Münchner SPD: Die Wiesn ist kein Weltkulturerbe!

München - Die Schausteller und Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl wollen, dass die Wiesn als „immaterielles Weltkulturerbe“ unter UNESCO-Schutz gestellt wird. Die Rathaus-SPD stemmt sich nun dagegen.

Es gibt wohl kaum etwas, worauf die Münchner so stolz sind wie auf ihr 200 Jahre altes Oktoberfest. Die deutschen Schausteller und Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl wollen, dass die Wiesn als „immaterielles Weltkulturerbe“ unter den Schutz der Weltkulturorganisation UNESCO gestellt wird. Die Rathaus-SPD stemmt sich nun dagegen. Am Freitag reichte Fraktionsvize und Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid einen Antrag ein, der den Schutz für die Wiesn verhindern soll.

Historische Wiesn: Die ersten Bilder

Oktoberfest historische Wiesn
Durch den traditionellen Presserundgang führt Oberbürgermeister Christian Ude, Vize-Bürgermeisterin Christine Strobl, Wiesn-Chefin Gabriele Weißhäupl (r.) und Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (l.). © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Der Eingang zur historischen Wiesn. © Hueber
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Die historische Wiesn wird ohne Steuergelder finanziert. Hier die Sponsorentafel. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auf 200 Jahre Oktoberfestgeschichte treffen die Besucher im Museumszelt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auf 200 Jahre Oktoberfestgeschichte treffen die Besucher im Museumszelt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Hier werden historische Wiesn-Exponate ausgestellt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Beispielsweise ein Wohnwagen von 1905. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Die Schiffschaukel ist das älteste Fahrgeschäft auf der Wiesn. © Hueber
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Die Schießbude im Museumszelt. © Hueber
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Auch eine historische Spielorgel findet man im Museumszelt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auf 200 Jahre Oktoberfestgeschichte treffen die Besucher im Museumszelt. © Hueber
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Genauso wie alte Traktoren... © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
... und Teile eines uralten Autoscooter. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Das Herzkasperl-Zelt ist ein Festival junger bayerischer Kultur: © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Volksmusik wechselt sich bei Speis und Trank mit Lesungen und Kabarett ab. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Hier probt die Band "Fei scho" ihr Programm. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Der Festwirt des Herzkasperlzelts und sein Team freuen sich auf viele Gäste. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Das Velodrom ist eines der historischen Fahrgeschäfte auf dem Jubiläumsteil. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Hier findet ein Radrennen der besonderen Art statt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Die Besucher müssen zum Beispiel die Fahrt auf dem Rad mit einem Bierfass-Vorderrad bewältigen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Eine wackelige Angelegenheit... © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auf einer Holzfahrbahn mit ca. 16 Metern Durchmesser findet das außergewöhnliche Radrennen statt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Hoppla, die Fahrräder reagieren nicht so, wie man es gewohnt ist. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Das fällt auch Vize-Bürgermeisterin Christine Strobl nicht leicht. © Hueber
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"Den Radlkasperl spiel ich eigentlich nicht so gern", sagt Christine Strobl. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Diesen einmaligen Spaß sollte man sich bei einem Besuch auf der Jubiläumswiesn nicht entgehen lassen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Noch ist nicht viel los auf der historischen Wiesn. Doch das wird sich ab Freitag, den 17. September ändern. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Eine kleine Zeitreise: Ein Besuch auf der historischen Wiesn. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auch für die kleinen Gäste haben sich die Schausteller etwas einfallen lassen © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Das Münchner Marionettentheater zeigt auf einer eigenen Bühne unterhaltsame Stücke für Groß und Klein.... © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Ein historisches Karussell darf natürlich nicht fehlen auf der Jubiläumswiesn. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Da steigt auch Gabriele Weißhäupl gerne mal auf... © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
... und OB Ude ein. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auch ein Tierzelt steht auf dem Jubiläumsteil. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Hier stehen nicht nur die Pferde, die an den Pferderennen teilnehmen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auch die kleinen Rösser sind hier zu Hause. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Außerdem gibt es hier einen Streichelzoo mit heimischen Haus- und Wildtierarten. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Da werden sich die kleinen Wiesn-Besucher sicher freuen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Im Tierzelt stellt der Tierpark Hellabrunn eine kleine Auswahl verschiedener Hühnerrassen, seltener Quessantschaft sowie Hasen und Meerschweinchen vor. © Hueber
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Das 15. große Bierzelt auf der diesjährigen Wiesn. Das historische Festzelt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Nur hier gibt es das speziell gebraute Jubiläumsbier. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Der Eingang zum historischen Festzelt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Im Biergarten wird alles wie damals auf einem Holkohlefeuer gegart und an einem Feuer auf dem Boden der traditionelle Steckerlfisch gegrillt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Das historische Festzelt umfasst innen ca. 3500 Plätze und 3000 weitere im Biergarten. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Das historische Festzelt umfasst innen ca. 3500 Plätze und 3000 weitere im Biergarten. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Die Mitte des historischen Festzeltes bildet der Tanzboden, auf dem verschiedene Trachtengruppen Schuhplatteln, Goaslschnalzen und brauchtümlichen Volkstanz vorführen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auf der historischen Speisekarte stehen neben den klassischen Wiesnschmankerln verschiedene Gerichte aus der Zeit um 1810 © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Für eine saubere Stimmung sorgt das bekannte Blasorchester Wolfgang Grünbauer mit gestandener bayerischer Musik. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Der Gast erhält seine Mass wie früher im echten Steinkrug. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Mit einem Pferderennen zu Ehren des königlichen Hochzeitspaares hat 1810 das Oktoberfest begonnen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Aus diesem Anlass finden auf dem "großen Ring" zur 200-Jahr-Feier die Pferderennen statt. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Die Panorama-Alm bietet einen perfekten Ausblick auf die Rennen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Darauf freuen sich auch Gabriele Weißhäupl und Wirtschaftsreferent Dieter Reiter. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Jeden Tag um 13 und 18 Uhr können die Besucher die Pferderennen verfolgen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Die historischen Fahrgeschäfte auf der Jubiläumswiesn: Manche Besucher können sich bestimmt noch an das Calypso erinnern. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Das Land des Lächelns sorgt mit Zerrspiegeln und optischen Täuschungen für Illusionen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Die Fahrt ins Paradies ist eines der Traditionskarussels. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Auch alte Fahrzeuge kann man auf der historischen Wiesn anschauen. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Ein paar letzte Handgriffe müssen noch gemacht werden. © Hueber
Oktoberfest historische Wiesn
Dann wird es hoffentlich voll auf dem Festgelände. © Hueber

