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Oktoberfest 2016: Das müssen Sie über Zaun und Rucksackverbot wissen

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Kein einfaches Durchkommen mehr: Die Karte zeigt, wie Besucher künftig aufs Festgelände gelangen. Der linke schwarze Punkt liegt außerhalb der Umzäunung, weil er einen Lieferanteneingang markiert, der sich an einer Unterführung befindet.

München - Das Oktoberfest 2016 soll durch einen Zaun und ein Rucksackverbot sicherer werden. Alle Infos zu den Eingangskontrollen. Das dürfen Sie auf die Wiesn mitnehmen.

Die Stadt wird die Sicherheitsvorkehrungen für das Oktoberfest 2016 drastisch verschärfen. Das Festgelände wird komplett abgeriegelt, Rucksäcke und schwere Taschen sind verboten. An den Eingängen sollen stichprobenartige Personenkontrollen mit Metalldetektoren durchgeführt werden. Bis zu 450 städtische Ordner sollen die Besucher schützen. Die Angst soll draußen bleiben.

Genau einen Monat vor Beginn des Oktoberfests haben Bürgermeister Josef Schmid (CSU) und Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) am Mittwoch das neue Sicherheitskonzept für die Wiesn vorgestellt. Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä hatte bereits am Dienstag einen Zaun als „logische Konsequenz“ eines sinnvollen Sicherheitskonzepts bezeichnet.

Besucher müssen heuer wesentlich mehr Zeit einplanen für den Weg auf die Theresienwiese, denn es wird an allen Eingängen Kontrollen geben. Wir erklären Ihnen, was Sie beachten müssen und was Sie zu Ihrem Wiesnbesuch mitnehmen dürfen.

Oktoberfest 2016: Wo verläuft der Zaun?

Der Zugang auf die Theresienwiese ist künftig nur noch über einen der 15 Eingänge möglich. Die letzte offene Flanke oberhalb der „Kotzhügel“ genannten Hangkante an der Theresienhöhe wird geschlossen. Dort wird ein 350 Meter langer, so genannter Secu-Fence-Zaun errichtet. Dieser soll verhindern, dass Menschen unkontrolliert aufs Gelände gelangen. Im Falle einer Panik lassen sich die neun installierten Zaun-Elemente innerhalb von 50 Sekunden aufrollen, um so die Flucht der Besucher zu ermöglichen. 27 Ordner werden dauerhaft am Zaun stehen und diesen bei Bedarf öffnen.

Interaktive Karte: So verläuft der Zaun um das Oktoberfest:

Ein Großteil des Geländes ist schon seit Jahren umzäunt. Dennoch sorgte das Thema Wiesn-Zaun heuer für einiges an Gesprächsstoff. Der Stadtrat hatte die Errichtung eines Zauns Anfang Juli noch abgelehnt. Die Anschläge von Ansbach und Würzburg und der Amoklauf in München führten jedoch zu einem Umdenken. KVR-Chef Thomas Böhle zufolge hat die Stadt der "erhöhten abstrakten Gefährdungslage" Rechnung tragen müssen.

Oktoberfest 2016: Was bedeutet das Rucksackverbot?

Rucksäcke und große Taschen sind künftig generell verboten. Aber wie groß dürfen die Taschen für das Oktoberfest 2016 maximal sein? Mitgenommen werden dürfen nur Taschen, die kleiner als 10x15x20 cm sind und damit ein maximales Fassungsvermögen von drei Litern haben. Wem nachmessen zu umständlich ist, kann sich an die Faustregel von Josef Schmid halten: Wenn drei Päckchen Milch in die Tasche passen, ist sie zu groß. Dazu Schmid: "Am schnellsten sind Sie ohne Tasche."

Wer trotzdem Gepäck dabei hat, kann dieses außerhalb der Wiesn an Aufbewahrungsstellen abgeben. Insgesamt neun solche Stationen soll es am Haupteingang, am U-Bahnausgang, an der Bavaria sowie an der Matthias-Pschorr-Straße geben. Wer sein Gepäck aufgibt muss fünf Euro dafür zahlen.

Ausnahmen bestehen lediglich für die Mitnahme von wichtigen Medikamenten. Auch die Wiesnbeschäftigten dürfen sich zum Beispiel Wechselkleidung mitnehmen: Ihre Taschen werden an einem seperaten Eingang genau kontrolliert und anschließend gut sichtbar mit einem Bändchen als zulässiges Gepäck gekennzeichnet. Sportschützen dürfen ihre Ausrüstung nach einer Kontrolle ebenfalls mitnehmen.

Schöne Dirndl-Taschen, die auch heuer mit auf die Festwiese genommen werden dürfen, zeigen wir ihnen hier.

Oktoberfest 2016: Welche Gegenstände dürfen nicht mitgenommen werden?

Nicht mitgenommen werden dürfen Glasflaschen, Gassprühdosen mit schädlichem Inhalt, ätzenden oder färbenden Substanzen und Gegenstände, die als Hieb-, Stoß- oder Stichwaffen verwendet werden können. Diese Regelung galt auf dem Oktoberfest allerdings schon in den vergangenen Jahren.

