Ärger um Schwarzbau

Illegaler Trink-Stadel neben der Wiesn muss weg

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Sieht gemütlich aus, ist aber illegal und muss nun abgebaut werden: Die Almhütte neben dem alten Volksbrausebad am Bavariaring.

München - Eine gemütliche Almhütte wie im Oberland, direkt neben der Wiesn, das Bier fließt in Strömen, die Stimmung ist gut. Einziges Problem: Die Hütte ist ein dreister Schwarzbau – und muss nun weg.

Ärger neben der Wiesn: Die Party-Almhütte am Bavariaring ist als Schwarzbau enttarnt worden und muss nun beseitigt werden. Das teilte das zuständige Planungsreferat auf Anfrage unserer Zeitung mit. Im Laufe des gestrigen Nachmittags wurde dem Betreiber der Party-Hütte, der Burger-Kette „Hans im Glück“, eine Nutzungsuntersagung zugestellt. Ab heute Vormittag greift zusätzlich eine Beseitigungsanordnung, die dem Betreiber drei Tage Zeit lässt, die stattliche Almhütte mitsamt Balkon vor dem ehemaligen Volksbrausebad zu entfernen. „Es handelt sich um einen Schwarzbau, und wir haben Maßnahmen ergriffen“, sagte Karla Schilde, Sprecherin des Planungsreferats.

Seit Samstag hatte Gastronom und „Hans im Glück“-Geschäftführer Thomas Hirschberger die Almhütte samt Biergarten für 200 Gäste in Betrieb. Offenbar wollte Hirschberger sich das lukrative Wiesn-Geschäft nicht entgehen lassen. Der Almhütten-Besucher konnte dort eine Halbe Bier für vier Euro, Cocktails für zehn Euro und eine Flasche Wodka mit Mischgetränken für 109 Euro kaufen. Zwischenzeitlich war wohl auch vorgesehen, am Abend zehn Euro Eintritt zu verlangen. Hirschberger selber war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen, auch in der Zentrale der Burger-Kette wollte sich gestern niemand zu dem Schwarzbau äußern. „Wie geben keine Stellungnahme ab“, sagte ein Mitarbeiter.

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Das unter Denkmalschutz stehende Volksbrausebad, das während der Wiesn auch als öffentliche Toilette genutzt wird, soll ab nächstem Jahr gastronomisch bewirtschaftet werden. Dafür gibt es bereits einen Pachtvertrag zwischen Hirschberger und der Stadt München. Der Vertrag gestattet es Hirschberger nach Auskunft der Stadt, schon während der Wiesn das Volksbrausebad zu nutzen, auch der Wirtsgarten ist erlaubt. Die Almhütte allerdings ist es nicht. Für sie hätte Hirschberger eine Extra-Genehmigung gebraucht.

„Wir sind Beschwerden von Nachbarn nachgegangen“, sagt Karla Schilde. So sei man drauf gestoßen, dass es für die Hütte keine Erlaubnis gibt. Mit der Beseitigungsanordnung kommt das Referat nun auch einem Dringlichkeitsantrag des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt zuvor. Der BA hatte in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag beschlossen, die Stadt zur Beseitigung der Hütte aufzufordern.

Gastronom Hirschberger steht neben dem vorzeitigen Abbau nun auch ein saftiges Bußgeld ins Haus. Über die genau Höhe schweigt das Planungsreferat. Jedoch ist laut Karla Schilde der Umsatz, den Hirschberger mit der Hütte gemacht hat, Bemessungsgrundlage für die Strafe. Darüber hinaus hat auch das Kreisverwaltungsreferat ein Bußgeld verhängt. Dabei geht es laut Behörde um die unerlaubte Ausdehnung des Wirtsgartens und offene Türen nach 22 Uhr. Und noch ein Problem kommt auf den Almhütten-Chef zu: Seine einzige Schankanlage befindet sich derzeit in der Almhütte.

von Patrick Wehner

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