Die erste Geburt auf der Wiesn

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Mei, wie putzig! Mini-Schafbock Ludwig erholt sich mit seiner Mama in der „Ablamm-Box“ in seinem Heimatstall von der Geburt.

München - Er hat kuschelweiches Fell, süße Schlappohren und tapst wackelig durch das Heu. Sooo niedlich ist Lamm Ludwig – und hat am Wochenende auf dem Oktoberfest schon für mächtig Wirbel gesorgt.

Der Kleine kam am Samstag völlig überraschend auf der historischen Wiesn zur Welt!

Samstagmittag, 13.15 Uhr. Im Tierzelt ganz normaler Wochenendbetrieb: Die Besucher drängen sich vor den Boxen, Kinder streicheln Pferde und Kühe. Johann Trinkl (43) füllt gerade die Wasserkübel an den Boxen auf – als stellvertretender Vorsitzender der bayerischen Herdbuchgesellschaft für Schafzucht betreut er im Zelt die Schafe.

Eröffnung der historischen Wiesn

Eröffnung der historischen Wiesn

Plötzlich Aufruhr bei den Coburger Fuchsschafen: Eines der drei Tiere hechelt stark, sein Bauch zuckt. Der Schafwirt springt über den Zaun in die Box – dort fällt ihm gleich der nasse Fleck unter dem Tier auf. „Ich wusste sofort: Hier ist ein Lamm im Anmarsch, die Fruchtblase ist geplatzt.“

In Windeseile organisiert Trinkl einen Wagen mit Hänger. „Mein erster Gedanke war: Das Schaf muss raus hier – zu viele Menschen und zu viel Trubel.“ Mit den Sicherheitskräften Gaby Cipolla (45) und Bianca Walchshäusl (27) schafft er das Tier zu einer Pferdebox im abseits gelegenen Stall.

Nur ein paar Minuten später werden die drei dort Zeugen der ersten Wiesn-Geburt. Als erstes kommen die Füßchen zum Vorschein, dann der winzige Kopf. Schließlich plumpst der kleine Schafbock ins Heu – ein nasses, klebriges Häufchen. „Wir haben vor Rührung geweint. Das hätte nicht schöner sein können“, erzählt Gaby Cipolla. Johann Trinkl legt das Lamm an die Zitzen der Mutter. „Es hat sofort getrunken. Alles lief perfekt!“ Spontan taufen sie den Bock Ludwig – nach dem einstigen Kronprinz.

Dass das Schaf trächtig war, ahnte niemand. In der Regel bekommen Coburger Fuchsschafe zwei Junge – dann ist auch der Bauch dicker. „Dieses Tier war nur mit einem trächtig, es konnte die Schwangerschaft gut unter seinem dicken Fell verstecken“, sagt Trinkl. Auch Besitzer Stephan Graf aus Windach fiel aus allen Wolken, als ihn die Nachricht erreichte. „Ich musste mich erstmal setzen,“ gesteht der Vermesser, der nebenbei eine Schafzucht betreibt.

Er hat den Kleinen und seine Mutter gleich am Abend mit dem Wagen zurück in den Heimatstall gebracht – dort erholen sie sich in Ruhe vom Geburtsstress.

Christina Schmelzer

Die tz sucht einen Namen für das Mutterschaf

Ludwig heißt der kleine Mini-Bock: Passend zu seinem Geburtsort, der Wiesn, wurde er nach dem ehemaligen Kronprinz Ludwig benannt, der durch seine Heirat mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen vor 200 Jahren das Oktoberfest begründete. Doch Ludwigs Mama ist noch immer namenlos! „Meine Schafe haben nur eine Nummer – und auf die hören sie nicht“, erklärt Besitzer ­Stephan Graf aus Windach. Ludwigs Schafmama ist die Nummer 604. Ein bisserl unpersönlich, findet die tz. Deshalb suchen wir nun in einer großen Aktion einen passenden Namen für das Mutterschaf. Haben Sie eine Idee? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge per Mail an lokales@tz.de. Im Internet können Sie dann aus den besten fünf Einsendungen abstimmen, wie Ludwigs Mama heißen soll. Zu gewinnen gibt es zwei Bier- und zwei Hendlmarken für die Wiesn!

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

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