tz-Wiesn-Serie

Diese Drei haben den Marstall im Griff

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Die Damen heute, von links hoch oben vor dem Marstall: Verena, Sabine und Vanessa.

München - Wir stellen Ihnen die Damen vor, die in den Wiesn-Zelten das Sagen haben. Heute an der Reihe: die drei Marstall-Frauen, die Sigi Able fest im Griff haben.

Verena Able konnte noch nicht über die Theke blicken, da hat sie auf der Wiesn schon gebrannte Mandeln und Schokofrüchte verkauft. Als Verena eineinhalb Jahre alt war, bekamen ihre Eltern als Nachrücker einen Standlplatz beim Vogeljakob. Und Mama Sabine Able (51) steht schon seit Jugendtagen an der Seite von Sigi Able (52). Beide sind im Münchner Norden aufgewachsen und auf die gleiche Schule gegangen. Mit 16 hat’s dann gefunkt. Fünf Jahre später folgt die Hochzeit, zwei Jahre darauf kommt die erste Tochter Verena zur Welt. Sabine Able lernt im Einzelhandel, wird dann Schreinerin. Nebenbei beginnt der Verkauf von Eis und Süßwaren – auch auf der Wiesn. Vor 15 Jahren gründen beide gemeinsam die Firma Able Gastronomie.

„Während der Wiesn ist jeder aus der Familie aufgeräumt“, sagt Sabine Able. Sie ist für das Personal und die Buchhaltung zuständig. Vanessa (25) ist ihre rechte Hand und arbeitet unterm Jahr selbstständig in der Gastronomie, unter anderem im Olympiazentrum und in der Allianz Arena.

Sie hat genauso wie ihre Schwester nach dem Abitur in Innsbruck auf der Hotelfachschule gelernt. Verena Able (28) ist im Reservierungsbüro und die Schnittstelle zwischen Hostessen und Gästen. „Weil ich die Reservierungen das ganze Jahr betreue, ist für mich immer Wiesn“, sagt sie. Eines machen alle Damen zusammen: Sie schmücken das Zelt. „Beim Gestalterischen ist der weibliche Geschmack gefragt“, erklärt Verena Able. „Mein Mann ist farbenblind“, scherzt Sabine Able.

"Am ersten Tag hatten wir Gänsehaut"

Die Frauen sind sich immer einig und überstimmen Sigi Able einfach. Doch die wichtigen Entscheidungen werden ausdiskutiert und gemeinsam getroffen. Mindestens einmal am Tag kommen alle zum Essen zusammen. „Wir frühstücken gemeinsam, und am Abend suchen wir uns im Büro und im Zelt“, sagt Vanessa. Die Schwestern treffen sich oft oben an der Bar, ihrem Lieblingsplatz im Marstall. Oder sie melden sich kurz im Büro ab und rennen rüber zum Rotor. Das Fahrgeschäft, in dem Schwer- gegen Fliehkraft getauscht wird, ist ihr allerliebstes Karussell. Gern gehen sie auch kurz vors Zelt, trinken einen Kaffee und schauen dem Treiben am Oktoberfest-Eingang zu.

An ihren ersten Tag mit dem Marstall erinnern sich alle genau: „Als wir das erste Mal ins volle Zelt gekommen sind, da hatten wir Gänsehaut“, sagt Verena Able. Und dann passiert das Unglück: Im Serverraum ist’s nass geworden – das ganze Computersystem bricht zusammen!

Die Familie improvisiert. Die Biermarken für die Bedienungen werden per Hand geschrieben, auch die Essen gehen so raus. Sabine Able dokumentiert das alles auf einer Liste, um es später in die Kassen einzugeben. „Die Gäste haben davon nichts mitbekommen, aber wir haben geschwitzt“, erinnert sich Sabine Able. Nachdem ihnen das Schlimmste gleich am ersten Wiesntag passiert ist, können die Able-Damen und ihr Sigi jetzt ganz entspannt sein …

Die Wirte-Familie

Sie sind 2014 in den Wiesn-Olymp aufgestiegen: Die Ables machten das Rennen ums Hippodrom von Wirt Sepp Krätz. Der war nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung von der Wiesn geflogen. Das Wirte-Ehepaar Sigi und Sabine Able hatte davor seit dem Jahr 2008 das kleine Wiesn-Zelt Kalbs-Kuchl betrieben. Schon vorher sammelten die Ables mit Softeis und Imbissständen Wiesn-Erfahrung. Auch die Töchter Verena (ganz rechts) und Vanessa (ganz links) helfen heute im Marstall mit.

Das Zelt in Kürze

Bierpreis: 10,60 Euro

Brauerei: Spaten

Halbes Hendl: mit Kartoffelsalat, 14,90 Euro

Schmankerl: Rücken vom Hirschkalb mit Pfifferlingen in Wacholderrahm, ­Haselnussschupfnudeln, Preiselbeeren und Romanesco 28,50 Euro

Günstig essen: Marstall Mittagswiesn täglich bis 17 Uhr (vom klassischen Wiesnhendl bis zum Wildererteller)

Sitzplätze: ca. 3200 innen, im Biergarten knapp 800

Raucher: überdachte Balkonbar, vom Festzelt aus immer betretbar

Musik: Tromposaund (Montag bis Donnerstag 12 bis 14 Uhr), Oberbayern (täglich 14 bis 18 Uhr), Münchner Zwietracht (täglich 18 bis 22.30 Uhr)

Neu: Verschiedene Boxbereiche umgestaltet mit Altholz-Vertäfelung und Alm-Flair, Galerie durch Schmiedeeisen verziert und noch weiter verschönert. Neues Jahresmotiv vom Künstler Maximilian „Marsilius“ Fliessbach auf Seidentuch und Festkrügen des Zeltes

Wiesn-Serie: Die Festzelte auf dem Oktoberfest

In unserer Serie begleiten wir die starken Frauen in den Wiesn-Zelten. Hier waren wir schon:

Leere Wiesn-Zelte: Fotos zeigen Ruhe vor dem Sturm

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