"Man muss sich nicht als Vollidiot zeigen"

Video: Ude zapft zu früh an - Klare Worte vom OB

München - O'zapft is! OB Christian Ude hat das Münchner Oktoberfest eröffnet. Er erklärte, warum er einige Sekunden zu früh losgelegt hat - und fand heuer ungewohnt bissige Worte.

Christian Ude beim Anzapfen

O'zapft is! In München hat bei herrlichem Sonnenschein das 180.

Der Countdown-Zähler aus tausenden Kehlen im Schottenhamel ist erst bei fünf, als Christian Ude (65) mit seiner Arbeit schon fertig ist. Zwei satte Schläge und ein kräftiges „O’zapft is!“ So hat sich der OB in die Anstich-Rente verabschiedet. 20 Mal hatte er die Ehre, das erste Fass zu öffnen. Die tz zählt nach: 60 Schläge hat er dafür gebraucht.

Weil er ja nicht wissen konnte, ob er bei seinem Abschied aus Nervosität eventuell mehr statt seiner gewohnten zwei Schläge brauche, „habe er diesmal ein bisschen früher angefangen, um keinen Umsatzausfall für die Wiesn-Wirte zu riskieren“, scherzt der gut gelaunte OB. Oben in der Ratsboxe isst er dann zusammen mit dem Ministerpräsidenten Horst Seehofer ein Hendl und genießt ein frisches Bier.

Wiesn-Auftakttag: Aktuelle Impressionen

O'zapft is! Impressionen vom ersten Wiesn-Tag

Die Rivalen bei der Landtagswahl von vor einer Woche – heute wieder gemeinsame Freunde des größten Volksfests der Welt. Die Politik ist kein Thema mehr heute. Seehofer lobt Ude als den besten Anzapfer der Welt. Ude betont die große Wertschätzung, die sie füreinander haben. Dann stehen sie in einer Musikpause droben auf dem Ehrenbalkon gemeinsam auf und winken dem Volk zu. Frenetischer Jubel beendet die Schmähgesänge gegen die Fußballer von Borussia Dortmund.

Die Stimmung ist prächtig, dennoch verabschiedet sich Seehofer bereits um 13.09 Uhr. Abends steht der 60. Geburtstag von Kardinal Reinhard Marx auf dem Terminplan. „Ich möchte dort eine Lebensbeichte ablegen“, meint der Landesvater verschmitzt. „Und da brauch’ ich schon ein paar Stunden Zeit zur Vorbereitung.“

Ude bleibt noch ein bisschen, lässt sich mit seinen Fans für ein letztes Erinnerungsfoto ablichten. Wehmut? „Jetzt noch nicht, das kommt am letzten Abend in der Bräurosl“, gibt er zu. „Da wird es Tränen geben.“

2014 wird wieder ein Roter anzapfen. Ude ist sich sicher, dass sein SPD-Kronprinz Dieter Reiter das Rennen macht. Auch er selbst glaubt an den Wahlsieg. „Ich bin bereit.“ Josef Schmid (CSU) ist anderer Meinung. „Jetzt reicht’s. Nun ist ein Schwarzer dran – im Rathaus und beim Anzapfen!“

Christian Ude wird dann wieder dabei sein. „Selbstverständlich bleibt die Wiesn für mich ein Pflichttermin.“ Und deutet auf den Nachbartisch. „Dann sitze ich dort bei meinen Vorgängern Hans-Jochen Vogel und Georg Kronawitter.“ Als Wiesn-Rentner mit 60 (Schlägen).

Stefan Dorner, Sebastian Arbinger

Wirte-Einzug aufs Oktoberfest

Wirte-Einzug aufs Oktoberfest

Rubriklistenbild: © dpa

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