Merkur-Selbsttest

Oktoberfest im Preis-Test: Fünf Stunden Wiesn-Spaß für 50 Euro

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Wie weit kommt man mit 50 Euro? Studentin Laura hat den Test gemacht.

München - Karussellfahren, Zuckerwatte essen und eine Mass Bier genießen – ein Besuch auf der Wiesn geht ordentlich ins Geld. Wie lange dauert es, bis 50 Euro ausgegeben sind? Studentin Laura Krämer hat für uns den Test gemacht.

15.45 Uhr: Laura (25) beginnt den Test mit einem Volksfest-Klassiker: dem Kettenkarussell Wellenflieger. 3,50 Euro zahlt man hier als Erwachsener, für Kinder unter zwölf Jahren kostet die Fahrt 3 Euro. Dafür gibt es etwas mehr als fünf Minuten Flugzeit in luftigen Höhen. Kontostand: 46,50 Euro

16.15 Uhr: Wem der Sinn nach noch mehr Höhenluft steht, für den sind die sogenannten Freefall Tower auf der Wiesn genau das richtige. Getreu dem Motto „Wenn schon, denn schon“ entscheidet sich Laura für den größten. Skyfall wirbt damit der „höchste transportable Freifallturm“ der Welt zu sein. 80 Meter hoch ist das Fahrgeschäft – nichts für Leute mit Höhenangst. Und auch nichts für den schmalen Geldbeutel: 8 Euro kostet ein Ticket für die knapp zweiminütige Fahrt inklusive vier Sekunden freier Fall. Fantastisch ist der Ausblick an der Spitze des Turms. Wohl nirgendwo sonst hat man auf dem Oktoberfest einen so guten Überblick. Kontostand: 38,50 Euro

16.45 Uhr: Um den Magen nach dem 80-Meter-Sturz wieder an Ort und Stelle zu bringen, braucht unsere Testperson ein alkoholisches Hilfsmittel. Fündig wird Laura an der Café-Guglhupf-Drehbar. Hier gibt es Longdrinks, Sekt und Schnäpse aller Art. Laura entscheidet sich gegen den Obstler für 4 Euro und genehmigt sich stattdessen ein Stamperl Pistazien-Chili-Schnaps für 4,90 Euro. Der ist ziemlich grün, ziemlich süß und nur leicht scharf, hilft aber bestens beim Verdauen des Freifall-Erlebnisses. Kontostand: 33,60 Euro

17.00 Uhr: Der beruhigte Magen fängt langsam an zu knurren, und es wird Zeit für eine Brotzeit. Bratwurstsemmel, Ochsensemmel, Knoblauchbaguette – Laura hat die Qual der Wahl. Und entscheidet sich schließlich für eine Fischsemmel für 3,50 Euro sowie eine Apfelschorle für 3 Euro. Zum Nachtisch dann noch ein weiterer Wiesn-Klassiker: Zuckerwatte. Die gibt es in zwei Größen für 2 oder 3 Euro. Die gar nicht so kleine „kleine“ Portion reicht Laura vollkommen. Kontostand: 25,10 Euro

17.50 Uhr: Eigentlich gehört zu einem Wiesn-Besuch auch eine Fahrt mit der Achterbahn. 9 Euro für die Fahrt mit der auch als Fünfer-Looping bekannten Olympia-Looping-Achterbahn sind allerdings ein stolzer Preis. Außerdem garantiert die Schlange lange Wartezeiten. Laura entscheidet sich gegen das Anstehen – und für die Wiederbelebung einer Jugenderinnerung: Autoscooterfahren. Beim Traditionsgeschäft der Familie Lindner gibt es die Fahrt schon für 3 Euro. Laura saß schon lange nicht mehr in einem Autoscooter – und stellt fest: Im Gegensatz zum Fahrradfahren verlernt man das Steuern eines Autoscooters ziemlich schnell. Spaß macht es trotzdem. Kontostand: 22,10 Euro

18.20 Uhr: Eines der traditionsreichsten Schnäppchen auf dem Oktoberfest ist das Teufelsrad. Für 4 Euro Eintritt (Kinder zahlen 1 Euro) kann man so lange im Zelt bleiben und so oft auf die berühmt-berüchtigte Drehscheibe wie man möchte. Vorausgesetzt man kann die Sprüche des Rekommandeurs mit Humor nehmen. Der bezeichnet seine Fahrgäste nämlich schon mal als „Deppen“, „greislich“ oder „Kasperl“. So stellt er sicher, dass auch jene, die sich – wie unsere Testperson Laura – nicht auf die Drehscheibe trauen, bestens unterhalten werden. Kontostand: 18,10 Euro

19.30 Uhr: Nach fast vier Stunden Bummeln über die Theresienwiese tun nicht nur die Füße weh, auch die Menschenmassen werden anstrengend. Wer Abstand vom Trubel sucht, für den gibt es die Oide Wiesn. Wohl auch weil man hier 3 Euro Eintritt zahlen muss, ist der Andrang deutlich geringer als auf der „normalen“ Wiesn. Im Biergarten des Festzelts Tradition finden wir ziemlich schnell einen Platz, und die Radler-Mass für 11 Euro inklusive Trinkgeld ist auch noch im Budget. So kann man den Wiesn-Abend gemütlich ausklingen lassen. Restgeld: 4,10 Euro

Fazit um 20.30 Uhr: Wer seinen Wiesntag außerhalb der Zelte verbringt und bereit ist, nach günstigeren Alternativen zu suchen, statt das Erstbeste zu nehmen, kann für 50 Euro fast fünf Stunden lang Spaß haben. Achterbahnen und moderne Karussells sind meist teuer, die familienfreundlicheren Preise haben die Traditionsfahrgeschäfte. Hier gibt es oft Gruppen- oder Kinderrabatte. Auch bei den Gastronomieangeboten lohnt es sich, zu vergleichen.

Annika Schall

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