Ein Licht für die Ewigkeit: Willy Heides Kerze brennt

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Daniela und Renate Heide mit Pater Wilfried in Maria Eich – vor ihnen brennt die traditionelle Wiesnkerze von Willy Heide (†).

München - Willy Heide ist im Alter von 91 Jahren im August verstorben. 26 Jahre lang ist die Wiesn-Wirt-Legende mit einer großen Wiesnkerze zur Walfahrt gefahren. Auch nach seinem Tod wird an dem Ritual festgehalten.

Als die Kerze ihren hellen Schein in der Kapelle ausbreitet, werden Daniela Heide und ihre Mutter Renate ganz ruhig. Sie lächeln. Die beiden spüren ihren Willy (†91) ganz nahe.

In diesen Tagen wäre der im August verstorbene Senior-Wirt der Bräurosl und frühere Wirtesprecher Willy Heide zum 27. Mal mit einer großen Wiesn­kerze zur Wallfahrt nach Maria Eich in Planegg aufgebrochen, um sie dort für eine friedliche Wiesn aufzustellen. In diesem Jahr haben das seine Liebsten übernommen. Schon beim Requiem im Rahmen der Trauerfeierlichkeiten hat Pfarrer Rainer Maria Schießler die diesjährige Kerze entzündet. Willys Wiesnkerze – ein Licht für die Ewigkeit.

„Meinem Großvater war es ein sehr großes Anliegen, dass die Tradition auch nach seinem Tod weitergeführt wird“, sagt Enkelin Daniela (29). Auch Pater Wilfried vom Augustinerkloster Maria Eich, der das Licht in den vergangenen acht Jahren gemeinsamen mit dem Wirt entzündet hat, freut sich: „Dass sie wieder brennt, ist eine große Erleichterung für mich. Herr Heide hatte diese Idee ja nach dem Attentat 1980. Er hatte großes Vertrauen, dass Maria mit ihrem Licht die Wiesn-Besucher beschützt, so dass so etwas nie mehr ­passiert. Er hat das nicht für die Öffentlichkeit gemacht, man hat die Ernsthaftigkeit seines Ansinnens immer gespürt.“

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So ist er auch nach seinem Tod auf der Wiesn dabei: Wirt Georg Heide hängt in der Bräurosl das Bild seines im August verstorbenen Vaters auf.

Auch in den kommenden Jahren wollen die Heides dieses Ritual weiter zelebrieren. Auch, weil die Kerze nun für die Familie eine zweite Bedeutung hat. „So können wir immer herkommen, um ihm nahe zu sein“, sagt die Enkelin des Verstorbenen, Daniela. „Außerdem ist Willy dann jedes Jahr irgendwie bei der Wiesn dabei.“ Auch in der Bräurosl thront das Wirte-Urgestein weiter über seinen Gästen. Sein Sohn Georg hat gestern ein großes Foto von dem Lebemann, winkend und mit seinem typischen Gamsbart, aufgehängt – direkt neben die Großeltern. „Ich glaube, mein Vater würde sich sehr darüber freuen.“

N. Bautz

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