Neue Raucherzonen auf der Wiesn 2012

München - Die Wiesnwirte arbeiten weiter an Lösungen für rauchende Gäste. Erstmals wartet heuer das Hackerzelt mit einer Raucherzone auf – doch nicht alle Wirte haben diese Möglichkeit. In den Zelten wird das Bier wieder teurer – um knapp vier Prozent.

Raucher müssen sich heuer vor dem Wiesnbesuch genau überlegen, in welches Zelt sie gehen. Denn zwei Jahre nach der Einführung des Rauchverbots hat fast jedes Zelt eine eigene Regelung, ob und wie man zur Zigarette greifen und trotzdem wieder zu seinem Platz zurückkommen kann. Neuste Entwicklung ist ein eigener Raucherbereich am Hackerzelt. An der Nordseite des Zelts, in der Seitenstraße zwischen dem Hacker- und dem Hofbräuzelt, wird es eine abgetrennte Zone geben, in der geraucht werden darf, sagte Wirt Toni Roiderer unserer Zeitung. Bislang gab es im Hackerzelt keine Möglichkeit eine Zigarette zu rauchen. Künftig sollen auf der etwa 40 Quadratmeter großen Fläche wohl rund 100 Raucher Platz haben. Damit sie nicht im Regen stehen müssen, wird der Raucherbereich mit einer Markise überdacht. Auch ein kleiner Teil des Biergartens – etwa 15 Tische – bekommt eine Markise. „Die Wirte sind sehr kreativ, um allen Gästen gerecht zu werden“, sagte Roiderer und lobte die Zusammenarbeit mit den Behörden, die dieses Lösung ermöglicht hätten.

Auch die Bräurosl habe beantragt, dass 24 Tische im Biergarten mit einer Markise vor Regen geschützt werden dürfen, sagte Wirt Georg Heide unserer Zeitung. Dort könne man zwar rauchen, aber ein ausgewiesener und abgesperrter Raucherbereich sei dort nicht möglich. Die Lösung des vergangenen Jahres, Wiedereinlasskarten auszugeben, sei von der Stadt nicht mehr gewünscht (wir berichteten). An den besonders besucherstarken Samstagen könne es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass Raucher, die das Zelt verlassen, nicht einfach zurück zu ihren Plätzen kommen können.

Auch der Schottenhamel kann die Raucher heuer bei Überfüllung nicht zurück ins Zelt lassen. Die Möglichkeit einen eigenen Raucherbereich zu schaffen, gebe es bei seinem Zelt nicht, sagte Wirt Michael Schottenhamel. Hofbräu-Wirt Ricky Steinberg hat noch nicht entschieden, wie er das Raucher-Problem heuer löst. Eine größere abgetrennte Zone könne er nicht anbieten. Es werde aber wohl am Zelteingang kleinere Bereiche geben, wo einzelne Raucher eine Zigarette rauchen und trotzdem wieder ins Zelt können.

Unterdessen veröffentlichte die Stadt die Bierpreise aller Zelte (siehe Tabelle). Wie berichtet, wird die Mass heuer maximal 9,50 Euro kosten, im günstigsten großen Zelt, der Ochsenbraterei, kostet sie 9,20 Euro. Der Preis stieg damit um 3,9 Prozent. „Ich bin sehr stolz auf meine Kollegen, dass sie mit einer so moderaten Erhöhung auskommen“, sagte Wirtesprecher Roiderer. Auch die Reservierungskonditionen wurden veröffentlicht. In den meisten großen Zelten gilt noch immer die Regel, dass pro Gast zwei Mass und ein halbes Hendl abgenommen werden müssen. Damit ist eine Reservierung ab knapp 30 Euro pro Platz möglich. Deutlich teurer ist es teilweise in den Boxen sowie im Weinzelt, beim Käfer und im Hippodrom.

Philipp Vetter

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant:

Lesen Sie auch:

Wiesn-Gipfel: Josef Schmid und die Wirte nähern sich an

Wiesn-Gipfel: Josef Schmid und die Wirte nähern sich an

Bierpreis-Streit eskaliert: Schmid sagt Gespräch mit Wirten ab

Bierpreis-Streit eskaliert: Schmid sagt Gespräch mit Wirten ab

Immer teurer? Die Wahrheit über Bier, Brezn, Streifenkarte und Co.

Immer teurer? Die Wahrheit über Bier, Brezn, Streifenkarte und Co.

Bierpreis: Schmid wirbt für seine Wiesn-Reform

Bierpreis: Schmid wirbt für seine Wiesn-Reform

Kommentare