Wiesn: Mit Blumenkübeln gegen Terroristen

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Polizeifahrzeuge werden auch heuer als Sperren vor der Wiesn dienen, weil noch keine Poller installiert wurden.

München - Das Sicherheitskonzept für die Jubiläumswiesn steht: Es bleibt bei den Sperrringen um das Festgelände, die 2009 nach Drohungen im Internet erstmals eingerichtet wurden.

Weil der geplante Einbau von versenkbaren Pollern nicht mehr rechtzeitig vor dem Oktoberfest klappt, sollen in diesem Jahr noch Blumenkübel, Betonteile und Fahrzeuge die Zufahrten versperren. Außerdem werden künftig in Notfällen alle Festzeltbesucher über Lautsprecher von der Feuerwehr informiert.

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Die Planungen des Kreisverwaltungs- und des Wirtschaftsreferats sehen vor, dass es erneut drei Sperrringe um die Theresienwiese geben wird. Der Stadtrat muss dem Konzept allerdings noch zustimmen. Der innerste Ring soll wieder unmittelbar am Rand der Theresienwiese aufgebaut werden. Dort werden ab 2011 versenkbare Poller verhindern, dass Terroristen mit einer Autobombe auf die Wiesn fahren könnten. Bis es soweit ist, werden Betonsperren und schwere Blumenkübel die Zufahrten so eng wie möglich machen. Da es sich gleichzeitig um Rettungswege handelt, können sie nicht vollständig blockiert werden. Die Stadtverwaltung hat ein Ingenieurbüro beauftragt, nach technischen Lösungen zu suchen, wie im Fall eines terroristischen Angriffs auch die Rettungswege innerhalb von maximal 30 Sekunden versperrt werden können. Sollte keine technische Möglichkeit gefunden werden, müsse man wieder auf schwere Fahrzeuge als mobile Sperren setzen – auch wenn das martialisch aussehe.

Bavariaring und Theresienhöhe bleiben wie 2009 für den Verkehr gesperrt. Taxis und Rikschas dürfen dort weder fahren noch auf Kundschaft warten, auch Parkplätze für Reisebusse fehlen. Die freien Straßen würden im Notfall als Flächen für die Versorgung von Verletzten benötigt. Nur direkte Anlieger dürfen mit Sonderausweisen einfahren.

Zum dritten Ring gehören die Straßen, die auf den Bavariaring und die Theresienhöhe führen. Sie werden während der Wiesn zu Sackgassen, die nur Anlieger befahren dürfen. An den Enden werden mobile Schranken angebracht.

Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, plant die Feuerwehr zudem, die Lautsprecheranlage der großen Festzelte an ihr eigenes System anzuschließen. So könnten die Gäste notfalls schnell gewarnt werden.

Philipp Vetter

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