Abschluss-Wiesn des OB

Ude trainiert für den letzten Schlag

München - O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn!“ Selbst seine alljährliche Anstich-Parole fehlte nicht, als Christian Ude am Donnerstag Abend zum Schlegel griff.

O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn!“ Selbst seine alljährliche Anstich-Parole fehlte nicht, als der Meister am Donnerstag Abend zum Schlegel griff. Nein, nein, Sie haben nichts verpasst, das Oktoberfest beginnt, wie bereits erwähnt, erst am Samstag um 12 Uhr mittags. Wieso dann am Donnerstag Abend „O’zapft is“? Ganz einfach, Christian Ude begab sich auf den Nockherberg ins Trainingslager, um bei Paulaner den finalen Schlag zu üben. Unter den kritischen Augen von Schankkellner Helmut Huber (der schon zu Zeiten von OB Kronawitter dabei war und auch am Samstag neben ihm stehen wird) versuchte sich Ude an drei Fässern: Das leere war mit zwei Schlägen erledigt, das mit Wasser gefüllte ebenfalls, – dann die Generalprobe der Probe: Das mit echtem Bier gefüllte Fass. Oans, zoa, g’suffa? Nix da, noch einen dritten Schlag gönnte sich der OB; ein kleines Debakel also, das Ude seit 2008 nicht mehr untergekommen war.

Udes letzter Presserundgang auf der Wiesn

Udes letzter Presserundgang auf der Wiesn

Am Samstag also Udes ultimativ letzter Wiesn-Anstich. Er hat nur noch diese eine Chance, als politischer Schankkellner unsterblich zu werden – wenn er das Fass mit einem einzigen Schlag knackt. Was in den Augen von Experte Huber „unsinnig“ wäre, bringt den OB zum Lachen: „Diese historische Chance werde ich meinem Nachfolger lassen! Es wäre fahrlässig, den Sicherheitsschlag zu unterlassen.“ Außerdem hat er ja nicht nur mit den echten zwei Schlägen einen Rekord aufgestellt – sondern auch mit seinen 20 Anzapfritualen bei 21 Oktoberfesten (2001 war der Brauch nach dem 11. September ausgefallen). Da fürchtet er die historische Blamage, wenn es den Wechsel wieder raushaut und das Bier spritzt wie der Brunnen am Stachus. Dabei könnte er wenigstens da den Ministerpräsidenten so richtig nass machen. Oder hat er genau deswegen geübt? Ude weist das Wort „üben“ gegenüber der tz ganz weit von sich – augenzwinkernd natürlich: „Ich wollte denen nur zeigen, dass ich es noch kann …“

So gelassen wird er bei seinem 20. und letzten Anzapfen am Samstag nicht bleiben: „Bei so einer Herausforderung steigt das Adrenalin. Immer wieder in den letzten Sekunden vor 12 Uhr kommt das Lampenfieber.“ Schließlich schaut ja auch die ganze Welt auf den Wechsel (für Preißn: das ist der Zapfhahn) – und zählt mit bis zum „O’zapft is’!“

Ude will nach dem Polit-Stress heuer sogar ein paarmal zur Entspannung auf die Wiesn rausgehen – einfach so. Und schon jetzt wird ihm schwer ums Herz: „Wenn in der Bräurosl am letzten Abend Il Silenzio angestimmt wird, bekomme ich sonst schon so ein knödeliges Gefühl im Hals. Heuer könnten mir die Tränen kommen.“

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bea/dac/mdu/vh

Rubriklistenbild: © dpa-mm

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