Keine Rückkehr auf das Oktoberfest

Ex-Wiesnwirt Krätz will Hippodrom-Zelt verschenken

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Das Wiesn­zelt ist eingelagert, aufgebaut wird es nicht mehr.

München - Ex-Wiesnwirt Sepp Krätz schließt eine Rückkehr auf das Oktoberfest aus. Mehr noch, das alte Hippodrom-Zelt will er verschenken.

Seit Anfang August darf Sepp Krätz (61) wieder Gäste bedienen – seine Wirte-Konzession hat der gerlernte Metzger aber noch nicht zurück. Wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 1,1 Millionen Euro flog er von der Wiesn und musste sich aus den Geschäften seiner Lokale raushalten. Jetzt geht es wieder bergauf – eine Rückkehr in das Konzert der großen Wiesn-Wirte schließt Krätz aber aus. „Der Kas ist gebissen“, sagte er am Mittwoch bei der Hippodrom-Vorstellung im Postpalast zur tz. Und das sind seine Pläne:

Ja, das einst so prachtvolle Zelt mit den weißen Rössern auf der prunkvollen Fassade gibt es noch. „Das ist noch eingelagert“, bestätigt Krätz, sagt aber trotzig: „Aber das ist zu verschenken. Von mir aus kann man es auch anzünden.“ Eine Rückkehr auf die Wiesn ist für den Gastronom kein Thema mehr.

Tina und Sepp Krätz mit Wagyu-Rind vor dem Hippodrom im Postpalast.

„Es wäre natürlich schön gewesen, bis 70 auf der Wiesn zu sein“, gesteht Krätz im tz-Gespräch. „Ich werde mich aber nicht mehr bewerben. Das würde ich mir nicht anmaßen.“ Krätz klingt ein bisserl wehmütig, sagt aber auch, dass er mittlerweile andere Prioritäten hat. „Das ist im Leben auch nicht alles. Für mich ist meine Familie das Wichtigste. Meine Frau Tina und meine Schwester sind die Chefinnen. Ich freue mich, dass ich ihnen endlich wieder helfen und meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen darf: Gäste bedienen.“ Auch am elterlichen Hof in der Nähe des Ammersees ist Krätz wieder häufiger anzutreffen. Hier züchtet er seine majestätischen Wagyu-Rinder. Ein Prachtexemplar, der 1100 Kilo schwere Stier Haruki, soll heuer auch eine Attraktion auf dem Zentrallandwirtschaftsfest (ZLF) werden.

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Dass der Stachel nach dem Wiesn-Rausschmiss 2014 noch tief sitzt, will Krätz nicht leugnen. „Im ersten Jahr habe ich die Wiesn gemieden, habe keine Zeitungsartikel darüber gelesen. Ich wollte Abstand.“ An Stelle des Hippodroms steht nun Sigi Ables Marstall. Krätz: „Da schaue ich gar nicht hin. Ich habe jetzt im Postpalast meine kleine, feine Wiesn.“

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