Pfefferspray-Attacke im Schützenzelt

München - Schock am ersten Wiesn-Tag: Ein junger Mann hat im Schützen-Festzelt Pfefferspray versprüht. Etliche Gäste liefen panisch ins Freie. Fast 40 Festzeltbesucher wurden verletzt.

Sie klagten über tränende Augen und Atemnot. Zwei von ihnen mussten vorsorglich ins Krankenhaus.

Kurz vor 20 Uhr hatte ein zunächst unbekannter Spinner offenbar unter einem Biertisch im Schützen-Festzelt das Pfefferspray versprüht. „Ich stand ganz in der Nähe und war in Panik, da man ja erst nicht wusste, was in der Luft ist und man konnte überhaupt nicht mehr atmen! Das war alles andere als lustig“, beschreibt eine Augenzeugin die Situation. Als im Festzelt Unruhe aufkam, stoppte die Blaskapelle die Musik.

Sicherheitsmänner konnten den mutmaßlichen Reizgas-Sprüher ausmachen, festhalten und der Polizei übergeben. Die Beamten kassierten auch eine Spraydose. Ob der Landsberger (19) der Täter ist, müssen weitere Zeugenvernehmungen ergeben, so ein Sprecher der Polizei.

„Das war ein ganz blöder Scherz“, sagt Schützen-Festzeltwirt Ludwig Reinbold. „Wir haben danach erst mal das ganze Zelt gelüftet.“ Wenig später ging das Treiben im Schützen-Festzelt wieder weiter.

Insgesamt war der erste Samstag des 178. Oktoberfestes aus Polizeisicht eher ruhig. „Es war ein ganz normaler Wiesn-Auftakt“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Wenger. Die Beamten der Wiesn-Wache waren 190-mal im Einsatz, sie mussten 42 Besucher festnehmen. Insgesamt zählte die Polizei 26 Körperverletzungen sowie 22 angezeigte Taschendiebstähle.

Zwei brutale Masskrug-Attacken hob die Polizei allerdings besonders hervor:

Im Augustiner-Zelt gerieten am Samstag gegen 18.15 Uhr zwei Männer in Streit. Dabei würgte ein Bosnier (35) seinen Kontrahenten am Hals. Dieser befreite sich mit einem Faustschlag aus der Umklammerung, woraufhin der Bosnier einen gefüllten Masskrug packte. Mit Wucht schlug er damit auf den Kopf des Münchners ein, bis der Krug splitterte. Beide Männer kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Der Masskrug-Schläger wird sich nun mindestens wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen.

Dass brutale Masskrug-Attacken nicht immer Männersache sind, zeigt der Fall einer 17-jährigen Münchnerin. Die junge Frau war gegen 17 Uhr im Hackerzelt mit einem hinter ihr sitzenden 21-jährigen Münchner in die Haare geraten. Als sie offenbar vom verbalen Streit genug hatte, stand die 17-Jährige auf. Sie griff sich einen Masskrug vom Nachbartisch und schleuderte ihn gezielt ins Gesicht des Landschaftsgärtners. Der junge Mann mussste mit einer Schnittwunde und einem Nasenbeinbruch in die Klinik gebracht werden.

JAM

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