Sicherheit auf der Wiesn

So viele Polizisten wie noch nie schützen heuer das Oktoberfest

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600 Polizisten sind rund um die Wiesn im Einsatz. Allerdings in neuer Montur.

München - 100 Beamte mehr als im Vorjahr sind beim Oktoberfest 2016 im Einsatz, sie werden neue Sicherheitswesten tragen. Auch im Internet ist die Polizei aktiv.

So viele Polizisten wie noch nie werden heuer das Oktoberfest schützen. Das Polizeipräsidium setzt 600 Beamte innerhalb und außerhalb des Festgeländes ein – 100 mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Überwachungskameras steigt von 19 auf 29. Dies teilte Polizeivizepräsident Werner Feiler gestern bei einer Pressekonferenz mit. „Jeder Besucher kann sich sicher fühlen auf der Wiesn“, sagte Feiler. Er betonte, dass sich die Sicherheitslage im Vergleich zu den Vorjahren nicht geändert habe. „Konkrete Gefährdungshinweise liegen uns nicht vor.“ Allerdings gebe es eine „latente Gefahr, mit der wir schon seit vielen Jahren leben“. Das verschärfte Konzept begründete der Polizeivizepräsident mit dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Wiesn-Besucher. Feiler nannte in diesem Zusammenhang den Amoklauf in München sowie die Anschläge von Würzburg und Ansbach.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt heuer erstmals die Mitnahme von Rucksäcken und großen Taschen auf die Theresienwiese verboten. Nur kleine Taschen mit einem Fassungsvolumen von maximal drei Litern sind erlaubt. An den 14 Eingängen auf das Festgelände wird es entsprechende Kontrollen geben. Die Stadt hat dafür 450 Ordner engagiert. Im Verdachtsfall dürfen diese auch Besucher durchsuchen. Die Polizei wird an den Eingängen Präsenz zeigen. Laut Feiler will man die Ordner bei den Einlasskontrollen im Bedarfsfall unterstützen.

Die Polizisten sehen heuer anders aus als in den Jahren zuvor. Erstmals tragen sie über der Uniform eine blaue Weste, die vor Angriffen schützen soll. Die veränderte Optik habe nichts mit einer vermeintlich hohen Gefährdungssituation zu tun, versicherte Feiler. Die Weste sei Teil der neuen Uniform der bayerischen Polizei. Bislang hätten die Beamten die Weste unter der Uniform getragen.

Drei Sperrringe rund um die Wiesn gibt es heuer wieder, Anwohner dürfen in den mittleren Sperrring fahren, der Innere Ring ist Einsatzfahrzeugen und Lieferanten vorbehalten. Die Polizei rät dringend davon ab, mit dem Auto Richtung Wiesn zu fahren. Auch weil verstärkt Alkoholkontrollen stattfinden werden.

Das Referat für Wirtschaft und Arbeit hat in Abstimmung mit der Polizei ein Konzept erarbeitet, in dem diverse Szenarien und die erforderlichen Reaktionen darauf durchgespielt werden. Die Szenarien reichen von Unwetter über den Ausfall des öffentlichen Personennahverkehrs bis hin zu einer Terrorlage. Sollte die Theresienwiese überfüllt sein, sieht das Konzept vier Phasen vor – von der frühzeitigen Information der anreisenden Besucher über die sozialen Netzwerke bis hin zur Schließung der Eingänge. Das Kreisverwaltungsreferat wirbt für die Nutzung der Handy-App Katwarn, die über alle sicherheitsrelevanten Ereignisse informiert.

Für die Polizei ist das Smartphone-Zeitalter eine Herausforderung. In Windeseile lassen sich Falschmeldungen, so genante Hoaxes, über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter verbreiten, die Panik verursachen könnten. Etwa, dass in einem bestimmten Bierzelt eine Bombe explodieren soll. „In den letzten Jahren haben wir das verstärkt erlebt“, sagt Polizeivizepräsident Feiler. Experten des Polizeipräsidiums scannen deshalb während der Wiesn permanent die sozialen Netzwerke, um solche Hoaxes zu finden und als Falschmeldung zu entlarven.

Wer derlei Gerüchte verbreitet, muss mit Strafverfolgung durch die Polizei rechnen. „Da gibt es online auch keine Anonymität. Wir stehen in gutem Kontakt mit Twitter und Facebook“, sagte Polizei-Sprecher Marcus da Gloria Martins. Die Vorfreude bei der Polizei auf die Wiesn ist trotz aller Sicherheitsvorkehrungen groß. Marcus da Gloria Martins: „Wir lassen uns nicht die Stimmung von Schwarzmalern verderben.“

Oktoberfest 2016: Öffnungszeiten, Wiesn im TV und Übersichtsseite

Beim Oktoberfest 2016 gibt es erstmals Eingangskontrollen und ein Rucksackverbot. Was Sie mit aufs Festgelände nehmen dürfen, erfahren Sie hier. Was kostet heuer die Mass Bier und welche Öffnungszeiten hat die Wiesn? Hier beantworten wir Ihnen alles, was Sie zum Oktoberfest wissen müssen. Sie schaffen es selbst nicht aufs größte Volksfest der Welt? Kein Problem: Hier läuft die Wiesn im TV und im Stream. Natürlich gibt es auf der Theresienwiese einige Regeln - hier erklären wir Ihnen, was Sie niemals auf dem Oktoberfest tun sollten. Alle News zur Wiesn finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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