Oktoberfest 2015

Am Hauptbahnhof: Wiesn-Trubel im Fundbüro

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Siegfried Herzog arbeitet im Fundbüro am Hauptbahnhof, in dem es zur Wiesnzeit rund geht.

München - Während des Oktoberfestes ist der Hauptbahnhof nicht nur Anlaufstelle für viele Menschen, sondern auch für das, was sie vergessen oder verlieren. Siegfried Herzog arbeitet im Fundbüro und erlebt allerlei Kurioses.  

Ob er ein Losgewinn war oder der Opa ihn für den Enkel geschossen hat, ist nicht überliefert. Während der Wiesn war er auf einmal da: ein mannshoher Teddybär, vergessen in der S-Bahn, abgegeben im Fundbüro am Hauptbahnhof. „Wir haben ihm eine Schaffnermütze aufgesetzt und eine Krawatte umgebunden“, erzählt Siegfried Herzog, der seit 20 Jahren für die Fundsachen und Schließfächer am Münchner Hauptbahnhof zuständig ist. Während der Wiesn hat der 65-Jährige immer besonders viel zu tun – dann trudeln rund 40 Prozent mehr Gegenstände ein als sonst.

Oktoberfest: Wie kam die Dame wohl ohne Dirndl heim?

Rund 16 500 Fundsachen müssen die Mitarbeiter im Jahr erfassen. Überwiegend Taschen, Geldbörsen und Handys landen in den Räumen nahe der Schalterhalle. Wenn das größte Volksfest der Welt tobt, auch allerhand Kurioses: Nicht nur Bären, sonden auch riesige Panther und Tiger aus Plüsch, Filzhüte, Gebisse, Hörgeräte, Krücken und Dirndl. „Da fragt man sich dann schon, wie die Leute ohne heimgekommen sind“, sagt Herzog und schmunzelt.

Der Klassiker der verlorenen Dinge während der Wiesn: Eheringe – die gerissene Ehemänner extra ins Jackentascherl gesteckt hatten. Um sie im Trubel nicht zu verlieren, versteht sich. Herzogs Standardantwort für verweifelte, ringesuchende Ehemänner: „Wenn die Ehe stabil ist, braucht’s keinen Ring.“

Die richtig dramatischen Szenen spielen sich während der Wiesn aber nicht im Fundbüro ab, sondern bei den Schließfächern, weiß Herzog: „Da sperren Zwei zusammen ihre Sachen ab, dann versumpft der eine auf der Wiesn und der andere kann nicht ans Schließfach.“ Doch da hilft alles Betteln und Jammern nicht – nur Warten. „Wir dürfen die Fächer nicht einfach aufsperren“, erklärt Herzog.

Was nicht abgeholt wird, kommt nach Wuppertal

2300 Schließfächer betreuen die zehn Mitarbeiter der Fundstelle am Münchner Hauptbahnhof. Während der Wiesn reichen aber selbst so viele oft nicht aus. Dann errichten sie zusätzlich eine provisorische Gepäckabgabe. Bis Mitternacht sind die Mitarbeiter im Einsatz.

Vier Wochen lagern Taschen, Handys und Krücken in der Fundstelle. Wenn sie dann niemand abgeholt hat, schickt Herzog sie nach Wuppertal, wo Bahnfundsachen aus ganz Deutschland ankommen. Er sagt: „Die in Wuppertal brauchen ja auch mal ein Dirndl.“ Wertige Teile werden dort nach einer gewissen Zeit versteigert.

Für Herzog ist es heuer die letzte Wiesn im Fundbüro. Im November geht’s in den Ruhestand. Heuer will der Herr der verlorenen Dinge noch einmal Vollgas geben. Damit Teddy und Co. möglichst nicht nach Wuppertal, sondern zurück zu ihren Besitzern kommen.

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