Frauen und Mädchen in Notsituationen

„Heftiger Wiesnstart“ beim Security Point

München - Beim Security Point bekommen Mädchen und Frauen in Notsituationen Hilfe. Die Mitarbeiter dort sprechen von einem "heftigen Wiesnstart".

Die Mitarbeiterinnen des Security Points haben einen „heftigen Wiesnstart“ hinter sich. „Am ersten Wochenende mussten 31 Mädchen und Frauen betreut werden. Das sind 40 Prozent mehr als 2012“, berichtet Sophia Albrecht von der Präventionsstelle „Amyna“. Gemeinsam mit Pädagogen und ehrenamtlichen Helferinnen vom Frauennotruf München und der Initiative für Münchner Mädchen „Imma“ ist sie mit der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ aktiv.

Seit Oktoberfestbeginn kamen 83 Wiesnbesucherinnen zum Security Point im Service Zentrum hinter dem Schottenhamel-Festzelt – Gründe dafür gab es mehrere: In den meisten Fällen befanden sich die Frauen in psychischen Krisen, weil sie sowohl Freunde als auch Gegenstände verloren oder zu viel getrunken hatten. Auch Panikattacken kämen oft vor, berichet Alexandra Stigger vom Frauennotruf. Oft seien die Mädchen einfach überfordert – „von den Massen in den Zelten und der Stärke des Biers.“ Auffällig sei die oft sehr lange Betreuungszeit, „oft reicht es nicht aus, die Frauen einfach nach Hause zu bringen“.

183 Mal halfen die Mitarbeiterinnen, indem sie berieten, die aufgeregten Kundinnen stabilisierten, nach Freundinnen oder dem Hotel recherchierten. „Wir rufen auch in Australien an, um von der Mutter die Nummer des Freundes zu bekommen“, berichtet Stigger. Oft könne man die Freunde im Zelt auch über Facebook kontaktieren. „Oder wir fragen in 20 Hotels nach, um herauszufinden, wo das Mädchen untergebracht ist. Eine Toruisten konnte sich beispielsweise nur noch an den O2-Tower erinnern.“

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Auffallend sei zudem, dass die Mädchen immer jünger würden. Insgesamt gebe es zwar einen kleinen Rückgang der Meldungen, denn zumindest unter der Woche sei es etwas ruhiger gewesen. „Erschreckend“ seien aber die zwölf Sexualdelikte, die bisher bei der Polizei angezeigt wurden, meinte Kristina Gottlöber von Imma. Am ersten Sonntag mussten die Mitarbeiterinnen beispielsweise eine Touristin psychologisch betreuen und stabilisieren, nachem sie Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden war. „Und die Dunkelziffer ist viel höher“, ist sie sich sicher. „Oft schämen sich die Frauen dafür, geben sich selbst die Schuld.“

Andrea Steiler

Rubriklistenbild: © dpa

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