Sicher durchs Oktoberfest

Wiesn-Versicherung: Das wird gezahlt

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Auf der Wiesn kommt es schon mal zu Stürzen und Verletzungen. Dafür gibt es eigene Versicherungen.

München - Eine Unfallversicherung für den Festzelt-Besuch abschließen? Was kurios klingt, soll ängstliche Oktoberfestgäste vor Verletzungen auf dem größten Volksfest der Welt schützen.

Schlägereien, Stürze und Schlimmeres: Auch Verletzungen gehören beim Oktoberfest jedes Jahr aufs Neue zum Alltag. Allein auf der Wiesn 2013 mussten mehr als 10.000 Personen ärztlich versorgt werden. Für solche Fälle gibt es nun eine ganz besondere Kurzzeit-Police: Wer fürchtet, bei seinem Oktoberfestbesuch verletzt zu werden, kann bei der Versicherungsgruppe "Die Bayerische" eine spezielle Kurzzeit-Unfallversicherung abschließen. Das Internet-Portal der Stiftung Warentest test.de hat das Angebot unter die Lupe genommen.

50.000 Euro Gesamtsumme

Über die App "Appsichern" oder auf der Internetseite www.wiesnschutz.de ist die Police erhältlich. Die Vertragslaufzeit kann individuell entweder für 24 Stunden, oder auch für die gesamten 16-Tage des Oktoberfestes eingestellt werden. Der Ein-Tages-Schutz kostet 5,99 Euro. Die Police zahlt, wenn ein Oktoberfestbesucher bei einem Unfall dauerhaft invalide wird. Die maximale Versicherungssumme liegt bei 50.000 Euro. Je nach Schwere der Verletzung zahlt die Unfallversicherung einen bestimmten Prozentsatz der Gesamtsumme. Bei dem Verlust eines Zeigefingers bekommt man beispielsweise 10 Prozent der Leistung, also 5.000 Euro, so test.de. Der Vorteil der Kurzzeit-Police: Jeder Wiesn-Besucher kann die Versicherung abschließen. Lediglich ein Internetzugang oder Smartphone  ist für den Vertragsabschluss notwendig. Eine Gesundheitsprüfung gibt es nicht, wie test.de berichtet.

Weitere Leistungen im Überblick 

Kosmetische Operationen: Die Versicherung zahlt für Arzthonorare, Kosten der Operation und Krankenhausaufenthalt maximal 10.000 Euro

Zahnbehandlung: Pro Unfall werden für neue Eck- und Schneidezähne bis zu 2.000 Euro gezahlt.

Krankentransport: Ebenfalls bis zu 2.000 Euro zahlt der Versicherer für einen aus medizinischer Sicht sinnvollen Krankenrücktransport zum eigenen Wohnort.

Dokumente: Meldet ein beklauter Wiesn-Besucher den Diebstahl bei der Polizei und legt im Anschluss die Belege zu den Kosten für die Ersatzbeschaffung vor, zahlt der Versicherer bis zu 100 Euro.

Nachteile der Kurzzeit-Police

Trotzdem hat das im ersten Augenblick lukrative Angebot laut test.de entscheidende Nachteile: Vor allem die niedrige Versicherungssumme von 50.000 Euro könne Verunfallten nicht ausreichend helfen, wenn sie nach einem Wiesn-Besuch dauerhaft im Rollstuhl sitzen müssen. Ein anderer Kritikpunkt der Warentester: Die Versicherung zahlt ausschließlich im Falle bleibender Schäden. Wer also betrunken von der Bierbank fällt und sich einen Arm oder ein Bein bricht, erhalte keine Leistungen.

Allgemein zeige sich die Kurzzeit-Police beim Thema Alkohol allerdings kulant: Wer betrunken gar nicht mehr mitbekommt, was er tut und so einen Unfall verursacht, kann laut test.de auf die Leistungen zählen. Wer allerdings mit mehr als 0,5 Promille mit dem Auto verunglückt, erhält kein Geld. Eine weitere Voraussetzung für den Erhalt der Leistungen: Der Unfall muss auf dem Festgelände des Oktoberfests geschehen. Auch die direkte An- und Abreise ist versichert, berichtet test.de. Für alle anderen Unfälle übernimmt die Kurzzeit-Versicherung keine Haftung. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, soll sich nach anderen, generell geltenden Unfallversicherungen umsehen, rät die Stiftung Warentest.

vin 

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