Stephanie Spendler im Portrait

Das sind die Stärken der Wirtin vom Löwenbräuzelt

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Stephanie Spendler.

München - In ihrer Zelte-Serie setzt die tz in diesem Jahr auf Frauenpower: Lesen Sie Portraits der Damen, die in den Zelten das Sagen haben. Diesmal: Stephanie Spendler vom Löwenbräuzelt. 

Sie sind ein eingespieltes Team: Stephanie Spendlers (49) Mann Michael (54) hat seine jetzige Frau schon fürs Abitur abgehört. Kennengelernt haben sie sich aber nicht im Pausenhof, sondern in der Sporthalle. „Wir haben zusammen bei Schwabing Volleyball gespielt.“ 16 Jahre war die Löwenbräuzelt-Wirtin damals alt. Michael war erstmal nur ihr bester Freund, irgendwann wurde daraus mehr. Als Steffi 26 war, heirateten die beiden. 

Mit der Wiesn ist die Wirtin aufgewachsen. Spendler erinnert sich noch an Zeiten, da gab es noch nicht mal einen Holzboden im Zelt. Im Schützenzelt war das damals noch, 1979 bekamen die Eltern Christa (73) und Wiggerl (76) Hagn dann den Zuschlag fürs größere Löwenbräuzelt. Als die Wirtin im Kindergarten war, luden ihre Eltern ihre ganze Gruppe immer zum Würstl-Essen auf die Wiesn ein. 

Im Schulalter besuchte Steffi Spendler Vater Wiggerl im Sommer auf der Wiesn. Er werkelte selbst beim Aufbau mit. Weit hatte sie es nicht: Sie ging in die Stielerschule gleich bei der Theresienwiese. „Wir haben am Bavariaring gewohnt“, erzählt sie. „Nach der Schule bin ich kurz heim, hab unseren Schnauzer Maxi geholt und bin zum Papa zur Zelt-Baustelle gesaust.“ 

Für Unterhaltung war auf dort dann gesorgt. Gleich beim Zelt der Eltern war eine Reitbahn mit Pferden. „Da musste ich nur hingehen und durfte eine Runde reiten.“ Eine Pferdenärrin ist aus Spendler später trotzdem nicht geworden. Zweimal war sie während ihrer Schulzeit Münchner Kindl. Toll sei das gewesen – aber nicht unbedingt der Pferdel wegen, sagt sie. 30 Jahre Wiesn-Jubiläum feiert Steffi Spendler heuer. Mit 19 Jahren hat sie das erste Mal voll im Zelt mitgearbeitet. Die Reservierungen hat Papa Wiggerl ihr damals kurzerhand übertragen. Ein Sprung ins kalte Wasser. „Das ist eine große Stärke von ihm, dass er einen einfach machen lässt.“ Ein Sprung, der geglückt ist: Die Reservierungen sind Spendler bis heute geblieben. Nur dass sie jetzt das ganze Jahr mit der Wiesn beschäftigt ist. „Nur von November bis Januar ist es ruhiger“, erzählt sie. „Sobald wir das Okay von der Stadt bekommen, geht es ab Februar wieder los.“ 

Auch die zweite Dame der Familie Hagn und Spendler ist da freilich mit im Bunde: Steffis Mama Christa. Sie kümmert sich jeden Tag um die Gäste im Zelt, hält der Tochter den Rücken frei. Im Jahr 1999 ließ Wiggerl Hagn die Tochter mit in den Vertrag als Wiesn-Wirtin aufnehmen. Die studierte BWLerin hat ein sehr enges Verhältnis zu ihren Eltern, ist stolz auf die beiden. „Wenn ich mit meinem Vater unterwegs bin, dann sagen alle: Da schau her, der Hagn.“ 

Mit der Bekanntheit des Löwenbräuzeltwirts mit dem weißen Zwirbelbart habe sie sich nie schwergetan. „Ich glaube, das ist als Tochter einfacher als bei einem Sohn, wenn der Vater so eine Persönlichkeit ist.“ Die Familie Hagn und Spendler hält fest zusammen: Mittlerweile arbeiten auch Steffis und Michaels Söhne Johannes (23) und Lukas (21) auf der Wiesn mit. Und wenn der Stress dann nach dem Oktoberfest wieder weniger ist, steht ein Familien-Match an. Auch die Söhne spielen Volleyball. „Mama muss sich mit ihren 1,78 Metern gegen ihre Männer dann sehr anstrengen“, sagt Steffi Spendler und lacht. Denn einen Vorteil haben die Herren der Schöpfung aus dem Hause Spendler: Sie sind alle um die zwei Meter groß.

Das Löwenbräuzelt im Überblick

Wirte: Die Familie Hagn ist seit 1953 auf der Wiesn. Zuerst führte die Familie das Schützenzelt, seit 1979 bewirten Wiggerl Hagn (72) und seine Tochter Steffi Spendler (45) das Löwenbräuzelt.

Offizielle Webseite: Löwenbräu-Festzelt

Reservierungsbüro:

Tel.: 089 / 47 76 77

Fax: 089 / 470 58 48

Noch für den Mittagstisch per Mail an mail@loewenbraeu.de. Infos gibt's hier.

Plätze: Gesamt ca. 8500 Plätze, davon 5800 Plätze innen und 2700 außen.

Preise 2017: Maß Löwenbräu: 10,80 Euro, halbes Hendl: 11,50 Euro, eine ausführliche Preisliste ist noch nicht verfügbar. An den Preisen von 2016 können Sie sich dennoch orientieren: Mittagstisch, drei verschiedene Gerichte, unter anderem Bauerngröstel mit Rinderburststreifen für 9,80 Euro, ein Surhaxerl vom Spanferkel mit Petersilienkartoffeln für 10,50 Euro und die viertel Ente mit Kartoffelknödeln für 11,50 Euro. 

Musik: Samstag und Sonntag von 11 bis 22.30 Uhr und Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr und 16 bis 22.30 Uhr spielen Bert Hansmaiers Heldensteiner.

Regelungen für Raucher: Innerhalb des Zeltes Rauchverbot, im Biergarten darf geraucht werden.

Das ist sonst noch neu: Boxen, Turm, Fassade und Löwen werden renoviert: Das Löwenbräu erstahlt heuer also in neuem Glanz.

Hier können übrige Wiesn-Marken eingelöst werden: Im letzten Jahr konnten übrige Wiesn-Marken noch bis zum 30. November 2016 in der Hirschau München, Gyßlingstr. 15 im Englischen Garten, eingelöst werden.

Oktoberfest: Der große Zelt-Vergleich

Die tz hat außerdem u.a. die Frauen aus dem Stüberl vom Hofbräuzelt, vom Marstall und von Kufflers Weinzelt portraitiert.

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