Mamma mia! Italiener geben 30 Millionen auf der Wiesn aus

München - Die Campingplätze platzen aus allen Nähten, Wohn­mobile reihen sich in der ganzen Stadt aneinander: Die Italiener sind da! Hier erfahren Sie, was einzelne Gäste aus Italien ausgeben.

Das Tourismusamt schätzt, dass heuer 200 000 bis 250 000 Ragazzi (junge Italiener) auf die Wiesn strömen – hauptsächlich Männer, die ihre Mädels zu Hause gelassen haben … Der Großteil von ihnen kommt traditionell jetzt am mittleren Wochenende. Und die Besucher vom Stiefel ­bescheren der Stadt München einen wahren Geldsegen: Trotz der Schuldenkrise im eigenen Land geben sie hier insgesamt 30 Millionen Euro aus! Heruntergerechnet auf den einzelnen Besucher sind die Zahlen noch beeindruckender. Laut Tourismusamt lässt der Italiener im Schnitt pro Tag 150 Euro auf der Wiesn. Zum Vergleich: Statistisch gesehen gibt jeder Besucher 61 ­Euro aus. „Die italienischen Gäste sparen mit ihren Wohnmobilen und Zelten bei der Übernachtung – sie investieren alles in die Wiesn“, sagt Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl. „Die Italiener lieben unser Bier und kaufen besonders gerne Souvenirs, vor allem Hüte.“

Damit es in diesen Tagen in gefährlichen Situationen keine Sprachprobleme gibt, holen Münchner Polizei und Feuerwehr sich schon seit Jahren Hilfe von italienischen – und auch französischen – Kollegen. Also nicht wundern, wenn Herren in fremden Uniformen übers Festgelände ziehen! Die tz hat bei Italienern nachgefragt, wie viel ihnen die Wiesn wert ist.

Feste Nahrung ist bei ihm nur Nebensache - 575 €

Sein Outfit sagt alles: Nat (34), ein Angestellter aus Neapel, ist absoluter Wiesn-Fan, er ist das achte Mal in Folge hier. Mit seinen Kumpels ist er von Neapel nach Mailand geflogen (80 Euro hin und zurück), dann ging’s mit dem Auto weiter – Benzinkosten etwa 120 Euro. Bei der Übernachtung spart er: Fünf Nächte am Zeltplatz kosten 75 Euro. Feste Nahrung ist Nebensache: Etwa 10 Euro zahlt er fürs selbstgekochte Mittagessen. Dafür kann er danach beim Bier voll zuschlagen: Nat rechnet mit 50 Euro pro Tag.

Wiesn-Hüte für Bella Italia - 800 €

Letzte Woche planten Pamela (30) und Silvia (27) aus Rom mit neun Freunden einen spontanen Abstecher zur Wiesn. Weil alle Hotels bereits ausgebucht waren, schläft die Gruppe für zwei Nächte in einer Zwei-Zimmer Wohnung in Schwabing bei einem Studienkollegen – das Frühstück bezahlen sie selbst. „Wir liegen gequetscht, aber das ist es uns wert.“ Hutfan Pamela kauft ihrer Familie Oktoberfesthüte für 120 Euro!

Anbandeln auf Deutsch - 3960 €

Diese vier Gigolos aus Florenz haben extra gespart, um es auf der Wiesn vier Tage richtig krachen zu lassen: Fürs Hotel bezahlen sie 600 Euro pro Kopf und am Tag gibt jeder um die 180 Euro für Bier, Hendl und Taxi aus. Für einen kranken Freund kauften sie ein „Wiesn-Paket“ als Mitbringsel für 110 Euro. Am besten gefällt Massimo (34), Philippo (45), Alessandro (39) und Stefano (36) das Hofbräuzelt: „Und wenn wir hübsche Mädls sehen, laden wir sie auf eine Mass ein!“ Dafür haben sie extra ein paar Sätze in perfektem Deutsch einstudiert.

Neun Mass pro Tag - 630 €

Vier Tage schläft ­Diego (21) aus Verona mit seinen Freunden im Wiesncamp Riem für 30 Euro pro Nacht. Der Liebsten will er ein T-Shirt kaufen – mehr als 15 Euro ­dürfe das aber nicht kosten. Sein Rekord: neun Mass Bier pro Tag!

Spaß für jedes Alter - 3480 €

Drei Generationen auf der Wiesn: Katja (33) ist nicht nur mit Tochter Charliese (4) und Mann Roberto (32) hier. Auch Mama Nina (54, li. hinten) ist mit aus Mailand gekommen: Ihre Flüge haben je 360 Euro gekostet, Tante Nicoletta (47) kam mit dem Flieger aus Sizilien (400 Euro). Sie alle übernachten umsonst bei Verwandten in einem Haus in Trudering. Für ihre geplanten vier Wiesn-Tage berechnen sie insgesamt je bis zu 500 Euro. Das Dirndl für die Kleine haben die Eltern für 79 Euro gekauft.

nba./cl.

Rubriklistenbild: © westermann

Auch interessant:

Lesen Sie auch:

Der smarte Wiesn-Besucher zahlt die Mass per Handy

Der smarte Wiesn-Besucher zahlt die Mass per Handy

Die Lederhose - je dreckiger, desto schöner?

Die Lederhose - je dreckiger, desto schöner?

Oktoberfestplakat 2017: Fans durften erstmals mitbestimmen 

Oktoberfestplakat 2017: Fans durften erstmals mitbestimmen 

Oktoberfest-Preise 2017: So viel kostet das Essen in den Festzelten

Oktoberfest-Preise 2017: So viel kostet das Essen in den Festzelten

Kommentare