Nachbarn planen Bürgerbegehren

Anwohner wollen Gasse durch die Wiesn

München - Der Wiesn-Aufbau beginnt. Doch rund um die Theresienwiese gärt es. Der Bezirkssausschussvorsitzende Ludwig Wörner (SPD) berichtet sogar von einem geplanten Bürgerbegehren.

Am Montag beginnt auf der There­sienwiese der Aufbau für das Oktoberfest. Das heißt für die Anwohner: Bis Ende Oktober ist das Gelände für Fußgänger und Radler gesperrt. Rund um die Theresienwiese gärt es. Der Bezirkssausschussvorsitzende Ludwig Wörner (SPD) berichtet sogar von einem geplanten Bürgerbegehren!

Denn für die Anwohner bedeutet der Aufbau von Zelten und Zentral-Landwirtschaftsfest einen riesigen Umweg: Wer von der Schwantha­lerhöhe in die Ludwigsvorstadt will, muss bis Ende Oktober statt 400 Meter quer über das Gelände eineinhalb Kilometer außenherum zurücklegen. Einzige Ausnahme ist ein ­schmaler Streifen entlang der Schaustellerstraße, der bis Ende August offen bleibt. Der hilft bei der Überquerung der Theresienwiese aber nichts (siehe Grafik).

Bilder vom Wiesn-Abbau

Neue Bilder vom Wiesn-Aufbau

Bezirksausschuss-Chef Ludwig Wörner ( SPD)

„Das ist für die Anwohner eine Zumutung“, schimpft der Bezirksausschussvorsitzende der Schwanthalerhöhe, Ludwig Wörner (SPD). Betroffen seien auch viele Schüler, die in die Stielerschule auf der anderen Seite der Theresienwiese müssen.
Auch den Kommunalpolitikern der Ludwigsvorstadt ist die seit 2008 jährlich verhängte Wiesn-Sperre ein Dorn im Auge: „Das bedeutet für die Anwohner, dass sie dreieinhalb Monate im Jahr große Umwege in Kauf nehmen müssen“, ärgert sich CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer.

Wörner hält die Sperre für vermeidbar: „Es ging jahrzehntelang ohne, und es ist kein Unfall aktenkundig geworden. Es müsste wenigstens möglich sein, eine West-Ost-Querung einzurichten. Da muss man halt die Baustelle von zwei Seiten anfahren.“ Auch Schlagbauer sieht das so: „Ich könnte mir so eine Passage durchaus vorstellen.“

Doch SPD-Mann Wörner, der auch im Landtag sitzt, hat die Hoffnung auf eine Lösung aufgegeben: „Es gab schon so viele Gespräche, ich habe aufgehört, zu verhandeln.“ Er weiß, dass für die Sperre sein Parteifreund und OB-Kandidat Dieter Reiter als Wirtschaftsreferent verantwortlich ist. Dessen Sprecher Wolfgang Nickl begründet die Sperre mit „versicherungstechnischen Notwendigkeiten“. Laster, Kräne, Stapler und auf den Straßen lagernde, große Zeltteile stellten für Fußgänger und Radler eine zu große Gefahr dar. Der Stadtrat habe die Sperrung einstimmig beschlossen.

Wörner sieht die erneute Sperre aber so: „Offensichtlich legt man es auf Krieg an.“ Und der scheint sich tatsächlich anzubahnen. Wörner: „Es gibt Ini­tiativen, die ein Stadtteil-Bürgerbegehren planen, das sich mit der Nutzung der Theresienwiese befasst.“ Was er von davon hält: „Ich werde das nicht initiieren, aber ich kann das nur unterstützen.“

Johannes Welte

So schön war die Wiesn 2011

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Rubriklistenbild: © Westermann

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