CSU will zusätzlichen Wiesn-Tag

Video: So wünschen sich die Münchner die Wiesn

München - Die CSU im Münchner Rathaus will das Oktoberfest um einen Montag verlängern. Was sich die Münchner Bürger dagegen für ihr Oktoberfest wünschen, erzählten sie in einer Video-Umfrage.

Die Beratungen sind inzwischen abgeschlossen. Die CSU will bei der nächsten Gelegenheit gegen Reiters Entwurf stimmen und im Gegenzug einen eigenen Antrag einbringen, der unserer Zeitung vorab vorliegt. CSU-Fraktions-Chef Josef Schmid will die Wiesn verlängern.

Viele Einheimische würden die Wiesn inzwischen meiden, weil sie keine Plätze mehr finden oder sich den Kampf um dieselben nicht antun wollen, argumentiert Schmid. Die Knappheit werde durch die zahlreichen Reservierungen zusätzlich verschärft. „Spontanbesuche der Münchner auf ihrem eigenen Fest werden daher häufig zu einem frustrierenden Erlebnis“, sagt der OB-Kandidat der CSU.

Besucher, Bier & Bares: Die Wiesn in Zahlen

Besucher, Bier & Bares: Die Wiesn in Zahlen

Andererseits verstehe er aber auch die Sorgen der Wirte angesichts der Pläne der SPD, künftig weniger Reservierungen zuzulassen. „Sie müssten viele Stammkunden verprellen“, fürchtet Schmid. Deswegen schlägt er die Verlängerung der Wiesn um einen Montag als „reservierungsfreien Einheimischen-Tag“ vor.

Es sei zu vermuten, so Schmid, dass ein Großteil der „Wiesn-Touristen“ die Stadt am Montag bereits wieder verlassen habe und sich somit der Druck auf Zelte und Biergärten von selbst reduziere. Die Wirte wiederum hätten keine Schwierigkeiten mit Absagen an reservierende Stammgäste, weil es einen solchen Montag bislang ja nicht gibt. Als Gegenleistung für einen weiteren Wiesntag sollen sie eine „Periode der Preisstabilität im Rahmen der Möglichkeiten“ anbieten. Wie lange diese „Periode“ dauern soll, müsse man noch beraten.

Die Idee ist nicht ganz neu. Bereits im vergangenen Jahr hatte die CSU einen weiteren Wiesn-Tag gefordert – und wurde von Rot-Grün niedergestimmt. Heuer wagt Schmid einen zweiten Anlauf, weil die SPD die Reservierungs-Debatte durch Reiters Vorlage erneut angestoßen hat. Außerdem kämpfen Reiter und Schmid um den Posten des nächsten Oberbürgermeisters. Die CSU will das Thema Wiesn nicht allein den Sozialdemokraten überlassen.

Dass die SPD dem CSU-Antrag zustimmen wird, nachdem sie einen sehr ähnlichen Vorschlag schon einmal abgelehnt hat, ist nicht gerade wahrscheinlich. Die Christsozialen hoffen eher auf die Unterstützung von FDP und Grünen – nicht zuletzt, weil es im rot-grünen Gebälk gerade etwas knirscht. In Sachen Stammstrecke warf Christian Ude seinem Koalitionspartner gerade vor, er handle „töricht“ (wir berichteten).

Wiesnchef Reiter wollte den Vorschlag seines Konkurrenten gestern nicht kommentieren. Über einen Sprecher ließ er mitteilen, er werde vor der nächsten Sitzung des Ausschusses am 16. Oktober nichts dazu sagen.

Wirtesprecher Toni Roiderer äußert sich vorsichtig. „Es ist gut, wenn man versucht, mehr Plätze auf der Wiesn zu schaffen“, sagt er. Ob er einen Zusatztag einer geänderten Reservierungspraxis vorziehen würde, wollte er nicht beantworten. Aber er sei „froh, wenn sich die Politik Gedanken macht, wie sie die Wiesn noch besser machen kann“.

Abzocke im Internet

Viele Reservierungen werden im Internet für abenteuerliche Summen versteigert. Deshalb gilt: Finger weg vor Reservierungsangeboten im Netz!

So reserviert man einen Wiesn-Tisch

Mag sein, dass für manche Wiesn-Fans Geld keine Rolle spielt. Doch wer nicht auf solche Abzocker-Angebote angewiesen sein möchte, sollte rechtzeitig einen Tisch reservieren! Wie das funktioniert? Wir klären auf!

Thomas Schmidt und Philipp Vetter

Rubriklistenbild: © dpa

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