Dem Scharfrichter geht's an den Kragen

Hier köpft der tz-Reporter den Henker vom Schichtl

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Gleich fällt das Beil: Ringo (73), der Henker vom Schichtl, wird von tz-Reporter Johannes Heininger geköpft.

München - Ringo ist der blutrünstige Henker vom Schichtl. 15.000 Hinrichtungen hat der 73-Jährige wohl schon hinter sich gebracht - jetzt geht’s dem Scharfrichter selbst an den Kragen.

Seit 33 Jahren lässt er beim Schichtl die Köpfe rollen. Ja, der Ringo (73) – welch‘ fröhlicher Name für einen blutrünstigen Henker – hat einiges auf dem Kerbholz. Er rechnet: „Jeden Tag bis zu 30 Leut’ auf dem Schafott, 33 Jahre… Das dürften jetzt 15.000 sein.“ Die tz setzt dem Spuk zum Jubiläum ein Ende – und zieht den Massenmörder endlich zur Rechenschaft!

Eine Wiesn ohne Schichtl? „Das ist wie die berühmte Hochzeit ohne Braut“, brummt Ringo, nimmt einen kräftigen Schluck Bier und tunkt eine Weißwurst in den Senf. Er, der ganze Generationen unters Fallbeil brachte – „Menschen wie Preißn“, wie er sagt – wird nach seiner Henkersmahlzeit selbst dran glauben. Doch vorher wollen wir noch wissen, was er zu seiner Verteidigung zu sagen hat. Bereut er seine Taten?

„Überhaupt ned“, sagt er trocken. „Ich hab mir immer vorgestellt, was die ganzen Hanschwurschten angestellt haben. Beim Schichtl lässt es sich ganz entspannt köpfen.“ Eins, zwei, drei, vier – du gehst rauf zu mir: Mit diesem Spruch wählt Ringo am Ende der Vorstellung zum krönenden Abschluss seine Opfer aus. „Die machen dann auch zu 95 Prozent mit“, sagt er. Frauen seien dabei die besseren Opfer. „Die sind mutiger, spontaner und attraktiver“, schmunzelt Ringo, der an den 500 Wiesntagen seiner Henker-Karriere viel erlebt hat. „Mir is nix mehr fremd“, erzählt er und zieht dabei seine Augenbrauen hoch. „Die Bsuffan muss man im Griff haben. Die machen sonst a Kasperltheater. Aber da bin ich souverän.“

Nach 33 Jahren und 500 Wiesntagen zieht unser Reporter dann Schichtls Massenmörder endlich zur Rechenschaft – der Kopf ist ab.

Zum Schichtl ist Ringo ganz zufällig gekommen. „Ich bin mein Leben lang freischaffender Künstler, quasi ein Faulpelz.“ Ein Unbekannter wusste von seinem schauspielerischen Talent, beobachtete ihn in Sauerlach beim Bauerntheater und machte ihn mit Schichtl-Chef Manfred Schauer bekannt. Das erste Telefonat lief so: „Ja, grias di, Ringo. Kennst an Schichtl? Magst mitmacha?“, soll Schauer gefragt haben. Ringo erinnert sich: „Er meinte, er suche einen Henker. Aber ich wusste gleich, er braucht einen Deppen für alles. Dann hab ich’s halt g’macht.“

Auf der Bühne, da fühlt sich Ringo auch nach 33 Jahren noch wohl. Aufhören? „Das frag’ ich mich jedes Jahr nach der Wiesn. Aber zehn Tage später freu‘ ich mich schon wieder auf das nächste Jahr.“

Gut nur, dass seine Massenhinrichtungen Teil einer nostalgischen Show sind. Das Beil ist stumpf, abgetrennt wird ein Plastikkopf, doch alleine die Szenerie lässt einen schaudern. „Bei uns gibt’s die Todesstrafe mit Wiederkehrgarantie“, sagt Ringo, gibt aber zu: „Ich kenne auch Leut’, da wünsche ich mir eine echte Guillotine.“

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