Frühlingsfest: „Der Ruf ist schlechter als das Fest“

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Sepp Krätz will auf dem Frühlingsfest heuer erstmals Gewinn machen.

München - Sepp Krätz gibt nicht auf. Zum dritten Mal wird der in die Kritik geratene Wiesnwirt heuer vom 20. April bis zum 6. Mai beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese sein Hippodrom aufstellen.

Sepp Krätz gibt nicht auf. Zum dritten Mal wird der in die Kritik geratene Wiesnwirt heuer vom 20. April bis zum 6. Mai beim Frühlingsfest auf der Theresienwiese sein Hippodrom aufstellen. Seit 2010 versuchen Krätz und die Spaten-Brauerei, das Fest zu einer Mini-Wiesn im Frühling umzubauen – bislang mit mäßigem Erfolg.

„Im ersten Jahr kamen deutlich mehr Besucher, weil jeder schauen wollte, was wir da machen“, sagte der Wirt. Doch im vergangenen Jahr blieben die Besucherzahlen auf dem gleichen Niveau. „Es gibt immer noch Tage, die sind relativ schwach besucht“, gibt Krätz zu. An guten Tagen sei etwa die Hälfte der Plätze reserviert. Bislang habe sich das Hippodrom auf dem Frühlingsfest noch nicht gerechnet. „Ich hoffe, dass wir dieses Jahr zum ersten Mal Gewinn machen“, sagte Krätz. Auch auf dem Oktoberfest habe es drei Jahre gedauert, bis die hohen Anfangsinvestitionen ausgeglichen waren und das Hippodrom Geld abwarf.

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Nach zwei Jahren macht sich Krätz aber keine Illusionen mehr. „Die Wiesn ist unerreichbar, aber das Frühlingsfest hat seine Berechtigung.“ Trotzdem sei die Atmosphäre gut. Der Wirt versucht aus der Not eine Tugend zu machen. „Auf dem Frühlingsfest gibt es kein Gedränge, man kann auch als Familie hingehen.“ Auf Familien mit Kindern und Tradition wollen Krätz und die Brauerei nun setzen. „Wir haben durch die Oide Wiesn gesehen, wie wichtig Tradition ist“, sagte Krätz, „das haben wir uns abgeschaut.“ Deshalb gibt es beim Frühlingsfest eine Trachtennacht und viel Blas- und Marschmusik.

Doch Krätz war auch angetreten, um das Image des Festes aufzupolieren. In den Jahren zuvor habe „ein bestimmtes Publikum im Vordergrund gestanden“, formuliert Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid vorsichtig. Krätz findet aber: „Der Ruf ist schlechter als das Fest.“ Schmid hofft jedenfalls, dass „Sepp Krätz lange durchhält“.

Brauereichef Günter Kador will jedenfalls dabei bleiben. „Wir sind mit der Gesamtentwicklung zufrieden.“ Erstmals können die Besucher heuer zwischen dem hellen Frühlingsfestbier und einem dunkleren Ur-Märzen wählen. Beide kosten 8,30 Euro pro Mass – immerhin das ist nahe am Wiesn-Niveau.

Philipp Vetter

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