Deutsche Schlagerbranche im Weinzelt

Klassentreffen der Glückseligkeit

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Sie hat wieder mehr Zeit fürs Singen und die Familie: Claudia Jung mit Ehemann Hans Singer und Tochter Anna

München - Die große Liebe, die kühnsten Träume, die heile Welt - wenn einmal im Jahr auf der Wiesn die deutsche Schlagerbranche zusammenkommt, ist das wie ein Klassentreffen der Glückseligkeit.

Mainstream-Boss und Goldstar-TV-Macher Gottfried Zmeck reserviert dafür die Empore in Kufflers Weinzelt - und lässt auf dieser Bühne die Stars und Sternchen leuchten. In diesem Himmel der Schlagerstars ist Patrick Lindner Stammgast. „Die Wiesn macht mich einfach süchtig.“ Beim Flirten und Anbandeln allerdings hält er sich zurück: „Ich bin ein sehr treuer Mensch“. Und das haben er und sein Freund Peter Schäfer in den letzten Monaten besiegelt: Beide tragen an der rechten Hand einen dicken Weißgoldring. „Es sind Verlobungsringe oder Freundschaftsringe - gleich wie man es nennen will“, sagt Schäfer. Noch haben sie den Weg zum Standesamt nicht angetreten. Spätere Heirat nicht ausgeschlossen ...

Mehr Zeit fürs Privatleben hat in Zukunft auch Sängerin und Freie-Wähler-Politikerin Claudia Jung: Sie musste ihren Sitz im Landtag räumen. „Das ist schlecht für Bayern, aber gut für die Kunst.“ Zwei Wochen geht sie jetzt mit Goldstar und ihren Fans auf Kreuzfahrt. Dann macht sie sich an die Vorbereitungen für ihr Album, das sie im kommenden Frühjahr zu ihrem 50. Geburtstag herausbringen wird.

Den hat Ex-Flipper-Sänger Olaf Malolepski schon eine Weile hinter sich. Jetzt, mit 67 Jahren, ist er mehr denn je unterwegs. „Das ist einfach mein Leben. Meine Frau hat zu mir gesagt: Olaf, egal wohin es geht, ich pack’ die Koffer!“ Seit 2011 wandelt er erfolgreich auf Solopfaden - die meisten Flipper-Fans sind ihm treu geblieben. Die Krönung seiner Karriere? „Ein Wiesn-Hit wäre der Traum!“ Natürlich einer, bei dem alle auf die Bänke steigen, sich euphorisch von seligmachenden Klängen mittragen lassen.  

Die Wiesn-Promis am Dienstag

Usain Bolt rockt im Schützenfestzelt

„Der beste, tollste, fantastischste Wiesn-Hit überhaupt ist Brenna tuats guat von Hubert von Goisern. Der ist bayerisch, poetisch, kraftvoll“, behauptet Michael Holm. Wie viele Musiker würde er allerdings niemals auf die Bank steigen und tanzen. „Musiker machen das doch nicht“, weiß Hitproduzent Dr. Christian Bruhn (u.a. Ein bisschen Spaß muss sein). Und die Frauen kann man auch anders betören, zum Beispiel mit Klavierspielen ...“

Auch Leslie Mandoki findet Tanzen uncool: „Ich höre immer nur auf die Arrangements, die Instrumente, da kann ich nicht mitschunkeln.“   Ebenfalls mitgefeiert haben u. a.: Goldstar-Moderator Alexander-Klaus Stecher, der am Samstag Bestseller-Autorin Rosamunde Pilcher in ihrem Haus im schottischen Dundee besuchen wird, Antonia aus Tirol mit ihrem Liebsten und Manager Peter Schutti, Hansi Kraus („Mein Wiesn-Hit ist ein Dauerbrenner: Ein Prosit der Gemütlichkeit.“), Cornelia Corba, die an diesem Freitag in Starnberg einen Chanson-abend mit Hits der Knef, der Dietrich und der Leander gibt; Ireen Sheer und die Hofmann-Geschwister Anita und Alexandra, die an ihrem neuen Album Wir basteln, das pünktlich zum 25-jährigen Bandjubiläum herauskommen soll. „Das wird der Hammer“, verspricht Anita. „Wir sind nämlich viel reifer geworden. Das werden unsere Fans lieben“. Und da ist sie wieder, die Glückseligkeit ...

Maria Zsolnay

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