Gastronom äußert ungewöhnliche Idee

„Warum verlagert man die Wiesn nicht vor die Tore der Stadt?“

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Schön und anstrengend: die Wiesn.

Die Wiesn ist für viele Münchner Freud - für andere hingegen Leid. Ein Gastronom hat nun die Idee geäußert, das Oktoberfest einfach vor die Tore der Stadt zu verlagern.

München - Die Wiesn 2017 ist vorbei. Und auch heuer war das Oktoberfest wieder einerseits schee - und andererseits für viele Münchner eine große Belastung. Zuallererst für die Anwohner, die sich mit Menschenmassen, Wildbieslern und Besoffenen in ihrem Vorgarten herumschlagen müssen. Aber auch dem „normalen“ Münchner, der fernab der Theresienwiese wohnt, macht die volle Stadt zu schaffen. Oder haben Sie schon mal versucht, am späten Abend als Nicht-Wiesn-Besucher einfach die U4 oder U5 Richtung Ostbahnhof zu nehmen? Oder einen der Busse, die die Wiesn streifen?

Ein Münchner Gastronom hat nun eine ungewöhnliche Idee geäußert: die Wiesn aus dem Herzen Münchens vor die Tore der Stadt zu verlegen!

Der Vorschlag kommt von Benjamin David. Er ist Gründer und Sprecher der Urbanauten, die den Kulturstrand betreiben. Zudem eröffnete er heuer mit einem Partner den After-Wiesn-Club NXWS. Und dass er für ungewöhnliche Einfälle steht, zeigen die Schlagzeilen, die David machte, indem er in diesem Sommer regelmäßig zur Arbeit schwamm.

„Für die Bevölkerung ist die Wiesn ein Riesenstress“

Kultur-Macher und Querdenker: Benjamin David.

Im Interview mit jetzt.de äußerte David schon vor einigen Tagen seine Gedanken. „Die eigentliche Frage ist doch: Wo führt denn das ganze Wiesntrara hin?“, beginnt er und führt dann aus: „Man könnte es auch wie Barcelona machen, die hatten die ‘Feria‘, ein Riesenvolksfest. Vor 15, 20 Jahren war das noch in der Stadt. Jetzt wurde es vor die Tore der Stadt verlagert. Da, wo das Volksfest vorher war, wurden Wohnungen gebaut. Warum wird sowas in München nicht gemacht? Für die Bewohner der umliegenden Viertel ist die Wiesn ein Riesenstress. Auch für den Rest der Bevölkerung.“

David erntet allerdings prompt Widerspruch - er saß im Interview nämlich nicht alleine am Tisch. David Süß, Betreiber des Techno-Clubs Harry Klein, kontert: „Horror! Da muss ich sofort widersprechen!“ Süß sagt: „Eine Stadt lebt davon, dass verschiedene Sachen auf einmal passieren. Die extremen Besucherzahlen der Wiesn bringen natürlich Nachteile. Aber ganz ehrlich: Es sind vierzehn Tage (Anmerkung der Redaktion: Das Oktoberfest 2017 dauerte 18 Tage), die Wiesn ist nun mal da. Die geht vorbei und das kann schon jeder aushalten.“ Süß sagt aber auch: „Natürlich müssen wir schauen: Wie kriegen wir es hin, dass alles verträglicher ist?“ Ein riesiger Platz in der Stadt, der nicht bebaut ist, sei „doch sensationell“. Und es sei verrückt, alles nach außen zu schieben. „Ich muss in einer Stadt gleichzeitig leben und feiern können.“

In dem Interview auf jetzt.de mit einigen führenden Köpfen aus Münchens Nachtleben kommt auch Florian Schönhofer zu Wort. Er sorgte für Aufsehen, weil er das Café Kosmos zum trachtenfreien Raum erklärt hatte (was er bei uns im Gastbeitrag „Ich schäme mich für die Wiesn“ erklärte). „Zuerst haben wir überlegt, die Bar einfach für die zwei Wochen zu schließen. Aber unsere Stammgäste haben uns gesagt, wir sollen das auf keinen Fall machen. Die arbeiten im Viertel, die entkommen dem Trubel sonst überhaupt nicht während der Oktoberfest-Zeit. Auf einmal ist überall Wiesn und wir sind die Oase.“

So wird auch künftig jeder seine eigene Art und Weise finden, mit der Wiesn und dem ganzen Trubel umzugehen. Und zwar mitten in München. Denn dass das Oktoberfest plötzlich von der Theresienwiese wegzieht, ist unwahrscheinlich. Und wohin denn überhaupt? Wäre eine Wiesn auf dem ehemaligen Flughafen in Neubiberg oder anderswo außerhalb der Stadt wirklich denkbar? 

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lin

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