Glückwunsch, Euer Majestät! Richard Süßmeier wird 80

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Nicht ohne seine Zigarre: Typische für Wirte-Original Richard Süßmeier

München - Richard Süßmeier kämpfte sich vom einfachen Wirtssohn zum „Napoleon der Wirte“ hoch. Am Sonntag wird der ehemalige Sprecher der Wiesnwirte 80.

"Beim besten Willen kann ich nicht behaupten, dass ich am 22. August 1930 das Licht der Welt erblickte, denn es war Nacht!“ Am Sonntag feiert Münchens Wirte-Napoleon Richard Süßmeier Geburtstag – und hat in 80 Jahren nichts an Humor eingebüßt.

Auch an Beliebtheit hat er nicht verloren. Nicht bei seinen Wirte-Kollegen, auch nicht beim Münchner Publikum, das er zum Beispiel als „Bedienung Maria“ mit gesalzenen Reden beim Augustiner-Starkbieranstich erfreut.

Es gibt wenige, die wie Süßmeier zu Lebzeiten zur Legende werden. Der „Napoleon“ unter den Wirten – den Spitznamen hat er sich wegen seiner Größe und umso größeren Unerschrockenheit verdient – hat in 80 Jahren fleißig an der Münchner Stadt- und Wiesn-Geschichte mitgeschrieben. Ein Denkmal wie Karl Valentin oder der Roi­der Jackl habe er sich verdient, forderte Peter Kreuzpaintner, Paulaner Chef im Ruhestand, bereits. Süßmeier ist bescheidener: „Dass ich mobil bleibe und weiter einigermaßen mitmachen kann“, wünscht er sich. Sein Resümee: „Ich habe vieles bewegt und nicht alles festhalten können im Leben. Manches geht nicht so, wie man es sich wünscht.“

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Als kleiner Wirtssohn, geht er mit 17 Jahren nach dem frühen Tod des Vaters vom Gymnasium, um der Mama im Straubinger Hof zu helfen. Bis 1963 ist er hier Wirt, danach in der Gaststätte Großmarkthalle, im Spöckmeier, 1972 gehört er zu den Olympia-Wirten für die Besucher-Gastronomie. 1975 kauft er sein Forsthaus Wörnbrunn.

Den größten Triumph feiert Süßmeier 1958, als er mit 28 Jahren Wirt vom Armbrustschützenzelt wird. Vom ursprünglichen Platz etwas abseits an der Bavaria schafft er den Sprung in die Hauptreihe. Vergrößert das Zelt von 400 auf 5500 Plätze. „Darauf bin ich heute noch stolz.“ Dann, 1984, Süßmeiers Rauswurf von der Wiesn nach der auf die Spitze getriebenen Kraftprobe mit Kreisverwaltungsreferent Peter Gauweiler. „Er hat meine Arbeit mit einem Federstrich ausgelöscht.“

Was ihn die Jahre gelehrt haben? „Ich bin abgeklärter. Ich habe alles schon mal erlebt, mich kann nichts mehr erschüttern.“ Vielleicht bezeichnet er sich eben­ drum als „zufriedenen Menschen mit zwei tüchtigen Kindern und guten Freunden“. Rauschende Höhenflüge und tiefe Stürze hat er erlebt, Münchens Wirte-Napoleon. Glückwunsch, Euer Majestät und eine schöne Feier beim Frühschoppen mit 200 Gästen in der Gaststätte Großmarkthalle!

Simone Herzner

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