Bauers XXL-Helfer

München - Auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest wird der neueste Stand der Technik gezeigt. Unterwegs zwischen Maschinen, die zum Teil so viel kosten wie ein Einfamilienhaus.

Montagmorgen, kurz nach halb neun auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF): Jörg Migende vom Agrar- und Baustoffhändler BayWa steht schon mitten auf dem Festgelände an der großen Weltkugel bereit. Ein Streifzug durch die neueste Landwirtschaftstechnik, besser kann ein Tag für einen Technik-Kenner wohl nicht beginnen. „Höher, größer war gestern“, sagt Migende beim Losgehen, „nun geht es um technische Details, um Verbesserungen bei der Leistung, der Software, der automatischen Steuerung, und um geringeren Schadstoffverbrauch.“

Erstes Beispiel dafür: ein Roboter, an dem Kühe automatisch gemolken werden. Solche Melkroboter gibt es zwar schon länger, „aber mittlerweile sind sie voll praxistauglich und schneller geworden“, erzählt Migende. „Ein Landwirt kann am Tag 30 bis 50 Kühe melken, der Roboter schafft 60 bis 70.“

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Kühe werden im Stall automatisch gemolken – der Landwirt kann per Handy kontrollieren, ob alles klappt. Mit Futter werden die Kühe in den Roboter gelockt, an einem Sender um ihren Hals identifiziert und samt dem Stand ihrer Zitzen erkannt. Dann fahren Milchbehälter aus. Während die Kühe gemolken werden, fressen sie, und sobald der Milchfluss nachlässt, können sie am anderen Ende des Roboters hinaus spazieren.

Ein paar Meter weiter deutet Migende auf ein automatisches Lenksystem, ein Navigationsgerät für Landwirtschaftsmaschinen. „Herkömmliche Navigationssysteme sind auf 15 Meter genau, diese auf 2,5 Zentimeter“, sagt er. Damit kann ein Landwirt die optimale Route übers Feld nehmen, kein Saatgut wird doppelt verteilt. „Ohne das System gibt es eine Überlappung von etwa 20 Prozent“, erklärt Migende, „das heißt, es wird beispielsweise bis zu 20 Prozent zuviel Saatgut verteilt.“ Außerdem dokumentiert das Lenksystem über Jahre, wo was gesät wurde – mit diesen Daten lässt sich verhindern, dass Felder überbelastet werden.

Johann Winkler, ebenfalls Technik-Experte bei der BayWa, begeistert sich eher für Traktoren. „Bei den neuen Modellen ist der Schadstoffausstoß geringer“, sagt er. Eingebaut ist zudem ein Terminal, mit dem man nicht nur kontrollieren kann, ob der Anhänger etwa genug Dünger verteilt, sondern auch einen zweiten Traktor steuern kann – in dem gar kein Fahrer sitzt. Als Landwirt lässt es sich so mit zwei Traktoren gleichzeitig pflügen.

Noch mehr Standfläche als der Traktor braucht nur die Maschine einen Steinwurf entfernt: ein Mähdrescher mit 10,5 Meter breitem Schneidwerk. Mit bis zu 40 Stundenkilometern sind die neuen Modelle unterwegs – auf Raupenlaufwerken, die an Panzer erinnern. „Damit entsteht weniger Druck auf den Boden, man kann auch auf den Acker fahren, wenn er vom Regen noch relativ feucht ist“, erklärt Migende.

Migende grinst zufrieden, nun wird der Tag noch besser: im Festzelt.

Kai Göpfert

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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