Gäste von Hippodrom-Ordner gefesselt und geschlagen?

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Blutverschmiert und mit gebrochener Nase: Andreas K.

München - Andreas K. behauptet, er sei wegen zu geringen Konsums aus dem Wiesn-Zelt geworfen worden - und gefesselt und geschlagen worden.

Oktoberfest 2011: Das war auf der Wiesn los

Andreas K. sieht schlimm aus auf dem Foto, das er nach dem Hippodrom-Besuch von sich gemacht hat. Sein Gesicht ist blutverschmiert, die Nase geschwollen. Doch wie kam es zu diesem Foto? Unstrittig ist nur, dass der 20-Jährige am letzten Wiesn-Samstag im Zelt von Sepp Krätz feierte und gegen 18 Uhr von Ordnern unsanft vor die Tür gesetzt wurde. Warum es zum Rauswurf kam und wie Andreas K.s Nase dabei brach, da gehen die Versionen des Ascheimers und des Wiesnwirts weit auseinander.

Andreas K. sagt, er habe mit seiner Familie und Bekannten friedlich an einem Tisch im reservierungsfreien Mittelschiff des Hippodroms gefeiert. Die Bedienung habe sie unter Druck gesetzt, dass jeder Gast mindestens 90 Euro konsumieren müsse. Man habe sich Mühe gegeben, gegessen, getrunken. Irgendwann habe die Bedienung sie trotzdem aufgefordert, den Tisch zu verlassen, und sie nicht mehr bedient. Andreas K. und seine Begleiter seien sitzen geblieben, daraufhin habe die Bedienung gedroht, sie hinauswerfen zu lassen. Gegen 18 Uhr sei ein Großteil der Familie genervt gegangen, nur K., seine Freundin und sein Cousin blieben. Eine halbe Stunde später hätten vier Sicherheitsmänner am Tisch gestanden, ihn und seinen Cousin gepackt und zu einem Seitenausgang geschleift. Er habe sich gewehrt, gibt Andreas K. zu, daraufhin hätten ihn die Ordner auf den Boden geworfen, gefesselt und geschlagen. Mit dem Gesicht sei er dabei auf den Boden geschlagen, so dass seine Nase gebrochen sei.

Bilder vom Wiesn-Abbau 2011

Bilder vom Wiesn-Abbau 2011

Wirt Krätz weist die Vorwürfe in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. Er habe keinen Grund, an den Aussagen seiner Sicherheitsleute und der Bedienung zu zweifeln. Demnach haben „die beiden Männer den Rauswurf aus dem Zelt selbst provoziert“. Einen Konsumzwang habe es keineswegs gegeben. „Nachdem aber die Gäste anfingen, teilweise nur noch die Reste von Gästen zusammenzutrinken, die bereits gegangen waren, gab es den Hinweis der Bedienung, dass sie schon ein eigenes Getränk bestellen sollten“, schreibt Krätz. Im Zuge der Diskussion seien die Gäste „immer aggressiver und ausfallender“ geworden. Eine Tischnachbarin der beiden Männer habe am Nachbartisch eine Mass Bier bestellt und sie dann der eigenen Bedienung mit den Worten „Die habe ich für dich gekauft“ in den Ausschnitt geschüttet. Daraufhin sei erst die Frau aus dem Zelt gebracht worden. Dann hätten die beiden Männer begonnen zu randalieren. Beim Versuch, auch sie des Zeltes zu verweisen, habe sich Andreas K. so heftig gewehrt, dass er „zu Boden gebracht werden musste“. Daraufhin habe der Cousin sich auf einen der Ordner gestürzt, ihn gewürgt, versucht einen anderen Sicherheitsmann zu beißen und bespuckt. Dann habe der Sicherheitsdienst die Polizei gerufen. Die Verletzungen hätten sich die beiden Männer „bei dem Bodenkampf zugezogen, keinesfalls durch Schläge ins Gesicht oder ähnliches“, erklärt Krätz.

Andreas K. wiederspricht dieser Darstellung. Er und sein Cousin haben inzwischen Anzeige gegen drei Sicherheitsleute erstattet, das bestätigt die Polizei. Die Ordner behalten sich ebenfalls Anzeigen vor, Krätz und die Sicherheitsfirma denken über weitere rechtliche Schritt gegen die Männer nach.

P. Vetter & S. Rieber

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