„Oide Wiesn“: Bauernverband skeptisch

München - Bauernverband und "Oide Wiesn" zusammen auf dem Festgelände? Der Leiter des Landwirtschaftsfestes schlägt vor, stattdessen Flächen des regulären Oktoberfestes für das historische herzunehmen.

Sie war schon im vergangenen Jahr der Geheimtipp für traditionsbewusste Einheimische, und auch heuer zahlten mehr als 500 000 Besucher gerne Eintritt, um auf der „Oiden Wiesn“ zu feiern. Doch was wird 2012, wenn das Zentrale Landwirtschaftsfest (ZLF) auf dem Gelände südlich der Bavaria stattfindet und es keinen Platz mehr für das historische Fest gibt?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadtpolitik seit dem Ende des Oktoberfestes. Nun hat sich der Bayerische Bauernverband (BBV) erstmals zu Wort gemeldet. Und das, was Georg Wimmer, der stellvertretende BBV-Generalsekretär und Leiter des ZLF, zu sagen hat, klingt erst einmal nicht gut für die Freunde des traditionellen Festes: „Wir feiern 2012 unser 125. Jubiläum. Wenn die Stadt eine ,Oide Wiesn‘ haben will, muss sie darüber nachdenken, ob sie dafür Flächen des Oktoberfestes bereithält.“

Gleichzeitig betont er, für Gespräche mit Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) offen zu sein. Weil er aber noch nicht wisse, „was die Stadt vorhat“, möchte Wimmer sich nicht zu der Frage äußern, ob er sich unter Umständen eine Teilung des gut 120 000 Quadratmeter großen Geländes oder eine zeitliche Staffelung von „Oider Wiesn“ und ZLF vorstellen könne. Nur soviel stehe schon fest: „Wir haben Teile des historischen Oktoberfests ins ZLF integriert.“ So werde es beispielsweise ein Tierzelt auf dem ZLF geben und ein Pferderennen.

Aus dem Wirtschaftsreferat ist zu vernehmen, dass man sofort nach der Wiesn ein Gespräch mit dem BBV vereinbart habe. Schließlich sei der zeitliche Rahmen „sportlich“, gerade, wenn man noch die Bewirtung eines Festzelts ausschreiben müsse.

Wie berichtet, ist der BBV in einer starken Verhandlungsposition. 1904 hatte sein Vorgänger, der Landwirtschaftliche Verein, der Stadt Flächen auf der Theresienwiese verkauft – und dafür das Recht erhalten, regelmäßig Landwirtschaftsschauen hier ausrichten zu dürfen. Diese Vereinbarung hatte der Stadtrat 1974 bestätigt.

Thierry Backes

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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