Schon wieder Gerichts-Zoff

Betrog Sepp Krätz einen Händler um 5000 Euro?

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Waldwirtschaft-Besitzer Sepp Krätz hat derzeit viel Ärger mit der Justiz

München - Nach dem Urteil im Steuerprozess hat Sepp Krätz schon wieder Ärger am Hals. Diesmal geht es um eine Wildbretlieferung, bei der er dem Händler noch 5000 Euro schulden soll.

Wildbrethändler Robert Fleischmann aus Siegenburg (Niederbayern) fühlt sich von dem Promi-Wirt (59) betrogen. Für knapp 5000 Euro habe seine WaWi (Waldwirtschaft) von ihm bestes Hirschfleisch bestellt. „Es kam eine Woche später zurück“, klagt Fleischmann. „Wir mussten es vernichten.“ Vor dem Amtsgericht begann gestern der Prozess ums Geld.

Fleischmanns Anwalt Alois Altmann trägt vor Gericht vor, dass die Lieferung auf Bestellung am 14. November 2011 erfolgte. Anhand der Daten der Spedition will er nachweisen: „Am 21. November kam die Lieferung zurück.“ Fleischmann, der gestern nicht selbst vor Gericht erschien, zur tz: „Das Fleisch war nach dieser Zeit unverkäuflich. Krätz zahlt einfach nicht. Der Verlust ist für mich ein Desaster.“ Eine gütliche Einigung mit Krätz wolle er nicht: „Das ziehe ich knallhart durch.“

Knallhart reagiert auch der beklagte Waldwirtschaft-Geschäftsführer Erhard Schneider. Ein Kompromiss komme für ihn nicht in Frage, das komme schließlich einem Schuldeingeständnis gleich. Er betont: „Ich habe Fleischmann klipp und klar gesagt, dass wir nichts brauchen.“ Zur tz sagt er: „Im Winter haben wir nicht viele Gäste. Und wir hatten noch jede Menge Hirschfleich tiefgekühlt.“

Später habe Fleischmann noch einmal angerufen und seinen Stellvertreter am Telefon, sagt Schneider. „Er wusste, dass ich im Urlaub war.“ Sein Vize habe auch kein Recht, Großbestellungen anzunehmen. Das Fleisch wurde jedenfalls geliefert. „Wir haben es sofort wieder zurückgeschickt“, heißt es von Seiten der Waldwirtschaft. Es sei am Folgetag von der Spedition abgeholt worden.

Prozess gegen Wiesn-Wirt Krätz: Bilder aus dem Gerichtssaal

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Wer sagt hier die Wahrheit? Richterin Elsabeth Zimmermann schließt aus einer Auftragsbestätigung per E-Mail: „Das ist ein Indiz dafür, dass doch ein Vertrag zustande gekommen ist.“ Doch diese E-Mail, so Schneider, sei leider im Spam-Ordner gelandet.

Nachdem keiner nachgeben will, wird der Zivilprozess am 26. Mai mit der Vernehmung zahlreicher Zeugen fortgesetzt. Eines ist jetzt schon klar: Der Prozess wird teurer als der Wert des Hirschfleisches.

Eberhard Unfried

Konzession steht auf dem Spiel

22 Monate auf Bewährung plus 570.000 Euro Geldstrafe – Sepp Krätz steht nach dem Urteil im Steuerprozess vor dem endgültigen Aus! Nachdem ihn Noch-Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) noch am gleichen Tag von der Wiesn geworfen hatte, prüft das KVR nun auch den Entzug der Konzession für den Andechser am Dom und die Zulassung zum Frühlingsfest. Referent Wilfried Blume-Beyerle zweifelt massiv an seiner Zuverlässigkeit. Krätz hatte bis gestern Zeit, sich zu äußern. Laut KVR-Sprecherin Daniela Schlegel ist bis zum Nachmittag allerdings nichts passiert: „Nächste Woche fällt dann die Entscheidung.“ Für die Waldwirtschaft läuft im Landratsamt ein separates Verfahren.

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