Gattin des Ministerpräsidenten verweigert sich dem Trachtenzwang

Marga Beckstein zieht auf der Wiesn kein Dirndl an

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Marga Beckstein will auf der Wiesn kein Dirndl anziehen.

Zwei wichtige Szenen gibt es beim Oktoberfestauftakt: Das Anzapfen des ersten Bierfasses durch den Oberbürgermeister.

Kurz darauf stößt der Ministerpräsident mit dem OB in der Ratsboxe auf eine friedliche Wiesn an. Heuer stemmt zum ersten Mal Günther Beckstein die Maß. Eine Premiere vor einem TV-Millionenpublikum, auch für die Ehefrau des Landesvaters. Am Donnerstag erschreckte Marga Beckstein einige Münchner CSU-Frauen mit dem festen Vorsatz: „Ich ziehe kein Dirndl an, das muss man nicht.“

Muss man als First Bavarian Lady doch, finden die traditionsbewussten Damen der Frauen-Union (FU). Chefin Elisabeth Schosser, die oft im Dirndl gesehen wird, kann sich ein anderes Outfit für die Gattin des Ministerpräsidenten auf der Wiesn nicht vorstellen. Schon bei der Salvatorprobe auf dem Nockherberg stach Marga Beckstein mit ihrem strengen Hosenanzug aus dem Trachtler-Publikum heraus. Inge Zehetmeier, Gattin des früheren Bürgermeisters, stimmt Schosser zu: „Ein Hosenanzug geht gar nicht.“

Das wäre am 22. September (acht Tage vor der Landtagswahl) ein Kontrastprogramm nach 15 Jahren Karin Stoiber: In schmucken Dirndln mit blütenweißen Blusen und mit strahlendem Lächeln saß sie neben ihrem Edmund am Tisch mit OB Christian Ude (Lederhose) und Edith von Welser-Ude (Tracht). Günther Beckstein selbst wird sich stilistisch in diese Gesellschaft einfügen, hat er sich doch zwei Trachtenanzüge zugelegt: einen dunklen und einen hellen. Marga Beckstein gibt auch zu, dass die ihrem Günther gut stehen.

Ex-Kultusministerin Monika Hohlmeier hatte, Stand 2005, nicht weniger als zwölf Dirndl in ihrem Schrank hängen. Für die 63-jährige protestantische Nürnbergerin Beckstein kommen solche Kleidungsstücke nur als Faschingsgwand infrage: Bei einer der legendären Faschingsveranstaltungen in Veitshöchheim hat man sie darin sehen können. Fürs Münchner Oktoberfest müsste es ja kein weiß-blaues Rautenmuster sein wie damals in Franken!

Auch in der FU gibt es Stimmen, die Marga Beckstein bestärken, ihren Willen durchzusetzen – woran ohnehin keiner zweifelt. „Man muss sich authentisch fühlen“, sagt Landtagskandidatin Hannelore Roedel, die ebenfalls aus Nürnberg stammt.

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