Oktoberfest 2016: Wie verlaufen die Eingangskontrollen?

Bis zu 450 städtische Ordner werden künftig an den 13 öffentlichen Eingängen Kontrollen durchführen. Die Stadt räumt ein, dass mit Wartezeiten zu rechnen sein wird. Wie lange die sind, hängt vom Andrang ab. Dazu kann man sich zum Beispiel am Wiesn-Barometer orientieren.

Personenkontrollen sollen nur stichprobenartig stattfinden. Jeden einzelnen Gast zu überprüfen, sei nicht durchführbar, sagt Böhle. Im Verdachtsfall dürfen Ordner auch Leibesvisitationen durchführen. An jedem Eingang gibt es Metalldetektoren, um verdächtige Besucher zu kontrollieren. Auch die Polizei wird an den Eingängen präsent sein. Sie kontrolliert außerdem den Bereich rund um die Theresienwiese.

Oktoberfest 2016: Komme ich vom U-Bahnhof Theresienwiese aus auf das Festgelände?

Wer an der U-Bahnhaltestelle Theresienwiese aussteigt, kommt nicht mehr direkt aufs Festgelände. Stattdessen werden die Gäste von Ordnern auf den Bavariaring umgeleitet. Von dort müssen sie einen der anderen Eingänge ansteuern und die Eingangskontrolle passieren. 

Wiesn-Chef Josef Schmid appelliert an die Besucher, vom Hauptbahnhof zu Fuß zur Festwiese zu laufenEbenfalls in Laufweite befinden sich die U-Bahn-Stationen Schwanthalerhöhe (U4/U5), Goetheplatz (U3/U6) sowie die S-Bahn Station Hackerbrücke. 

Oktoberfest 2016: Was passiert bei Überfüllung?

Bei der Wiesn 2016 will die Stadt bei Überfüllung das Gelände gegen weiteren Andrang abriegeln können. Mit Hilfe des Zauns und den heuer 450 Ordnern soll dies möglich sein. Die Stadt hat zudem einen Phasenplan ausgearbeitet, der bei zu großem Andrang in Kraft tritt. Zunächst mit Warnungen über soziale Medien und das Radio, die Wiesn zu meiden. Im schlimmsten Fall sieht der Plan die komplette Abriegelung des Geländes vor.

Oktoberfest 2016: Wie komme ich auf die Wiesn, wenn ich eine Reservierung habe?

Gäste mit Reservierung in einem Bierzelt gelangen auch auf das Gelände, wenn die Eingänge wegen Überfüllung geschlossen sind. Dazu haben die Zelte extra Bändchen ausgegeben. An zwei separaten Eingängen, einer unterhalb der Bavaria, einer im Osten an der Einmündung der Beethovenstraße in den Bavariaring, ist der Zugang für die Reservierungsgäste mit Bändchen möglich. Ohne Reservierung ist dort kein Einlass.

Oktoberfest 2016: Darf ich einen Kinderwagen mitnehmen?

Die Regelungen für Kinderwägen wurden nicht geändert. "Das Oktoberfest soll ein Familienfest bleiben", so Thomas Böhle. Nach wie vor gilt: Kinderwägen dürfen nur von Sonntag bis Freitag  bis 18 Uhr mit auf das Festgelände genommen werden. Am Wochenende sowie am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und abends (nach 18 Uhr) sind Kinderwägen verboten.

Oktoberfest 2016: Das sagt die Stadt

„Wir lassen uns nicht die Freude am Feiern nehmen, gleichzeitig müssen wir wachsam sein“, sagt Wiesn-Chef Josef Schmid. Das Oktoberfest 2016 werde keine „Hochsicherheitswiesn“. Die Stadt wolle die Besucher bestmöglich schützen und gleichzeitig den Charakter des Festes bewahren, betonte Schmid. „Gemeinsames Ziel war es, in dieser neuen Situation die Sicherheit auf dem Oktoberfest zu erhöhen“, sagt KVR-Chef Böhle. Aber: „Absolute Sicherheit gibt es auf dieser Welt leider nicht.“

Oktoberfest 2016: Das sagen die Wirte

„Das Konzept ist richtig und ausgewogen“, so beurteilt Toni Roiderer die Planungen. Der Sprecher der Wiesn-Wirte glaubt nicht, dass die Gemütlichkeit unter den Kontrollen leiden wird. „Wenn die Menschen erst im Bierzelt sitzen, ist die Wartezeit am Einlass vergessen.“ Sicherheit ohne Kontrollen sei nicht möglich, sagt der Wirt des Hacker-Zelts. „Das ist am Flughafen auch nicht anders.“

Ein Verbot von Rucksäcken begrüßt Roiderer ebenfalls. Im Hackerzelt und den meisten anderen Zelten sei es seit Jahren üblich, dass größere Taschen durchsucht würden. „Wir werden uns die Lebensfreude nicht vermiesen lassen“, sagt der Sprecher der Wiesn-Wirte.

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