Ein Jahr Rauchverbot: Wie sehr leiden die Kneipen wirklich?

München - Seit einem Jahr ist Bayern qualmfrei. Auch auf der Wiesn herrscht heuer strenger Nichtraucherschutz. Die Gastronomie klagt über weniger Gäste, Umsatzeinbußen und Entlassungen - und will dies in einer Studie belegen.

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Das Ende der Wirtshauskultur, das große Kneipensterben - bereits kurz nachdem sich Volkes Wille für das absolute Rauchverbot in Bayerns Gaststätten und Kneipen ausgesprochen hatte, ging bei den Gastronomen die Angst um. Ein Jahr ist seit dem Volksentscheid vergangen. Am Montag haben der BFT (Bürger für Freiheit und Toleranz), der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband BHG-DEHOGA und der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) eine repräsentative Stichprobe vorgestellt.

Rauchverbote in den Bundesländern

Rauchverbote in den Bundesländern

604 Gastronomie-Betriebe in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken haben die Mitarbeiter des Münchner Instituts für Marktforschung (mifm) zwischen Mai und Juli dieses Jahres befragt. Darunter waren Bars, Bistros, Coffeeshops, Discos, Gaststätten und Kneipen. Laut mifm habe man durch ein sehr aufwändiges Screening-Verfahren, also durch genaue Unterscheidung der verschiedenen getränkegeprägten Kleingastronomiebetriebe, eine repräsentative Umfrage erstellen können.

Ergebnis der Studie

Und das Ergebnis fiel wie folgt aus: Die große Mehrheit der Gastronomen bewerten das Rauchverbot als schlecht, rund 30 Prozent der Gäste blieben deshalb weg. Und wenn sie kommen, bleiben sie nicht mehr: Fast zwei Drittel ihrer Gäste gehen seit dem Rauchverbot früher, so die Meinung der Wirte.

Hart treffe es vor allem jene Betriebe, die vor allem von ihrer Stammkundschaft leben: Die Mehrheit der Stammgäste komme seltener. Was den Umsatz angeht, so klagen die Wirte über Einbußen von im Schnitt 28 Prozent. Das bekomme als erstes das Personal zu spüren: Festangestellte wie Aushilfen müssten jetzt verstärkt um ihre Jobs bangen.

47 Prozent der Befragten kennen Wirte, die ihren Betrieb wegen des Rauchverbots geschlossen haben oder über Schließung nachdenken. Knapp 30 Prozent denken selbst übers Aufgeben nach.

Die Initiatoren der Befragung sehen sich durch die Ergebnisse bestätigt. "Mit dem bayerischen Rauchverbot wurde eine falsche Wirkung erzielt. Hier wurde auf dem Rücken der Kleingastronomie eine Strategie umgesetzt, die eigentlich keine Ziele verfolgt", sagt Bodo Meinsen, Vorsitzender der Bürger für Freiheit und Toleranz. So sieht es auch die Chefin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Angela Inselkammer: "Die Studie belegt, dass im Fall des Rauchverbotes bei den Wirtshäusern genau das eingetreten ist, worauf wir im Vorfeld hingewiesen haben: Rückläufige Umsätze, die viele kleinere Betriebe vor das Aus stellen."

kb

Rubriklistenbild: © dpa

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