Kurioses Theaterstück über die Wiesn

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Michaela May träumt als blinde Seherin davon, Wirtin der Fischer-Vroni zu werden. Bühnenpartner Rainer Haustein träumt dagegen von ihr.

München - Die Wiesn dient als Aufhänger für ein neues Theaterstück. Charmant und echt münchnerisch soll das Stück - mit Michaela May in der Hauptrolle - werden. Dem Titel nach, könnte es allerdings schwer verdaulich sein.

Wer sich anschaut, wer alles auf die Wiesn kommt, der könnte das Oktoberfest leicht für eine Art Welttheater halten. Dramen spielen sich dort jedenfalls zuhauf ab. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Wiesn wieder mal als Aufhänger für ein neues Bühnestück dient. Dessen Titel verschreckt allerdings ein bisserl: Im Enddarm der Stadt hat Stefan Kastner (48) sein Drama getauft. Das klingt, vornehm ausgedrückt, wenig fremdenverkehrstauglich.

Kastner erzählt die Geschichte einer schlesischen Adelsfamilie, der sich überraschend die Gelegenheit bietet, Teilhaber eines Wiesnfestzeltes zu werden – der Fischer-Vroni. Doch München ist voll, so voll, dass die Familie nur eine Chance sieht, in die Stadt zu gelangen: durch den Ar…!

So schön war die Wiesn 2011

So schön war die Wiesn 2011

Doch auch dort geht’s eng zu. Ein Geistlicher und eine Art Hausmeister haben sich hier schon niedergelassen. Und noch ein dickes Problem gibt es: Demnächst, so warnen die Enddarm-Bewohner, komme auch noch „die Wurst“ vorbei.

Klingt schwer verdaulich – doch Kastner verspricht, dass sein Stück alles anders als schmutzig, geschweigedenn eklig sei. Im Gegenteil. „Es ist charmant und sehr Münchnerisch.“

Der Titel sei ihm eingefallen, als er Müllmänner beim Abtransport der Tonnen beobachtet habe. Und im Großen und Ganzen gehe es im Stück halt um die Ausscheidungen der Stadt. Ein kurioseres Szenario hätte sich auch nicht Herbert Achternbusch, einer der geistigen Ziehväter Kastners, ausdenken können.

Zu den Darstellerin zählt übrigens auch ein prominenter TV-Star: Michaela May. Im Enddarm der Stadt ist ihre dritte Zusammenarbeit mit Kastner. May spielt eine blinde Seherin, die davon träumt, Wiesn-Wirtin zu werden. Mal ganz was anderes als Polizeiruf oder eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung.

Aufführung

„Im Enddarm der Stadt“, Premiere, Mittwoch (20.30 Uhr) im i-camp (Entenbachstr. 37, 81541 München). Weitere Vorstellungen: 20., 21., 22. und 23. Oktober jeweils um 20.30 Uhr. Eintritt: 16 Euro.

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