Gewerkschaft droht: Streiks zur Wiesn!

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Der Andrang zum U-Bahn-Ein- und Ausgang ist während des Oktoberfestes auf der Theresienwiese meist hoch.

München - Stehen zur Wiesn U-Bahn, Busse und Tram still? Der Deutsche Beamtenbund droht ausgerechnet während des Oktoberfestes mit einem Streik.

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Nach der Debatte um die hässlichen Sicherheitspoller rund um das Oktoberfest droht den Wiesn-Besuchern neuer Ärger: Ausgerechnet für diesen Zeitpunkt droht der Deutsche Beamtenbund (DBB Tarifunion), in dem über die Gewerkschaft GdL viele Bus-, U-Bahn- und Trambahnfahrer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) organisiert sind, mit einem Arbeitskampf. Streik zur Jubiläumswiesn: Das würde Riesenchaos bedeuten, da die öffentlichen Verkehrsmittel während der zwei Festwochen ohnedies überlastet sind.

Die Fakten: Erstmals haben sich die Arbeitgeber bei den üblichen Tarifverhandlungen für die öffentlichen Verkehrsbetriebe nur mit einer der beteiligten Gewerkschaft, nämlich Verdi, einigen können. Die andere Gewerkschaft GdL, bzw. die DBB-Tarifunion, hat die Verhandlungen abgebrochen (Hintergründe siehe unten). Die Fronten sind verhärtet.

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

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Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern zeigt kein Verständnis für die Forderungen und die Streikpläne. Geschäftsführer Armin Augat: „Ich kann nicht verstehen, dass unsere Bedingungen nicht akzeptiert werden.“ Die Tarifunion ruft deshalb vom 1. bis 6. September zur Urabstimmungen auf. Willi Russ, zweiter Vorsitzender der Tarifunion, zweifelt nicht, dass die notwendige Zustimmungsquote der Mitglieder von 75 Prozent erreicht wird. Dann wird unbefristet gestreikt. Russ: „Wir wollen, dass es kracht!“

Notfalls auch während des Oktoberfestes: „Wenn es bis Wiesnbeginn kein Angebot der Arbeitgeber gibt, warten wir sicher nicht zwei Wochen.“ Die MVG plant zwar Ersatzverkehre mit Privatbussen, das freilich wäre ein Tropfen auf den heißen Stein.

K.H. Dix

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