Demo auf dem Frühlingsfest

Mitarbeiter: "Mia woin unser Hippo b'hoitn"

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"Das Hippo darf nicht sterben": Mehr als 100 Bedienungen und Kellner haben auf dem Frühlingsfest für den Erhalt des Hippodrom demonstriert.

München - Das Ende des Hippodrom steht fest. Besonders hart trifft es die Bedienungen und Kellner. Auf dem Frühlingsfest haben sie nun für den Erhalt ihres Festzelts demonstriert. Wir waren dabei.

Eigentlich ist alles wie immer an diesem Montagvormittag auf dem Frühlingsfest. Die Standlbetreiber dekorieren ihre Theken, die Schausteller polieren ihre Karussells, in den Festzelten bereiten sich die Bedienungen und Kellner auf den Ansturm am Nachmittag vor. So auch im Hippodrom. Doch hier mischt sich ein ungutes Gefühl unter die Mitarbeiter. Sie fürchten sich vor dem Ende von Sepp Krätz' Traditionszelt. Am Mittag hat der Wirtschaftsausschuss der Stadt München beschlossen, dass der Gastronom Siegfried Able ein neues Zelt mit dem Namen "Marstall" an Stelle des Hippodrom betreiben wird.

Mitarbeiter sind betroffen vom Ende des "Hippo"

Zwar war die Unterstützung für das Hippodrom in den vergangenen Tagen überall zu spüren. In München wie darüber hinaus. Sogar eine Online-Petition zum Erhalt des Festzeltes ist gestartet worden. Doch für die Bedienungen und Kellner sieht es noch einmal anders aus. Sie trifft das Ende des Hippodrom besonders hart.

Am Montagvormittag sind sie zwar schon wieder voll im Einsatz - der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA hat das Hippodrom für eine Veranstaltung gebucht. Um kurz nach 11 Uhr öffnen sich plötzlich die Türen des Festzelts und die Service-Mitarbeiter des Hippodrom kommen heraus. 

"Das Hippo darf nicht sterben!"

Einige halten selbstgebastelte Schilder nach oben. "Mia woin unser Hippo b'hoitn", steht auf einem blauen Herzerl geschrieben. Oder "Wiesn ohne Hippo - Nein Danke" auf einem runden Schild im Stile der Anti-Atomkraft-Bewegung. Noch ein bisschen drastischer: Ein Holzkreuz mit der klaren Forderung: "Hippo darf nicht sterben".

Mitarbeiter demonstrieren für Sepp Krätz

Die Mitarbeiter des Hippodrom demonstrieren - für ihr Zelt, für ihre Jobs - und für Sepp Krätz. Meinrad Neumayer (38) ist einer von ihnen. Seit vier Jahren bedient der Salzburger im Hippodrom. Ob Wiesn oder Frühlingsfest, er war immer dabei. "Der Sepp ist einfach ein super Gastronom", meint der Österreicher. "Er hat eine Linie und das macht es aus."

Auch in diesen schweren Tagen trägt er stolz sein Holzklammerl auf der dunklen Weste über seinem rot-weiß-karierten Hemd: "Radi" hat er mit Filzstift darauf geschrieben. "Ich finde es einfach schade, was da zurzeit abläuft", sagt er und schluckt. "Wenn das Hippo stirbt, ist es auch für mich vorbei mit der Wiesn."

Ohne Hippodrom keine Wiesn

In einem anderen Zelt weiterzumachen, das kann sich "Radi" Neumayer beim besten Willen nicht vorstellen. So geht es auch den anderen knapp 100 Hippo-Mitarbeitern, die an diesem grauen Montagvormittag für den Erhalt des Festzelts demonstrieren.

Nach ein paar Minuten verschwinden sie schnell wieder in das Zelt. Zurück an die Arbeit, zurück in ihr "Hippo". Nur ihre Schilder lassen sie zurück. Wie als Mahnmal legen sie sie der Bavaria-Figur vor der Festhalle zu Füßen. Es ist in diesen Tagen eben doch nicht alles wie immer auf dem Frühlingsfest.

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