Traurige Alkohol-Bilanz des Krankenhauses

Jede Menge Randale in der Wiesn-Klinik

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Ab von der Wiesn ins Krankenhaus! Sanitäter bringen einen Patienten in der so genannten gelben Banane zur weiteren Versorgung.

München - Im LMU-Innenstadtklinikum in der Ziemssenstraße haben randalierende Betrunkene sogar medizinische Geräte beschädigt. Die Halbzeitbilanz der Wiesn-Kilinik: Vollalarm!

Wenn die Bier-Opfer in die Notaufnahme kommen, dann können sie entweder kaum mehr sprechen – oder werden dort wieder putzmunter. Zum Leidwesen der Klinikangestellten. Im LMU-Innenstadtklinikum in der Ziemssenstraße haben randalierende Betrunkene sogar medizinische Geräte beschädigt. Die Halbzeitbilanz der Wiesn-Kilinik: Vollalarm!

„Manche Betrunkene sind so aggressiv, dass wir sie fixieren müssen“, sagt der Leiter der internistischen Nothilfe, Dr. Markus Wörnle, der tz. „Uneinsichtige Patienten, die um sich schlagen, haben einen Überwachungsmonitor beschädigt, der konnte zum Glück leicht wieder repariert werden. Höher werden dagegen die Reperaturkosten bei einem neu angeschafften, etwa 35 000 Euro teuren, Ultraschallgerät.“

Die große Zahl der Alkoholvergiftungen bringt die Wiesn-Klink manchmal an ihre Kapazitätsgrenze, so Wörnle. „Am Donnerstag hatten wir acht Betrunkene gleichzeitig – in der Notaufnahme stehen aber nur vier Liegen. Deshalb haben wir einen seperaten Saal geöffnet – ein Ausnüchterungslager, in dem bis zu zwölf Patienten gleichzeitig liegen können.“ Bis die Patienten wieder fit seien, dauere es manchmal die ganze Nacht. „Denn viele der Patienten sind Leute, die Alkohol nicht gewöhnt sind.“ 3,14 Promille war bislang der höchste gemessene Wert. Insgesamt kamen vom Wiesnstart bis Samstagmittag 85 Patienten mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Das ist laut LMU-Klinikum etwas überdurchschnittlich.

Was machte Einstein auf der Wiesn? Kuriose Fakten zum Oktoberfest

"Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit" - wer dieses Lied nicht beherrscht, hat in einem Wiesn-Zelt eigentlich nichts verloren. Der berühmte Trinkspruch stammt jedoch aus einer sächsischen Feder. Der Chemnitzer Musiker Bernhard Dittrich verfasste das Lied, nach dem anschließend ein kräfter Schluck aus der Mass genommen wird. © dpa
Wiesn historisch: Zu Beginn der Festivitäten im Jahre 1810 ist auf dem Oktoberfest kein Alkohol ausgeschenkt worden. Bier und Hochprozentiges mussten sich die Besucher außerhalb des Festgeländes besorgen. Die Veranstalter erkannten das Problem aber rasch und erlaubten den Alkoholgenuss schließlich. Erst dann etablierten sich die Bierzelte in ihrer heutigen Form. © dpa
Das Kunst Projekt "Les désastres de la bière" stellt die negativen Nebeneffekte der Wiesn dar: Wildbiesler, sich übergebende Menschen und sonstige Peinlichkeiten werden dort gezeigt. © dpa
Auf der Wiesn muss erstmal a gscheite Mass her. Und die ist richtig teuer geworden. Dieses Jahr liegt der Masspreis bei bis zu 10,70 Euro. © dpa
Die Lederhose ist für viele Männer ein Muss für ein Wiesn-Besuch. Das feine Leder für die bayerische Tracht kommt allerdings oft von Ziegen, die in Indien oder Pakistan grasten. Die Originale ist natürlich die Hirschlederne. Neuerdings gibt es auch vegane Tracht. © dpa
Das Online-Aktionshaus Ebay verdient sich mit der Wiesn ebenfalls eine goldene Nase. Insgesamt befinden sich 221.169 Artikel rund um das Oktoberfest (Stand 30.09.2016) im Angebot. © dpa
Hätten Sie es gewusst? Albert Einstein, Physik-Nobelpreisträger, verdiente einst sein Geld auf der Wiesn. Das Genie arbeitete 1896 als Hilfsarbeiter beim Aufbau des Schottenhamel-Festzeltes. Dort soll er elektrische Kabel verlegt haben. © dpa
Extra für die Wiesn stellt die Post eine eigene Geschäftsstelle an die Theresienwiese. Dort werden Souvenirs verkauft und Grüße direkt vom Festgelände in die weite Welt verschickt. Bis zu 130.000 Sendungen wurden im Jahr 2012 an Freunde und Familie gesendet. © dpa
Eine Mass oder acht Stamperl Schnaps? Das ist Geschmackssache. Vom Alkoholgehalt macht dies kaum Unterschiede, da das Wiesn-Bier stärker ist als Normales. 2016 hat das US-Konsulat Touristen sogar davor gewarnt.   © dpa
Während Millionen Touristen nach München fliegen und fahren, versuchen tausende einheimische Bürger dem Spektakel zu entfliehen. Hauptziele der Münchner: Städtetrips nach New York, Kopenhagen und - besonders beliebt - Bangkok. © dpa
Hoteliers freuen sich jedes Jahr erneut über die "fünfte Jahreszeit" in München. Die Preise für ein Zimmer verdoppeln sich schlagartig zum Wiesn-Beginn. © dpa

Auch die chirurgische Notaufnahme verzeichnet etwa 30 Prozent Patienten mehr mit Platzwunden, Brüchen und Kopfverletzungen. Hier werden bei Vollalarm auch mal Liegen im Flur aufgestellt.

Nicht die medizinische Versorgung, sondern die Logistik ist während der zwei Wochen die große Herausforderung. Nothilfe-Leiter Markus Wörnle erzählt: „Unser Putzdienst ist in ständiger Abrufbereitschaft – auch das Sicherheitspersonal kann spontan von zwei auf vier Personen erhöht werden.“ Das Klinikpersonal muss durchhalten, wie Wörnle sagt: „Die Fälle werden bestimmt noch steigen. Mit dem Feiertag und dem letzten Wochenende steuern wir auf den Höhepunkt zu.“

nba

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