Tausende machten mit

Umfrage-Ergebnisse: Geld, Tracht, Bier, Sex - So ticken die Wiesn-Gäste

München - Welcher Wiesn-Typ sind Sie? Wie viel Geld geben Sie aus? Was ist Ihr Lieblingszelt? Gibt es für Sie eine Schmerzgrenze beim Bierpreis? Und: Wie halten Sie es mit dem Anbandeln, dem bayerischen Wort für Flirten? Das alles wollten wir von unseren Lesern in einer großen Online-Umfrage wissen. Die Resonanz darauf war riesig: 2591 Wiesn-Fans haben daran teilgenommen.

Wir haben die Ergebnisse ausgewertet und aufbereitet.

63 Prozent der Teilnehmer waren männlich und knapp die Hälfte gab an, in München zu wohnen. Ein Viertel kam aus dem Umland, beim Rest handelt es sich um Oktoberfest-Touristen. Wie sehen die Wiesn-Liebhaber also das größte Volksfest der Welt?

Fest steht: Beide Geschlechter mögen es lieber gemütlich – und das, obwohl rund 50 Prozent der Teilnehmer zwischen 20 und 40 Jahre alt sind. Auf die Frage „Welcher Wiesn-Typ sind Sie?“ antworteten 45 Prozent der Burschen mit „Zelthocker“ und wiesen den „Schmankerl-Liebhaber“ (28 Prozent) und den „Hau-den-Lukas-Typen“ (21 Prozent) in die Schranken. Klar in der Minderheit sind auch die „Wiesn-Casanovas“ (7 Prozent). Bei den Madln sieht es folgendermaßen aus: Die „Schunkel-Maus“ (54 Prozent) liegt vor der „Partylöwin“ (31 Prozent). Sie lassen die „Auto-Braut“ und die „Schapusladys“ mit jeweils nicht einmal 8 Prozent deutlich hinter sich.

Immer wieder kursieren im Internet Angebote, indem Wiesn-Tische zum Preis von mehreren tausend Euro angeboten werden. „Finger weg davon“, warnen selbst die Wirte. Und auch in unserer Umfrage sind die Menschen nicht bereit, jenseits des Verzehrs Geld für die bloße Reservierung eines Tisches auszugeben. 46 Prozent antworten mit „0 Euro“. 28 Prozent wären bereit, 50 Euro zu berappen, 16 Prozent würde der Spaß 100 Euro wert sein und nur noch 7 Prozent wäre es 200 Euro wert, einfach mal in den Genuss eines Tisches zu gelangen. Nach dem Motto: „Kinder, was kostet die Welt?“ sind nicht einmal 4 Prozent unterwegs. Aber diese würden für die Reservierung sogar 500 Euro hinblättern.

Frage: Wie viel würden Sie maximal für die Reservierungsgebühr eines Wiesntisches bezahlen? (ohne Essen und Getränke)

Heute um 12 Uhr heißt es also: O’zapft is! 16 Tage lang wird geschunkelt, getrunken, auf den Tischen getanzt und gefeiert. Wir haben zur Einstimmung vier der Umfrage-Teilnehmer erreicht und stellen sie vor.

Das Lieblingszelt

Augustiner macht das Rennen knapp

Jetzt wissen wir, welche Zelte wirklich angesagt sind!

2591 Wiesn-Fans sollten ihre drei Lieblingszelte wählen. Dabei schnitt das Augustiner am besten ab – mit einem hauchdünnem Vorsprung von nur 23 Stimmen. 1266 User votierten für das Zelt der Kultbrauerei, 1243 fürs Hackerzelt.

Beim Augustiner geht die Schere (Männer 53,4 % und Frauen 41,4 %) deutlich auseinander.

Auffallend: Toni Roiderers Himmel der Bayern schneidet bei Frauen (48,6 %) und Männern (48,4 %) nahezu gleich stark ab. Beim Augustiner geht die Schere (Männer 53,4 % und Frauen 41,4 %) dagegen deutlich auseinander. Überraschend auch, was sich auf den weiteren Plätzen tut: Die Bräurosl landet mit 622 absoluten Stimmen (24,01 %) auf dem dritten Platz – noch vor der Ochsenbraterei (21,84 %), dem Winzerer Fähndl (20,92 %) und der Schottenhamel-Festhalle mit 17,72 Prozent.

Und die Oide Wiesn klettert immer höher in der Beliebtheitsskala: Das Festzelt Tradition (14,74 %) liegt etwa noch vor dem Löwenbräu, Käfer und dem Armbrustschützenzelt. Das Herzkasperlzelt (6,79 %) schlägt immerhin noch den Marstall, der auf 5,09 % kommt – was aber sicher auch daran liegt, dass der Hippodrom-Nachfolger erst eine Wiesn auf dem Buckel hat.

