Eltern verloren: Bub (6) findet mit der S-Bahn heim

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Erstklässler Juan Pablo ging auf der Wiesn verloren und fuhr alleine mit der S-Bahn nach Germering.

München - Gerade mal sechs Jahre alt und schon so pfiffig: Der kleine Juan Pablo hat am Wochenende seine Eltern auf der Oidn Wiesn versloren. Der Erstklässler behielt aber einen klaren Kopf und machte sich kurzerhand allein auf den Heimweg!

Dass er ein pfiffiger Kerl ist, hat der kleine Juan Pablo bewiesen. Als der sechsjährige Bub am letzten Wiesn-Samstag in den Menschenmassen auf dem Oktoberfest seine Familie verlor, fuhr er alleine mit der S-Bahn heim. Acht Stationen von der Hackerbrücke nach Harthaus bei Germering. Und das, obwohl der Erstklässler noch gar nicht lesen kann. „Wir sind ganz baff, dass er das geschafft hat“, freut sich seine Mutter Bettina S. (44).

Bilder von der Oidn Wiesn

So schön ist es auf der Oidn Wiesn

Verloren gegangen war Juan Pablo gegen 16 Uhr auf der Oidn Wiesn. Dort war er mit seiner älteren Schwester Anahi (9) und Tante Josefine (48) im Karussell „Fahrt ins Paradies“ vom 1939 im Kreis herumgesaust — und war total fasziniert von der Technik der nostalgischen Bahn. Also schaute er sie sich von hinten an. Und verlor Schwester und Tante. Die riefen die Eltern des Buben an, und die ganze Großfamilie startete sofort eine Suchaktion. Vergeblich.

Juan Pablo marschierte sofort, als er merkte, dass er verloren gegangen war, zur Münchner Wellenrutsche, dem nächsten Treffpunkt. Aber da war niemand, den er kannte. Juan Pablo schossen die Tränen in die Augen. Aber er weinte nur kurz. Dann beschloss er, alleine heim zu fahren. Zuerst lief er zur U-Bahn Theresienwiese, fand sich da aber nicht zurecht. Also ging zurück zur Wiesn, und von dort zur Hackerbrücke. „Dabei ist er den Weg höchstens zweimal gelaufen“, staunt seine Mutter.

Unten am Bahngleis die nächste Herausforderung: Welches ist der richtige Zug? Juan Pablo überlegte. Dass er Richtung Germering muss, wusste er — mehr aber nicht. Also fragte er einen Mann. „Ich hab ihn mir davor genau angeschaut, ob er nett ist oder böse, und er war nett“, erzählt Juan Pablo. Der Bub hatte recht. Der unbekannte Helfer begleitete ihn die ganze Fahrt lang.

Weil sich der Bub nicht an den Namen der richtigen Station erinnerte, sondern nur wusste, wie die aussieht, schauten sie sich alle Bahnhöfe genau an. Als der Bub seinen wiedererkannte, stieg er aus. Halb verdurstet. Zum Glück standen zu Hause leere Wassertragl vor der Türe, und Juan Pablo trank die Reste. Ins Haus hinein konnte er ohne Schlüssel nicht. Da ging er zu einem Freund und rief seine Mutter an. Um 20.30 Uhr, viereinhalb Stunden, nachdem er verloren gegangen war. Zwar hatte ihm seine Mutter ihre Handynummer auf den Arm geschrieben. „Aber das hab ich in der Aufregung vergessen“, gestand der Bub. Zum Glück wusste er sich ja auch so zu helfen.

Susanne Sasse

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