500 Polizisten, 600 S-Bahnfahrten extra

Polizei und Bahn für die Wiesn gerüstet

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Während der Wiesn wird es in den U-Bahnen wieder eng.

München - Wiesn bedeutet für seine Gäste Dauer-Party und gute Laune. Den Münchner Nahverkehr und die Einsatzkräfte der Polizei bringt das größte Volksfest der Welt aber auch an die Belastungsgrenze. Doch beide sind gerüstet.

Zur Wiesn herrscht Ausnahmezustand in München – gerade auch für Polizei und Kreisverwaltungsreferat (KVR). „Wir haben dann quasi eine weitere Großstadt zu betreuen“, sagt Polizei-Vizepräsident Robert Kopp. Gestern stellten er und KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle das Sicherheitskonzept vor.

Auch heuer gibt es wieder drei Sperrringe, um Autos vom Fest fernzuhalten. Der innere Ring beginnt direkt an den Zufahrten auf die Theresienwiese. Nur Rettungskräfte und Lieferfahrzeuge dürfen hier passieren. Den mittleren Ring bilden die direkt ans Oktoberfest angrenzenden Straßen Bavariaring und Theresienhöhe – sie werden für den Kfz-Verkehr gesperrt. Rund um die Wiesn entsteht zudem ein weiträumiger äußerer Sperrring. Anwohnern und Lieferwagen ist die Zufahrt gestattet. Behinderten-Parkplätze stehen auf dem Südteil der Theresienwiese zur Verfügung.

Stark zugenommen hat in den vergangenen Jahren die Zahl der Rikscha-Fahrer rund um die Festwiese. Diese parkten laut KVR häufig „wild“ auf Straßen und Gehwegen und gefährdeten somit andere Verkehrsteilnehmer, sagte Blume- Beyerle. Deshalb hat das KVR heuer erstmals 90 verbindliche Rikscha-Stellplätze ausgewiesen. Rikscha-Anbieter sind künftig auch verpflichtet, ihre Preise deutlich erkennbar auszuschreiben, da immer wieder Beschwerden über Abzocke beim KVR eingegangen sind.

Die Polizei ist mit 300 Beamten direkt auf der Festwiese im Einsatz, dazu 200 im Umkreis. „Wir wollen frühzeitig gegen Gewalttäter vorgehen“, kündigt Kopp an. 335 Personen habe man 2012 auf der Wiesn in Gewahrsam genommen – ein Plus von 38 Prozent zum Vorjahr: „Wenn nötig, werden es heuer noch mehr.“

Die Videoüberwachung wurde noch einmal ausgebaut, 19 Kameras filmen das Geschehen auf dem Festgelände. Gegen 40 polizei-auffällige Personen hat das KVR Betretungsverbote verhängt. 571 Taschendiebstähle wurden 2012 während der Wiesn gemeldet.

Die Verkehrsbetriebe fahren zahlreiche Sonderschichten: 6000 zusätzliche Fahrten legen Bahnen und Busse der MVG zurück, die S-Bahn setzt 600 Sonderzüge ein. Bei der MVG gibt es während der Wiesn eine Urlaubssperre. Bis zu 200 zusätzliche Mitarbeiter sind täglich im Einsatz – allein 60 davon am U-Bahnhof Theresienwiese. Dennoch kann die U-Bahn den Besucheransturm häufig kaum noch bewältigen. Der U-Bahnhof Theresienwiese ist oft so überfüllt, dass er vorübergehend gesperrt werden muss. Am mittleren Wiesn-Samstag ist dies laut MVG etwa 25 Mal der Fall. Die Verkehrsgesellschaft empfiehlt daher, die Linien U3 und U6 zu nutzen und von den Haltestellen Goetheplatz und Poccistraße aus zu laufen. Zudem setzt sie darauf, dass mehr Leute vom Hauptbahnhof zur Wiesn gehen. Die Beschilderung wurde zu diesem Zweck verbessert. Sie enthält jetzt zusätzlich ein Schild mit Maßkrug- Logo und ist mit „Oktoberfest“ beschriftet – Touristen sollten dies besser verstehen als das bisherige „Festwiese“.

Die Straßenbaustellen rund um die Wiesn werden rechtzeitig verschwinden, verspricht der städtische Baustellenkoordinator Richard Bartl. Auf der Donnersbergerbrücke soll der Verkehr spätestens morgen wieder ungestört rollen, und die Fernwärmegräben in der Schwanthalerstraße sind bereits zugeschüttet. „Es wird für den Wirteeinzug und für den Trachten- und Schützenzug keine Probleme geben.“

ary, sc

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