Zelt Frauen Männer Gesamt
Augustiner 41,4 % 53,4 % 48,9 %
Hackerzelt 48,6 % 48,4 % 48,0 %
Bräurosl 22,5 % 24,7 % 24,0 %
Ochsenbraterei 22,0 % 21,8 % 21,8 %
Winzerer Fähndl 22,5 % 19,8 % 20,9 %
Schottenhamel 17,6 % 17,6 % 17,6 %
Hofbräu 20,2 % 15,5 % 17,5 %
Fischer Vroni 14,7 % 18,4 % 16,9 %
Schützenzelt 16,1 % 15,4 % 16,0 %
Festzelt Tradition 11,9 % 16,5 % 14,7 %
Löwenbräu 14,5 % 12,5 % 13,6 %
Käfer 13,2 % 9,5 % 10,7 %
Armbrustschützenzelt 9,4 % 9,8 % 9,7 %
Weinzelt 11,3 % 5,8 % 7,8 %
Herzkasperlzelt 7,6 % 6,4 % 6,8 %
Marstall 6,4 % 4,6 % 5,1 %

Die Sex-Geständnisse

So oft bandeln die Besucher an

Jeder fünfte Mann verbindet die Wiesn mit Sex!

Sind die Frauen tatsächlich braver als die Männer – oder etwa nicht ganz so ehrlich? Fast 90 Prozent der 880 Teilnehmerinnen gaben an, dass sie während des Oktoberfests noch nie ein One-Night-Stand hatten. 9,1 Prozent dagegen bandelten ein- bis dreimal pro Wiesn an. Die Herren der Schöpfung sind in dieser Kategorie mit 17,2 Prozent schon umtriebiger. 56 der insgesamt 1557 männlichen User (3,6 Prozent) behaupten sogar, nach jedem Besuch „Liebesgrüße aus der Lederhose“ zu schicken.

Das heißt: Jeder fünfte Mann verbindet die Wiesn mit Sex! Deshalb hat auch die Rotlicht-Szene schon mal vorgesorgt: Während des Oktoberfests sind laut Polizei deutlich mehr als die üblichen 2800 Prostituierten in der Stadt.

Die Ausgaben

So viel Geld kostet ein Besuch

Ein Besuch auf dem Oktoberfest reißt ein ordentliches Loch in die Kasse. In punkto Ausgaben pro Wiesn-Tag gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Der Beweis dafür, dass viele Dirndl von ihren Begleitern eingeladen werden. 33,8 Prozent der Burschen geben mehr als 100 Euro an einem Tag aus, bei den Damen sind es nur 18,3 Prozent.

50 Euro ist der Besuch 62,7 Prozent der befragten Frauen wert, bei den Männern investieren diesen Betrag 55,6 Prozent. Billliger geht es kaum, denn mit 25 Euro kommen nur elf Prozent der Männer und 19,0 Prozent der weiblichen Wiesn-Besucher aus.

Die Schmerzgrenze

Männer zahlen mehr für die Mass als Frauen

Dieses Jahr durchbrechen zum ersten Mal alle Wirte der kleinen und großen Zelte die 10-Euro-Schallmauer für eine Mass! Am Besucher-Andrang wird die neuerliche Preis­erhöhung allerdings nichts ändern. Deshalb wollten wir wissen, wo die Schmerzgrenze liegt.

Dieses Jahr durchbrechen zum ersten Mal alle Wirte der kleinen und großen Zelte die 10-Euro-Schallmauer für eine Mass!

Für 36,6 Prozent der Befragten ist bei elf Euro Schluss, etwa ein Viertel akzeptiert noch Preise bis zwölf Euro, und 25 Prozent machen sich über die ewige Aufwärts-Spirale wohl keine Gedanken – für sie gibt es keine Schmerzgrenze. Bemerkenswert: Männer und Frauen sind sich in dieser Frage überhaupt nicht einig. 30,4 Prozent des „starken Geschlechts“ nehmen alle Steigerungen in Kauf, allerdings nur 16,4 Prozent der Teilnehmerinnen. Die Frauen bewerten die Lage sehr kritisch: Knapp 40 Prozent weigern sich ab elf Euro für die Mass, weitere knapp 30 Prozent bei zwölf Euro.

Die Trachtenquote

Fast 90 Prozent im Dirndl!

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer kommt eigentlich in welchem Gwand? Tradition ist offenbar Trumpf! Bei den Buam legen fast 80 Prozent der Befragten die Krachlederne an, bei den Damen zwängen sich nahezu 90 Prozent ins Dirndl. Trachten-Muffel sind also eindeutig in der Unterzahl. Rechnet man die Ergebnisse der Männer und Frauen zusammen, ergibt sich, dass genau 83,22 Prozent der Wiesn-Besucher in Tracht kommen. Wer sich hier abheben will, muss sich etwas Besonderes einfallen lassen. Stichwort: Plastikdirndl ohne Bluse …

Rubriklistenbild: © dpa

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