt angeboten. Dabei wird den jungen Besuchern die Geschichte des Oktoberfestes nahe gebracht und einige ausgewählte historische Fahrgeschäfte beispielhaft vorgestellt.

Sicherheit für Mädchen und Frauen

Ebenfalls steht im Service-Zentrum wieder die Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ zur Verfügung, um in Not geratene Frauen und Mädchen zu unterstützen. Die Aktion von AMYNA e.V., IMMA e.V. und dem Frauennotruf setzt sich für den Schutz von Mädchen und Frauen auf der Wiesn ein. Neben der Hilfe für Besucherinnen vor Ort sensibilisiert die „Sichere Wiesn“ seit 15 Jahren die Stadtgesellschaft und setzt ein klares Zeichen gegen die Verharmlosung und Bagatellisierung von sexueller Gewalt. 

Mädchen und Frauen finden den Security Point im Servicezentrum auf der Theresienwiese (Eingang „Rotes Kreuz“). Geöffnet hat die Anlaufstelle an allen Wiesntagen von 18 bis 1 Uhr (samstags bereits ab 15 Uhr). Im Umfeld der Theresienwiese sind an Freitagen und Samstagen jeweils Condrobs-Streetworkerinnen und Streetworker unterwegs. Sonst auf der „Partymeile“ eingesetzt, stehen sie hier vor Ort den jungen Wiesngästen mit Präventions- und Unterstützungsangeboten zur Seite. 

Ergänzend dazu sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektes „WiesnGentleman“ von Condrobs täglich von 15 bis 19 Uhr am „Partymeilenbus“ präsent. Sie sprechen vor allem männliche Wiesn-Gäste an, die persönlichen Grenzen anderer Gäste zu respektieren und sich für ein friedliches Fest stark zu machen.

So schön ist das Oktoberfest von oben

FG/ja/sah

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