Gehirn-Tumor! Wiesn-Wirt trauert um seinen Sohn

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Auf diesem Foto bei einem Wiesn-Standkonzert war die Familie Roiderer noch glücklich vereint (links Sohn Thomas, die Eltern Christl und Toni, rechts Sohn Markus). Am Samstag ist Markus mit 33 Jahren verstorben.

München - In der Nacht zum Samstag ist Markus Roiderer, Sohn von Wiesn-Wirte-Sprecher Toni ­Roiderer (66, ­Hackerzelt), mehreren Hirntumoren erlegen.

Die Familie hatte schon länger gewusst, dass ihr Markus keine Chance mehr hat. Dennoch ging am Ende alles furchtbar schnell: In der Nacht zum Samstag ist der Sohn von Wiesn-Wirte-Sprecher Toni ­Roiderer (66, ­Hackerzelt) mehreren Hirntumoren erlegen. Der 33-jährige Metzgermeister ist im Kreise seiner Familie im Elternhaus gestorben (Artikel unten). Gegenüber der tz sagt der Vater: „Es zerreißt mir das Herz!“

Schon vor acht Jahren hatte der Juniorchef der Metzgerei Roiderer in Straßlach eine Operation wegen eines Hirntumors gehabt, zwei Jahre darauf erneut. „Dann hatte Markus fünf Jahre Frieden“, erzählt Roiderer. Bis vor etwa zwei Monaten ein aggressiver Tumor nach dem anderen in Markus’ Kopf wucherte. Am Ende waren es fünf Geschwülste. Die Ärzte im Klinikum Großhadern konnten nichts mehr tun.

Markus Roiderer hinterlässt seine Freundin Naїma, den ein Jahr älteren Bruder Thomas, seine Eltern sowie viele Freunde und Kollegen. Er war nicht nur ein Metzgermeister mit sehr gutem Namen. Er gab sein ganzes Herzblut für den Familienbetrieb Gasthof zum Wildpark. „Und er war eine unglaubliche Stütze auf der Wiesn, weil er die ganze Küchenlogistik gemanagt hat“, sagt Andreas Steinfatt, Paulaner- und Hacker-Pschorr-Chef und enger Familienfreund. Vor zwei Jahren hat Markus Roiderer die Wiesn-Konzession erhalten. „Er hat die Wiesn geliebt. Deshalb haben wir als Sterbebild ein Foto beim Anzapfen gewählt“, sagt der Vater. Am Mittwoch um 10 Uhr findet die Beisetzung in Straßlach statt.

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Er schlief auf der Couch seiner Eltern ein

Er hat die tiefe Liebe seiner Liebsten bis zuletzt gespürt. Am Samstag gegen 3 Uhr nachts wollte Markus’ Körper nicht mehr kämpfen. Seine Freundin Naїma, die ihn vor rund fünf Jahren bei ihrer Arbeit an Roiderers Biergarten-Ausschank kennengelernt hatte, weckte die Eltern: „Ich glaube, es geht vorbei.“ Markus musste nicht alleine gehen, sagt Toni Roiderer zur tz: „Wir haben uns zu ihm gelegt, und er ist eingeschlafen.“

Vier Wochen lang hatten sich Familie und Freunde Tag und Nacht um den Metzgermeister und Gastronom Markus Roiderer (33) gekümmert. „Der kommt mir nicht ins Hospiz, er soll daheim sein“, hatte Vater Toni entschieden, nachdem klar war, dass er nicht zu retten ist. „Unglaublich, wie sich alle für ihn aufgeopfert haben“, sagt Andreas Steinfatt, Chef der Paulaner/Hacker-Pschorr-Brauerei. Auch er war in diesen Tagen viel im Gasthof und im Elternhaus in Straßlach, um der Familie beizustehen. „Sie haben Markus einen schönen Abschied beschert.“

Welche Todesängste Markus ausgestanden haben muss – seine Familie kann es nur erahnen. „Er war unglaublich tapfer, hat nie gejammert“, sagt der Vater. „Eine Ärztin hat mir erzählt, dass er sie angefleht hat: ‚Bitte sagen Sie meinem Vater nicht, wie’s um mich steht.‘“ Viele im entfernten Umfeld und Kollegenkreis wussten bis zuletzt nicht, dass in Markus’ Kopf der Tod lauert. Der strebsame und ehrgeizige Wirtesohn wollte nicht viel Aufhebens um sich, sagt sein Vater: „Er hat zu mir gesagt: ‚Warum bist du denn so traurig, Papa? Du hast viele Menschen – ich bin doch nicht der Mittelpunkt der Welt.‘“

Bei dieser Erinnerung bricht der sonst so robuste Senior in Tränen aus. „Ich hab’ gesagt: Verdammt, du bist der Mittelpunkt unserer Welt. Du warst immer mein Rückgrat, mein Ideengeber, meine Hauptschlagader …“

Wohl auch wegen seiner bescheidenen Art haben Familie und Freunde ihrem Markus so viel Liebe und Nähe wie möglich gegeben. „Ich habe die Geschäfte liegen gelassen“, sagt Hackerzelt-Wirt Toni Roiderer. „Vor vier Wochen haben wir ihn zu uns ins Haus geholt. Eine Pflegerin hat ihn auf der Couch gepflegt. Wir haben ihn oft zum Essen in den Biergarten geholt.“

Den Familienfreund Andreas Steinfatt haben die Besuche aber auch traurig gemacht: „Es ist unheimlich erschreckend, wie schnell das ging: Vor drei Wochen konnte er noch laufen – und vor einigen Tagen hat er gar nicht mehr reagiert.“ Anfangs hat Markus mit der rechten Hand gegessen. Als die fünf Tumore seine Hirnfunktion beeinträchtigten, mit der linken. Am Ende haben die Eltern jeden Tag Tabletten zerkleinert und sie ihm mit Tee eingeflößt. Steinfatt: „Der Arzt hat versichert, dass er keine Schmerzen hat – so hat er auch gewirkt.“ Die Zeit, die ihm blieb, sollte so fröhlich wie möglich sein. Jeden Tag kamen Freunde vorbei. Seine Freundin Naїma gab ihm die nötige Nähe. „Sie hat nie geweint, sie war so stark“, sagt Toni Roiderer.

Nun, nachdem sie alle Kräfte gegeben haben, um Markus einen schönen Abschied zu bescheren, kann die Familie um ihren Markus weinen. Und dieser tiefe Zusammenhalt wird auch den Hinterbliebenen helfen. Toni Roiderer: „Diese Liebe gibt uns die Kraft, den Verlust zu ertragen.“

Nina Bautz

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