Wiesn-Chefin Gabriele Weis­häupl hatte das Thema Oktoberfest als Weltkulturerbe schon 2008 beim Vorsitzenden der Weltkulturerbestätten Horst Wadehn angeregt, der deutsche Schaustellerbund griff den Vorschlag bei seiner Jahrestagung im Januar 2009 in Berlin auf. „Dann wäre die Wiesn so etwas wie ein denkmalgeschütztes Gebäude, mit dem man behutsam umgehen muss“, so damals die Wiesn-Chefin, die sich seit jeher für die Erhaltung der Wiesn-Tradi­tionen einsetzt. Sie hoffte, dass ihr der UNESCO-Titel dabei helfen könnte. Und auch Manfred Newrzella, Vorsitzender des Vereins Münchner Brauereien und als Geschäftsführer des Festringes für den Wiesn-Trachtenumzug zuständig, argumentierte 2009: „Bier, Genuss und das bayerische Lebensgefühl allgemein ist ebenso Kultur wie Literatur.“

Doch seit Freitag dürfte bei den Befürwortern des Wiesn-Weltkulturerbes ein gehöriger Kater ausgebrochen sein: Wiesn-Stadtrat und SPD-Fraktionsvize Helmut Schmid beantragte, dass die Stadt verhindern soll, dass das Oktoberfest als immaterielles Weltkulturerbe geschützt wird! Schmid begründet das mit einer äußerst ernüchternden Feststellung: „Das Oktoberfest ist sicherlich einzigartig. Ob es aber gerade Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten sind, die das Oktoberfest zu dem machen, was es ist, darf bezweifelt werden.“ Das sind nämlich die Voraussetzungen, die ein Kandidat für das „immaterielle Weltkulturerbe“ erfüllen muss. Die Wiesn müsste zudem als geschütztes Kulturgut durch „Dokumentation, Forschung, Sicherung, Schutz, Förderung, Aufwertung, Weitergabe insbesondere durch schulische und außerschulische Bildung“ erhalten werden – alles Argumente, die für Schmid gegen den Schutz als Weltkulturerbe sprechen. Er fürchtet aber vor allem, dass „sich das Fest nicht mehr weiter entwickeln kann und statisch wird“.

Eine Wiesn-Tradition hat Schmid jedenfalls schon gebrochen: Er hat seinen Vorstoß nicht mit den Beteiligten abgesprochen. Festring-Geschäftsführer Manfred Newrzella will deshalb nichts dazu sagen. Münchens Schausteller-Chef Edmund Radlinger ist jedenfalls enttäuscht über den SPD-Vorstoß: „Da bin ich baff, das ist eine harte Nummer. Tradition und Fortschritt schließen sich nicht aus. Wenn aber die Wiesn keine Tradition ist, was dann?“

J. Welte

Rubriklistenbild: © Schlaf

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