Brücke zwischen Stadt und Land

ZLF eröffnet! Bauern feiern neben der Wiesn

+
Das ZLF hat ebenfalls am Samstag begonnen

München - Die Bauern feiern heuer gleich neben dem Oktoberfest: Wenige Stunden vor der Wiesn hat auf der Theresienwiese das traditionelle Zentral-Landwirtschaftsfest begonnen.

Eine transparente und begehbare Weltkugel soll auf dem 125. Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) in München die globale Aufgabe der Bauern symbolisieren: Die Ernährung einer ständig wachsenden Weltbevölkerung in Zeiten des Klimawandels. Am Samstag eröffneten Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) die traditionelle Agrarschau am Rande des Oktoberfest. Alphornbläser, Gstanzlsänger und Trachtengruppen waren zu sehen. Das Jubiläums-Landwirtschaftsfest solle eine Brücke schlagen zwischen Stadt und Land.

An der Eröffnung nahmen auch Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (beide CSU), Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sowie die Präsidenten des Deutschen und Europäischen Bauernverbandes Joachim Rukwied und Gerd Sonnleitner teil. Auch die Präsidentin der Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann war dabei. Mit Blick auf das Thema Welternährung zählt die Welthungerhilfe erstmals zu den Ausstellern.

Landwirtschaft im Mittelpunkt: Das ZLF ist eröffnet

Landwirtschaft im Mittelpunkt: Das ZLF ist eröffnet

„Bayern ist durch dieses Zentrale Landwirtschaftsfest die Vorstufe zum Paradies. Bayern ist das schönste Land in Europa“, sagte Seehofer zur Eröffnung. Verbraucherministerin Aigner hob vor allem die Leistung der Hopfenbauer hervor: „Ohne Hopfenbauern gibt's kein Bier, und ohne Bier gibt's kein Oktoberfest. Das ZLF ist die Leistungsschau, das Olympia der Landwirtschaft.“

Zu den zentralen Themen gehören auch erneuerbare Energien und Qualitätssicherung bei Lebensmitteln. Das ZLF ist eine der größten Agrarschauen Europas. Das Oktoberfest muss dafür etwas Platz machen und hat 26 Hektar statt sonst 34. Bis zum 30. September werden mehr als 400 000 Besucher erwartet.

Unter dem Motto „LebensMittelPunkt Landwirtschaft“ zeigen 650 in- und ausländische Aussteller Landmaschinen und Produkte; der Bio-Landbau hat eine eigene Halle. Rund 800 Tiere werden da sein, darunter Schafe mit vier oder sechs Hörnern. Diese sogenannten Jakobsschafen sind eine uralte Rasse. In Deutschland gehört das Mehrhornschaf zu den seltenen Haustierarten.

Die Land- und Forstwirtschaftsausstellung findet alle vier Jahre statt und gehört zu den Ursprüngen des Oktoberfests. Tierschauen und Pferderennen sollen auch heuer an die gemeinsame Geschichte von ZLF und Oktoberfest erinnern, das 1810 aus der Hochzeitsfeier von Kronprinz Ludwig mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen entstand. Ein Pferderennen war abschließender Höhepunkt der Feiern - das Fest sollte dann jedes Jahr wiederholt werden.

Das Königshaus übertrug dem „Landwirthschaftlichen Verein“ die Aufgabe, das Nationalfest zu organisieren - der Vater des Kronprinzen, König Max I., schätzte die Bauern als wichtige Gruppe. 1811 gab es neben dem Pferderennen einen Viehmarkt und eine Viehprämierung. 1812 nannte sich das Fest „Central-Landwirthschaftsfest“. Bierzelte, Fahrgeschäfte und Schaubunden kamen hinzu - so entstand das größte Volksfest der Welt.

dpa

Auch interessant:

Lesen Sie auch:

Mehr Luft, mehr Platz: So wird die neue Ochsenbraterei

Mehr Luft, mehr Platz: So wird die neue Ochsenbraterei

Roiderer: „Wir jammern nicht, weil wir gutes Geld verdienen“

Roiderer: „Wir jammern nicht, weil wir gutes Geld verdienen“

Preislimit beim Wiesn-Bier: Entscheidung vertagt

Preislimit beim Wiesn-Bier: Entscheidung vertagt

Die geheime Wiesn-Liste: Wer es geschafft hat - und wer nicht

Die geheime Wiesn-Liste: Wer es geschafft hat - und wer nicht

Kommentare